14. Spieltag: Schweinsteiger kontert Vardy - Costa schmort

Özil-Tor reicht nur zum Remis - Klopps erster Heimsieg

Höhenflug: James Milner hob nach seinem verwandelten Elfer ab.

Höhenflug: James Milner hob nach seinem verwandelten Elfer ab. imago

Es ist geschafft: Jürgen Klopp hat den ersten Premier-League-Heimsieg mit dem FC Liverpool gefeiert. Allerdings war es keine überzeugende Leistung, die zum 1:0-Erfolg gegen Swansea City führte. Mit Can auf der Doppelsechs neben Milner schickte Klopp die Reds ins Rennen, die auch tonangebend waren, aber in Tornähe von den Gästen effektiv gestört wurden. Und einmal auch mehr als glücklich: In der sechsten Minute stoppte Bartley einen Ibe-Lauf im eigenen Strafraum mit einer beherzten Grätsche, bugsierte dabei den Ball aber an den Pfosten des eigenen Tores. Auch bei einem Williams-Einsatz gegen Benteke konnte Swansea durchatmen – kein Elfer in der 23. Minute.

Generell boten die Waliser nur wenig Raum an und machten es der Klopp-Truppe schwer. Und wenn einmal doch Platz war, zeigten sich die Hausherren nicht zielstrebig genug. Ein Paradebeispiel lieferte Benteke, der nach einer Stunde im Strafraum frei anspielt wurde, sich aber an einer kunstvollen Ablage versuchte und so die Chance zunichtemachte. Wenig später durfte der Angreifer aber mitjubeln. Ibe hatte auf rechts viel Zeit, bei einer Flanke Maß zu nehmen. Taylor sprang in die Flugbahn, drehte sich weg und streckte den rechten Ellbogen raus - genau den traf Ibe, es gab Handelfmeter. Milner trat an und blieb ganz cool: Zentral unter der Latte schlug es ein (62.).

Der Bann war gebrochen, doch souverän wurde der Reds-Auftritt auch in der Folge nicht. Es war letztlich ein Arbeitssieg, den Klopp mit seiner Mannschaft feierte. Und der in der Schlussphase noch zwei Sahnehäubchen bekam: Henderson und Sturridge wurden eingewechselt und feierten ihr Comeback.

Özils Tor, ein Punkt und zwei Verletzte

Einen Dreier verpasst Arsenal als Gast von Norwich City. Dabei schienen die Gunners schon auf Kurs, als ein Fehler von City-Keeper Ruddy den Gästen die Führung ermöglichte: Der Schlussmann schlug den Ball bei einem Klärungsversuch flach in die Mitte des Felds. Alexis Sanchez passte auf und steckte schnell durch auf den startenden Özil, der den Ball sehenswert an Ruddy vorbei ins Netz chippte (30.). Doch Arsenal brachte die Führung nicht einmal in die Pause: Grabban setzte sich im Sechzehner stark gegen den in der 11. Minute für den verletzten Koscielny ins Spiel gekommenen Gabriel Paulista durch und traf zum 1:1 (43.).

Im zweiten Durchgang musste Arsenal sogar noch zufrieden sein, gegen den Abstiegskandidaten zumindest einen Zähler ergattert zu haben. Was für die Gunners aber noch schwerer wiegt: Nach Koscielny musste auch Sanchez verletzt vom Platz. Der Chilene war schon mit Oberschenkelproblemen ins Spiel gegangen, nach einer Stunde war Schluss. Er griff sich an den rechten Oberschenkel und wurde durch Campbell ersetzt.

Chelsea torlos bei Tottenham - Diego Costa schmort

Der noch amtierende englische Meister FC Chelsea spielte am Sonntagmittag bei den Tottenham Hotspur 0:0. Für die Blues darf dies als Erfolg gewertet werden, denn immerhin blieben die Spurs nun schon im 13. Spiel ungeschlagen. Besonders beäugt wurde an der White Hart Lane, ob Chelseas Trainer José Mourinho seinen Stürmer Diego Costa bringen würde, nachdem er sich mit diesem zuletzt in der Champions League bei Maccabi Tel Aviv ein Wortgefecht geliefert hatte. Die Antwort des portugiesischen Trainers: Diego Costa schmorte 90 Minuten auf der Bank. "Ich denke, das ist normal. Er macht fast jedes Spiel, und im Augenblick hat er nicht das nötige Selbstvertrauen", sagte Mourinho zu der Maßnahme.

Debütant Schweinsteiger antwortet Rekordmann Vardy

Bastian Schweinsteiger trifft zum 1:1

ManUniteds Schweinsteiger setzt sich mit allem, was ihm zur Verfügung steht durch und köpft zum 1:1 in Leicester ein. imago

Beim Topduell des 14. Spieltags in England zwischen Leicester City und Manchester United am Samstagabend war auch der deutsche Fußball vertreten. Auf Seiten der Füchse standen Fuchs (Bochum, Mainz, Schalke) und Okazaki (Stuttgart, Mainz) ebenso in der Startelf wie Robert Huth. Der gebürtige Berliner absolvierte seinen 268. Einsatz in der Premier League und schloss so zum bisher alleinigen deutschen Rekordhalter Didi Hamann auf. Bei Manchester United beorderte Ex-Bayern-Coach Louis van Gaal Weltmeister Schweinsteiger in die Startelf.

Alle Augen im King Power Stadium waren aber auf Jamie Vardy gerichtet. Der Top-Torjäger Leicesters erzielte in den vergangenen zehn Ligaspielen mindestens einen Treffer und egalisierte damit die bisherige Bestmarke des ehemaligen ManUnited-Stürmers van Nistelrooy, der einst in zehn Ligaspielen am Stück zugeschlagen hatte. Und an die Red Devils hatte Vardy besonders gute Erinnerungen, denn in der Vorsaison erzielte er seinen ersten Premier-League-Treffer.

Zunächst aber blieb der 28-Jährige, der einst mit einer Fußfessel auflaufen musste und vor drei Jahren noch in den Niederungen der fünften Liga kickte, blass. Damit war er allerdings nicht alleine, denn in der Anfangsphase wagte sich kein Team aus der Defensive, die Partie plätscherte ohne größere Höhepunkte vor sich hin. Dies sollte sich in der 24. Minute schlagartig ändern! Nach einer abgewehrten Ecke schaltete Leicester schnell auf Angriff um, Fuchs trieb den Ball auf der rechten Seite nach vorne und brachte mit einem sensationellen Pass Vardy in Position. Dieser zeigte keine Nerven und überwand ManUnited-Goalie de Gea zur Führung und zum alleinigen Rekord.

ManUnited war gefordert, doch vom Van-Gaal-Team kam weiterhin nur wenig. Wenn etwas ging, dann über die linke Seite, wo Young und Martial für ein wenig Druck sorgten. Zunächst musste de Gea ein weiteres Gegentor durch Mahrez (32.) verhindern, kurz vor der Pause kam ManUnited doch noch zum Ausgleich. Nach einer Blind-Ecke setzte sich Schweinsteiger im Freistil-Ringkampf gegen Okazaki energisch durch und köpfte wuchtig zum 1:1 ein (45. +1). Für den Weltmeister war es das erste Tor in der Premier League, nachdem in der Vorwoche sein Treffer gegen Watford als Eigentor gewertet wurde.

De Gea hält gegen Ulloa den Punkt fest

Die zweite Hälfte ging gleich gut los, Vardy verpasste um Haaresbreite (47.), Schweinsteiger fand mit einem Kopfball seinen Meister in Schmeichel (50.). In der Folgezeit erarbeitete sich Manchester United ein Übergewicht, die Red Devils hatten mehr Ballbesitz und optische Vorteile, Leicester setzte dagegen auf schnelle Gegenstöße. Die zunächst vielversprechender waren: Nach einem perfekten Konter über Mahrez hatte Ulloa die dicke Chance zum 2:1 auf dem Fuß, doch de Gea parierte glänzend gegen den Argentinier (67.).

Anschließend waren die "Foxes" aber wieder mehrheitlich mit Abwehraufgaben beschäftigt. ManUnited wurde gegen Ende der Partie immer dominanter, ohne allerdings die Abwehr der Füchse in große Verlegenheit stürzen zu können. Zu durchsichtig und mit zu wenig Tempo trugen die Red Devils ihre Angriffe vor. Zwei Versuche durch Mata, die Huth abblockte, und Depay, der über das Tor zielte, waren die einzigen Möglichkeiten des Van-Gaal-Teams. Somit blieb es bis zum Ende beim 1:1, durch das Leicester seine Tabellenführung wieder verlor.

Dank De Bruyne: Manchester City zieht wieder vorbei

Kevin De Bruyne

Manchester Citys De Bruyne erzielt die Führung gegen Southampton. imago

Denn bereits am Nachmittag zeigte sich Manchester City von der heftigen 1:4-Packung vor einer Woche gegen den FC Liverpool gut erholt. Zum Auftakt gewann die Elf von Trainer Manuel Pellegrini mit 3:1 gegen den FC Southampton und konnte anschließend in Seelenruhe zusehen, wie sich Leicester und der Lokalrivale gegenseitig die Punkte abnahmen. Die Citizens zogen somit ebenso am punktgleichen Leicester (je 29) und ManUnited (28 Zähler) wieder vorbei.

Einen maßgeblichen Anteil am Sieg hatte De Bruyne. Der Belgier erzielte die frühe Führung (9.) und bereitete das 2:0 durch Delph (20.) vor. Southamptons Long sorgte in der 49. Minute für Spannung, doch Kolarov (69.) beseitigte letzte Zweifel.

Debakel für Newcastle - Aston Villa bleibt Letzter

Ein Debakel erlebte Newcastle United beim 1:5 bei Crystal Palace, das nach dem Sieg weiter Kontakt zu den internationalen Startplätzen hält. Im Selhurst Park schnürten McArthur (14., 90.+4) und Bolasie (17., 47.) einen Doppelpack, Zaha (41.) zeichnete für das fünfte Tor verantwortlich. Der Ex-Freiburger Cissé erzielte den Ehrentreffer für die Magpies, die nach der achten Saisonniederlage weiter abrutschen und mittlerweile auf dem vorletzten Tabellenrang angekommen sind.

Die Rote Laterne hat weiterhin Aston Villa nach dem 2:3 gegen den FC Watford inne. Für Stoke City gab es beim 0:2 in Sunderland, das dadurch die Abstiegsränge verlässt, nichts zu holen, Bournemouth rettete nach einem 0:2-Rückstand noch ein 3:3 gegen Everton. Durch ein Tor in der achten Minute der Nachspielzeit, nachdem die Toffees zwei Minuten zuvor vermeintlich entscheidend getroffen hatten.

jer

Inselreif: Huth führt - Özil im Hunderterklub