Serie A, 14. Spieltag: Roma und Lazio kriseln

Tabellenführer: Napoli nutzt die Gunst der Stunde

Strahlemänner: José Callejon, Gonzalo Higuain und Raul Albiol (v.li.).

Strahlemänner: José Callejon, Gonzalo Higuain und Raul Albiol (v.li.). Getty Images

Erster gegen Zweiter, in der Serie A stand am Montagabend das Gipfeltreffen zwischen Verfolger Neapel und Spitzenreiter Inter Mailand an. Ganz untypisch für ein Spitzenspiel begann das Duell furios. Gerade mal zwei Minuten waren gespielt, da rappelte es schon im Karton: Callejon stoppte den Ball im gegnerischen Sechzehner, doch Higuain spitzelte ihm das Leder weg, drehte sich und drosch es aus elf Metern per Drehschuss am chancenlosen Handanovic vorbei in die Maschen zum 1:0 (2.). Inter stand sofort unter Druck und hatte in der Folge große Mühe mit den wieselflinken Süditalienern, die überfallartig mit vier bis fünf Mann den Nerazzurri das Leben schwer machten, es aber verpassten, rasch nachzulegen.

Inter, mit Ivan Perisic in der Startelf, bekam so die Chance, sich zu fangen und ergriff diese auch. Die rasante Begegnung wurde nach 20 Minuten offener, aber auch zerfahrener. Klare Torchancen waren Mangelware, dafür holte sich Inters Nagatomo nach einem unnötigen Foul an Allan noch vor der Halbzeit Gelb-Rot ab (44.). Nach Wiederanpfiff entwickelte sich ein anderes Spiel, was viel an Inter lag: Die Mailänder zogen sich zurück und lauerten auf Konter. Das Tor machte aber erneut Napoli: Albiols Kopfballabwehr wurde zur Vorlage für Higuain, der sich gegen zwei Mann durchsetzte und aus 15 Metern auf 2:0 stellte (62.).

Die Vorentscheidung? Keineswegs, denn Inter bewies Moral und kam - durchaus mit Glück - durch Ljajic zum 1:2-Anschlusstreffer (67.). Bis zum Ende blieb es daher spannend, am Ergebnis änderte sich nichts, auch weile beide Teams vor dem Tor das ein oder andere Mal versagten - ganz bitter. Joker Jovetic traf in der dritten Minute der Nachspielzeit den Pfosten, ehe Sekunden später SSC-Schlussmann Reina einen Miranda-Kopfball auch noch den Pfosten lenkte. Napoli eroberte durch den 2:1-Sieg Platz eins in der Tabelle und sorgte zudem dafür, dass das San Paolo kein gutes Pflaster für Inter bleibt. Die Nerazzurri warten seit dem 19. Oktober 1997 auf einen Sieg in Neapel.

Viertes Remis in Serie für Florenz

Zuvor hatten sich im Verfolgerduell Sassuolo Clacio und der AC Florenz 1:1 getrennt. Ohne den verletzten Ex-Dortmunder Blaszczykowski ging die Viola dank Borja Valero und eines furiosen Starts früh in Führung (5.), konnte diese dann aber nicht in drei Punkte ummünzen. Noch vor der Halbzeit glich Floccari (42.) und besiegelte damit praktisch das Remis. Florenz ist nunmehr wettbewerbsübergreifend seit sieben Partien ungeschlagen, spielte allerdings zuletzt auch viermal nacheinander unentschieden.

Roma verliert Spiel und Maicon

Roma Bergamo

De Rossi (li.) und Castan (re.) sind fassungslos über die erneute Niederlage. imago

Nach dem 1:6 unter der Woche gegen den FC Barcelona hatte der AS Rom am Sonntag Atalanta Bergamo zu Gast. Mit einem Sieg hätten die Römer die Tabellenspitze erobert, doch bis auf einen Pfostenschuss von Pjanic (17.) gelang der Roma im ersten Durchgang nicht viel. Nach 40 Minuten musste sie sogar noch das 0:1 durch Alejandro Gomez hinnehmen. Digne spielte mit einem katastrophalen Fehlpass als letzter Mann das Leder genau in die Füße des Stürmers, der aus 17 Metern zentraler Position abziehen konnte.

In der zweiten Hälfte schaffte es die Roma nicht, Druck aufzubauen und dezimierte sich durch eine Rote Karte wegen Notbremse von Maicon selbst (81.). Den außerdem fälligen Elfmeter verwandelte Denis zum 2:0. In der 87. Minute wurde Stendardo wegen Handspiels mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Wenig später musste auch noch Grassi, der wegen Foulspiels die Ampelkarte sah, das Feld verlassen. Am Atalanta-Erfolg änderte das nichts mehr.

Klose werden gleich zwei Tore aberkannt

Später war dann Lazio Rom gefordert. Klose fand sich in Empoli zunächst auf der Bank wieder und musste von dort aus miterleben, wie Empolis Tonelli nach fünf Minuten wunderbar per Flugkopfball die Gastgeber in Führung brachte. Danach drängten die Römer auf den Ausgleich, hatten aber Pech im Abschluss, wie Milinkovic-Savic (21.) oder Djordjevic (24.), die an Schlussmann Skorupski scheiterten. Und auch im weiteren Verlauf hatten die Gäste zahlreiche Chancen, unter anderem auch der nach 57 Minuten eingewechselte Klose, der zuerst aufgrund eines vermeintlichen Offensivfouls an Skorupski nicht jubeln durfte (67.) und später auch noch per Kopf gegen den gegnerischen Schlussmann den Kürzeren zog (74.).

Klose traf sogar noch ein zweites Mal, durfte aber wieder nicht jubeln - diesmal wurde auf Abseits entschieden. Eine knifflige Entscheidung, weil nicht gut zu erkennen war, ob Bastas Flanke vom Römer Matri oder eben von Empolis Tonelli weitergeleitet wurde (88.). Am Ende stand allerdings die vierte Niederlage in der Serie A im fünften Spiel für Lazio, das in der Liga seit dem 25. Oktober (3:0 gegen Turin) auf einen Dreier wartet. Platz zehn ist die bittere Konsequenz aus diesem Negativlauf.

Mandzukic führte Juve zum Sieg

Am Abend feierte Juventus Turin den dritten Sieg in Folge. In Palermo sorgten der ehemalige Bundesliga-Profi Mandzukic (54.), Sturaro (89.) und Zaza (90.+3) für einen 3:0-Sieg, der die "Alte Dame" in der Tabelle auf Platz fünf katapultierte. Juve scheint damit seinen Katastrophenstart endgültig ad acta gelegt zu haben.

Milan findet gegen Sampdoria zurück in die Spur

Mailänder Doppelpacker: M'Baye Niang.

Mailänder Doppelpacker: M'Baye Niang. Getty Images

Nachdem am Samstagnachmittag der FC Turin einen 2:0-Sieg gegen Bologna gefeiert hat, richtete sich der Blick am Abend nach Mailand, wo der AC Sampdoria Genua zu Gast hatte. Die Lombarden wollten nach zwei sieglosen Spielen in Folge zurück in die Spur finden, und das ausgerechnet gegen den Ex-Klub von Trainer Sinisa Mihajlovic, der sowohl als Spieler als auch als Trainer bei Samp Eindruck hinterlassen hatte. Außerdem hat Genua mit Eder einen der gefährlichsten Stürmer der Liga in seinen Reihen. Vorab: Der gebürtige Brasilianer traf auch in San Siro und schraubte sein persönliches Torekonto auf nunmehr zehn Treffer. Das allein reichte aber nicht, denn Eders sicher verwandelter Elfmeter zum 4:1-Endstand in der 87. Minute war nicht mehr und nicht weniger als Ergebniskosmetik.

Milan führte zu diesem Zeitpunkt in einem einseitigen Spiel bereits klar. Rasch waren die Rossoneri in Führung gegangen. Nach feiner Kombination war Bonaventura in der 16. Minute zur Stelle und traf zum 1:0. Kurz darauf stand der Offensivmann erneut im Rampenlicht, diesmal weil er im Strafraum von de Silvestri gefoult worden war. Den fälligen Strafstoß verwandelte Niang sicher zum 2:0-Halbzeitstand. Nach Wiederanpfiff war der Franzose bei einem schlampigen Pass von Genuas Schlussmann Viviano auf Fernando zur Stelle, fing diesen ab und stellte trocken auf 3:0. Milan war in beinahe allen Belangen überlegen, musste sich dann aber doch bis zur 79. Minute gedulden, ehe der kurz zuvor eingewechselte Luiz Adriano aus zentraler Position sehr sehenswert das 4:0 markierte. Durch den Sieg setzte Milan die Konkurrenz um die internationalen Plätze unter Druck.

drm