Der Kapitän kritisiert die vielen individuellen Fehler

Gentner und das Schweigen der Männer

Christian Gentner

Sprachlos: Christian Gentner und seine Kollegen sind auf dem Platz zu ruhig. picture alliance

Ausgerechnet jetzt müssen die Schwaben nach Dortmund. Zum BVB, der sich mit einer ebenfalls schwachen Leistung eine 0:3-Niederlage beim Hamburger SV geleistet und für den kommenden Sonntag nicht weniger Besserung gelobt hat als sein nächster Gast. "Wir müssen die Partie gegen Augsburg aufarbeiten", erklärt der frühere Nationalspieler. "Es gab zu viele Dinge, die so nicht gehen. Diese Dinge müssen intern ganz deutlich angesprochen werden und dann muss es in Dortmund eine Reaktion geben."

Die vielen Fehler, die mangelhafte Einstellung zu Spiel und Gegner, den seltsam leblosen und blutleeren Auftritt findet auch Gentner "nicht erklärbar". Dafür nennt er offen und ehrlich die Gründe zu den mittlerweile 31 Gegentreffern nach 13 Spielen. "Wir machen einfach zu viele Fehler, fast alle Tore fallen durch eigenes Verschulden und nicht durch überragende Aktionen des Gegners. Wir haben es noch nicht geschafft das abzustellen." Das ist aber dringend nötig, um die Kurve zu bekommen, bevor es wieder zu einer Spitz-auf-Knopf-Situation kommt wie in der vergangenen Saison, als die Stuttgarter erst kurz vor Schluss in Paderborn durch Ginczeks Treffer zum 2:1-Sieg den Klassenerhalt schafften.

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2
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3
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Gentner: "Wir sind zu ruhig"

Neben besseren Leistungen gibt es auch einen weiteren Punkt, der dringend optimiert werden müsste. Beim VfB herrscht auf dem Rasen zu oft das Schweigen der Männer. "Insgesamt kann man schon sagen, dass wir in allen Mannschaftsteilen zu wenig kommunizieren. Wir haben immer noch nicht ganz begriffen, wie wichtig das sein kann, welchen Nutzen kleine Hilfestellungen haben können", beklagt Gentner. "Da sind wir noch zu ruhig, zu brav. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Einzelne zu sehr mit seinem eigenen Spiel beschäftigt ist und nicht das Auge für den Nebenmann hat."

Ob Verstärkungen in der Winterpause helfen können, müsse sich zeigen, findet Gentner. Die kommenden Wochen bis zur Winterpause werden bei der Beantwortung dieser Frage helfen. "Wir haben viermal in der Liga und einmal im Pokal die Möglichkeit dieses Spiel zu korrigieren", sagt der Kapitän, der die Situation realistisch einschätzt. "Im Moment können wir uns nicht verstärken." Aber man könne das Geforderte und Nötige "ebenfalls leisten, das haben wir oft genug bewiesen. Zumindest so, dass wir bis zum Winter eine Situation haben, aus der wir arbeiten können."

George Moissidis