Bundesliga

Zorniger: "Wir waren schon weiter, als wir heute sind"

Stuttgart: Der VfB-Coach im Interview

Zorniger: "Wir waren schon weiter, als wir heute sind"

Timo Werner und Trainer Alexander Zorniger

"Öffentliche Kritik ist ein No-Go": Alexander Zorniger kritisierte Youngster Werner trotzdem. imago

Der VfB Stuttgart hängt immer noch im Tabellenkeller fest, belegt derzeit Platz 16 - wie meint es Zorniger also, wenn er sagt, seine Mannschaft sei "schon weiter" gewesen? "Die Negativerlebnisse", erläutert er im kicker, "haben dazu geführt, dass wir in bestimmten Situationen nicht mehr so wach sind. Dabei geht es nicht nur um die motorische Schnelligkeit, sondern auch darum, das Spielsystem in jeder Facette zu begreifen. Das hat natürlich etwas mit dem Selbstvertrauen zu tun, das etwas gelitten hat." Aber "die Entwicklung ist da, seit dem Hoffenheim-Spiel sind wir auf dem richtigen Weg. So wie ich es bis dahin versucht habe, war es trotz guter Leistungen nicht erfolgreich."

Der 48 Jahre alte Fußballlehrer, der seit seinem Amtsantritt im Sommer die Anhänger des Traditionsklubs in zwei Lager gespalten hat, ist überzeugt, "dass die Spieler mittlerweile bereit sind, für uns durchs Feuer zu gehen. Ich glaube, es gibt weniger Egoismen."

Trainersteckbrief Zorniger

Zorniger Alexander

VfB Stuttgart - Vereinsdaten

Gründungsdatum

09.09.1893

Vereinsfarben

Weiß-Rot

Zorniger verteidigt zudem seinen Rüffel an VfB-Talent Timo Werner. "Eigentlich ist so eine öffentliche Kritik ein No-Go, diese Art der Kritik ist niemals meine erste Maßnahme. Diesmal musste es sein", betont der Coach und erklärt: "Wenn ich meinen Spieler auf Toplevel bringen will, muss ich das Motiv kennen, das ihn dazu bringt. Entweder ist es der eigene Antrieb, oder es ist die Reaktion auf öffentliches Interesse. Wenn er also auf öffentliche Streicheleinheiten reagiert, dann reagiert er auch auf öffentliche Kritik." Am Ende habe es funktioniert. "Er hat viele Dinge danach besser gemacht, deshalb haben wir bei ihm vieles richtig gemacht. Er scored jetzt alle eineinhalb Spiele, davor in jedem sechsten Spiel."

Im ausführlichen Interview erklärt Alexander Zorniger, warum er sich bewusst für seine Art des Führungsstils entschieden hat, warum ihn Ottmar Hitzfeld beeindruckt, weshalb Helmut Schmidt sein Vorbild ist, warum das Umschaltspiel nie zu entschlüsseln sein wird und ob der VfB Stuttgart im Winter Verstärkungen benötigt.

kon