Hertha: Der Niederländer ist wieder an Bord

Beerens: Von Null auf Hundert?

Roy Beerens

Das Comeback im Blick: Hertha-Rechtsaußen Roy Beerens. imago

"Ein paar Veränderungen" hat Dardai nach dem jüngsten 1:4 gegen Borussia Mönchengladbach für das Spiel in Hannover angekündigt. Großen Spielraum bietet ihm der durch Sperre (Ibisevic) und Verletzungen (Schieber, Allagui, Ben-Hatira, van den Bergh, Pekarik, Kraft, Stark) vor allem in der Offensive noch immer ausgedünnte Kader freilich nicht. Genki Haraguchi wirkte zuletzt ein wenig überspielt, Valentin Stocker sucht nach Form und Frische, Tolga Cigerci fühlt sich zentral wohler als auf der Außenbahn. Und Mitchell Weiser, den Dardai auf Sicht rechts vorn sieht, wird erneut als Rechtsverteidiger benötigt – es sei denn, der Coach verteilt an Youngster Yanni Regäsel, der in der Schlussphase gegen Gladbach zu seinem 13-minütigen Bundesliga-Debüt kam, ein Startelf-Ticket.

Die Umstände könnten Rechtsaußen Beerens, sozusagen von Null auf Hundert, direkt in die Startelf spülen. Der 27-Jährige hatte sich am ersten Spieltag dieser Saison beim 1:0-Sieg in Augsburg eine Gelb-Rote Karte eingehandelt und sich später "roymütig" gezeigt: "Es war der erste Platzverweis meiner Karriere – total dumm von mir". Am vierten Spieltag gegen den VfB Stuttgart (2:1/12. September) zog sich der Flügel-Spezialist einen Muskelfaserriss in der Wade zu und konnte erst einen Monat später ins Mannschaftstraining zurückkehren. Nun ist er wieder an Bord. "Roy", sagt Manager Michael Preetz, "startet jetzt nochmal neu in die Saison".

Spielersteckbrief Beerens

Beerens Roy

Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
34
2
Borussia Dortmund
29
3
VfL Wolfsburg
21

Hannover kein Lieblingsgegner

2014/15, in seiner ersten Spielzeit bei Hertha BSC, hatte der zweimalige niederländische Nationalspieler, der im Sommer 2014 vom AZ Alkmaar gekommen war, 27 Einsätze in der Bundesliga bestritten und dabei vier Tore geschossen. Eine schwere Sprunggelenks-Verletzung (Außenbandanriss und Knochenmarködem), die ihm Frankfurts Stefan Aigner im Dezember 2014 bei einem Foul zugefügt hatte, hatte Beerens über nahezu die komplette Rückrunde gehandicapt. Jetzt will er neu angreifen – und mit Hertha das Gladbach-Spiel vergessen machen. "So ein Spiel kann passieren", sagt Preetz. "Das ist leicht abzuhaken."

Kurios: Hannover und Hertha spielten zuletzt in schöner Regelmäßigkeit remis. 96 ist zwar seit sechs Spielen gegen die Berliner unbesiegt, wartet aber zu Hause gegen keine andere aktuelle Bundesliga-Mannschaft länger auf einen Sieg. Zuletzt verlor Hertha in Hannover im April 2009 (0:2), Dardai wurde seinerzeit von Lucien Favre nach 65 Minuten gegen Lukasz Piszczek ausgetauscht.

Steffen Rohr