Aues Leistungsträger freut sich auf das Sachsen-Derby

Tiffert: "Für uns, die Fans und das Erzgebirge"

Christian Tiffert

Will beim Derby in Chemnitz drei Punkte holen: Aues Leistungsträger Christian Tiffert. Getty Images

Der 225-malige Bundesligaprofi, der für Stuttgart, Duisburg und Kaiserslautern auflief und außerdem auf 24 Einsätze in der deutschen U-21-Nationalmannschaft zurückblicken kann, hatte den VfL Bochum im Juni 2014 verlassen - sein bis 2015 gültiger Vertrag war in beiderseitigem Einvernehmen mit sofortiger Wirkung aufgelöst worden. Nach einjähriger Pause ist der Routinier nun zurück auf dem Rasen und konnte sich bei seinem neuen Verein schon als Mittelfeldmotor etablieren.

"Ich muss sagen, das eine Jahr Pause hat mir richtig gut getan", sagte Tiffert im Rückblick. Der 33-Jährige erklärt, er habe vor allem den Spaß am Spiel vermisst: "Zum Schluss bei meinem letzten Verein hatte ich keinen mehr." Doch in Aue ist alles nun ganz anders: "Ich hatte von der ersten Sekunde an Spaß." Und das ist für Tiffert "der allerwichtigste Aspekt".

Spielersteckbrief Tiffert

Tiffert Christian

3. Liga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Dynamo Dresden
39
2
Preußen Münster
28
3
SG Sonnenhof Großaspach
27
Trainersteckbrief Dotchev

Dotchev Pavel

Erzgebirge Aue - Vereinsdaten

Gründungsdatum

04.03.1946

Vereinsfarben

Lila-Weiß

Langsamer Wiedereinstieg des Ex-Bundesligaprofis

Bei seinem Comeback hatte Aues Mittelfeldmann besonders mit den konditionellen Voraussetzungen zu kämpfen: "Auch mit mehr als 220 Bundesligaspielen war mir klar: Die 3. Liga schaffst du nicht einfach so im Vorbeigehen." Der Wiedereinstieg sei nicht einfach gewesen, betonte Tiffert: "Das Fußballspielen habe ich nicht verlernt, aber die Kondition war weg. Wir haben uns bewusst Zeit gelassen und mich nicht zu zeitig ins Rennen geschickt."

Doch diese Startschwierigkeiten hat der Routinier nun eindeutig überwunden: Nach neun Drittligaspielen (kicker-Notenschnitt 2,83) und einem Einsatz im DFB-Pokal beim 1:0 gegen Eintracht Frankfurt hat sich Tiffert zum Dreh- und Angelpunkt im Veilchen-Mittelfeld gemausert.

Die Tagesform wird entscheiden - und da haben wir hoffentlich die bessere.

Aues Mittelfeldroutinier Christian Tiffert

Am Wochenende steht für Aue eine wichtige Partie an: Das traditionsreiche Duell mit dem Chemnitzer FC. Seit 1954 treffen die Sachsen-Teams immer wieder in umkämpften Partien aufeinander. "Jeder will das Derby gewinnen", zeigt sich Tiffert kämpferisch. "Aber wir dürfen bei all dem Hype nicht überdrehen, müssen einen kühlen Kopf bewahren und den mit ins Spiel nehmen. Die Tagesform wird entscheiden - und da haben wir hoffentlich die bessere. Wir wollen das Spiel für uns, die Fans und das Erzgebirge gewinnen."

Auch in Chemnitz ist die Vorfreude groß, CFC-Sportdirektor Stephan Beutel freut sich über das erstmals in der laufenden Runde ausverkaufte Stadion: "In der Stadt ist die Bedeutung des Spiels schon Tage vorher zu spüren. Dabei werden wir auf einen engagierten und selbstbewussten Gegner treffen."

Umkämpfte Partie an der Gellertstraße

Ein Punkt und zwei Tabellenplätze trennen die Kontrahenten. Aue stellt mit lediglich neun erzielten Toren zwar die schwächste Offensive der Liga, das Abwehrbollwerk aus dem Erzgebirge wurde aber erst elfmal überwunden - das ist nach Würzburg Ligabestwert.

Nach dem 1:1 gegen den SV Wehen Wiesbaden am vergangenen Freitag kletterten die Veilchen auf Rang Acht und gastieren nun beim Tabellenzehnten Chemnitz, der sich jüngst in Bremen mit 2:3 geschlagen geben musste, bei einem Sieg am Samstag jedoch am Team von Trainer Pavel Dotchev vorbeiziehen kann.

kon/Thomas Nahrendorf