Warum Brosinski wirklich durchhing

Schmidt: "Er steht jetzt mehr in der Verantwortung"

Daniel Brosinski

Gestiegene Ansprüche: Der Mainzer Rechtsverteidiger Daniel Brosinski. imago

"Bundesligaspieler zu werden war seine erste Herausforderung, es zu bleiben, ist nun vielleicht sogar die größere Herausforderung", sagt der Trainer der Rheinhessen. Seiner Top-Saison im Unterhaus 2013/14 mit Fürth (34 Spiele, drei Tore, acht Assists) ließ er ein sehr ordentliches Jahr in Mainz folgen, wohlgemerkt eine Liga höher: 32 Startelfeinsätze - wegen einer Rotsperre verpasste der 27-Jährige zwei Partien - drei Assists.

Dabei kam Brosinski auf einen kicker-Notenschnitt von 3,56. In der laufenden Runde hinkt er von den Zensuren her hinterher. Durchschnitt 4,0 bei neu Einsätzen von Beginn an und zwei Einwechslungen. Bislang gelang dem Rechtsfuß eine Torvorlage. Brosinski, der bereits 2009 für den 1. FC Köln in der Bundesliga debütierte, dann aber über den SV Wehen Wiesbaden und den MSV Duisburg aus der Beletage verschwand, wirkt nicht mehr ganz so bissig wie im Vorjahr, agiert manchmal unglücklich.

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Eine phasenweise Fehlentwicklung, die für Schmidt logisch ist: "Er kam auf die größere Bühne Bundesliga nach Jahren der Abwesenheit und hat eine starke Saison gespielt. Jetzt hat sich der Blickwinkel bei der Beurteilung seiner Leistungen verändert." Die Ansprüche sind gestiegen, findet der 48-Jährige. Damit hat sein Schützling zu kämpfen - und mit der Konkurrenz durch den aus Darmstadt geholten Leon Balogun. "Brosi steht mehr in der Verantwortung, wurde auch in den Spielerrat gewählt. Eine Rolle als Leistungsträger zu übernehmen ist sein nächster Schritt. Er ist gewillt, das zu machen und ich bin mir sicher, dass ihm dies auch gelingt."

Was Schmidt Hoffnung verleiht ist, dass Brosinskis Formkurve trotz eines lädierten Zehs zuletzt wieder anstieg: "Ich glaube, er hat in den letzten fünf, sechs Spielen mehr gelernt als in der ganzen Rückrunde der vergangenen Saison."

Ein ausführliches Interview mit Martin Schmidt lesen Sie in der Donnerstagsausgabe des kicker. Darin spricht der Mainzer Trainer über die Shootingstars Yunus Malli und Yoshinori Muto, das Schalker Interesse an Manager Christian Heidel und warum die Philosophie des FC Bayern und des FC Barcelona nicht die richtige sein muss.

Benni Hofmann