2. Bundesliga

Leipzig will das "eigene Kind" gut behandeln

RB übernimmt erstmals die Tabellenführung

Leipzig will das "eigene Kind" gut behandeln

Kollektiver Jubel über die erste Tabellenführung der Saison: RB Leipzig nach dem 2:1-Siegtor.

Kollektiver Jubel über die erste Tabellenführung der Saison: RB Leipzig nach dem 2:1-Siegtor. imago

Der Leipzig-Schreck schlägt erneut zu

Die Erfahrungen, die Leipzig in seiner Vereinsgeschichte mit dem SV Sandhausen bislang gesammelt hatte, waren enttäuschend. Ein 0:0 beim SVS sowie eine krachende 0:4-Pleite vor heimischer Kulisse ließen zumindest nicht ausschließlich Optimismus zu. Dennoch sagte Keeper Fabio Coltorti, der wie sieben andere Spieler im Vergleich zum Pokal wieder in die Anfangself rutschte, vor der Begegnung: "Es ist jetzt ein guter Zeitpunkt, Revanche zu nehmen."

Spielersteckbrief D. Kaiser

Kaiser Dominik

Spielersteckbrief Khedira

Khedira Rani

Spielersteckbrief Halstenberg

Halstenberg Marcel

Spielersteckbrief Orban

Orban Willi

Spielersteckbrief Poulsen

Poulsen Yussuf

2. Bundesliga - 13. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
RB Leipzig
26
2
SC Freiburg
25
3
FC St. Pauli
23

Leichter gesagt als getan. Erst schockte Leipzig-Schreck Aziz Bouhaddouz, der vergangene Saison beim 4:0-Erfolg bereits einen Dreierpack geschnürt hatte, den Favoriten mit seinem feinen 1:0 (27.), dann musste Lukas Klostermann mit muskulären Problemen früh runter. Für ihn kam Ken Gipson ins Spiel und zu seinem Zweitliga- und Pflichtspieldebüt für RB. "Das hat die Aufgabe nicht unbedingt leichter gemacht", gestand Coach Ralf Rangnick anschließend.

Rangnick: "Danach war es ein Abnutzungskampf"

Die nötige Antwort hatte seine Mannschaft aber nur vier Minuten nach dem Rückstand parat, Kapitän Dominik Kaiser verwandelte einen Handelfmeter cool in die Tormitte (31.). "Danach war es ein Abnutzungskampf", erklärte Rangnick: "Deswegen ist der Sieg heute aber umso höher einzustufen." Den Dreier tütete der Favorit aber erst eine Viertelstunde vor Schluss ein, als Edeljoker Yussuf Poulsen an Knaller per Kopf scheiterte und Marcel Halstenberg abstaubte (74.). "Es war kein einfaches Spiel gegen einen sehr unangenehmen Gegner", resümierte der Siegtorschütze anschließend: "Wir waren 90 Minuten mit Vollgas drin und haben alles rausgeholt."

Die Welle mit den Fans: Hinterher bedankten sie die Leipziger artig bei den mitgereisten Anhängern.

Die Welle mit den Fans: Hinterher bedankten sie die Leipziger artig bei den mitgereisten Anhängern. imago

In die gleiche Kerbe schlug auch Rani Khedira, der den Gelb-gesperrten Stefan Ilsanker vertrat: "Wir haben bewiesen, dass wir spielen, aber auch kämpfen können." Zumindest Khediras ersten Punkt wollte Torschütze Kaiser nicht uneingeschränkt teilen. "Spielerisch war es sicher keine Glanzleistung, aber uns war klar, dass es viele Zweikämpfe gibt und darauf waren wir eingestellt." Sei's drum, Leipzig kann die "Big Points" (Rangnick) im Kampf um den Aufstieg mehr als gut gebrauchen.

Orban sieht "Belohnung für die letzten Wochen"

Dabei befindet sich die Rangnick-Truppe erstmals in dieser Spielzeit in der Rolle des Gejagten. "Die Tabellenführung ist eine schöne Momentaufnahme und Belohnung für die letzten Wochen", erklärte Innenverteidiger Willi Orban. Der ehemalige Lauterer holte sich in Sandhausen seine fünfte Gelbe Karte ab und wird in der nächsten Woche ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub gesperrt fehlen. Bezüglich der Spitzenposition zog Sechser Khedira einen interessanten Vergleich heran: "Wir müssen die Tabellenführung wie unser eigenes Kind behandeln."

Für jeden Gegner ist es etwas ganz Besonderes, wenn wir auflaufen.

RB-Coach Ralf Rangnick über den Ansporn der Konkurrenz

Die Fürsorge muss auch gegen Kaiserslautern am nächsten Sonntag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) gelten, will man den Platz an der Sonne nicht gleich wieder räumen. Und dem FCK wird es wie den 16 anderen Zweitliga-Kontrahenten nicht an der Einstellung fehlen: "Für jeden Gegner ist es immer etwas ganz Besonderes, wenn wir auflaufen."

msc