Bundesliga

Eberl angefressen: "Jeder hat das Foul gesehen"

Angeschwollene Schulter - Gladbach sorgt sich um Jantschke

Eberl angefressen: "Jeder hat das Foul gesehen"

Szene mit Folgen: Schalkes Höjbjerg stoppt Gladbachs Jantschke unsanft.

Szene mit Folgen: Schalkes Höjbjerg stoppt Gladbachs Jantschke unsanft. imago

Es lief die 81. Spielminute: Gladbach führte auf Schalke nach eiskalter Chancenverwertung bereits mit 2:0 und verwaltete das Spiel geschickt gegen längst geknickte Knappen. Da machte sich der als Innenverteidiger gestartete und mittlerweile als rechter Außenverteidiger agierende Jantschke auf den Weg Richtung Strafraum. S04-Joker Höjbjerg rauschte mit vollem Tempo heran, kam deutlich zu spät und ließ den Gegenspieler über die Klinge springen, wofür der Bayern-Leihspieler Gelb kassierte.

Jantschke hob im Anschluss ab und fiel höchst unglücklich auf die rechte Schulter, die er sich sofort mit schmerzverzerrtem Gesicht hielt. Eine Auswechslung kam zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr in Frage, weil Trainer Andre Schubert bereits dreimal personell reagiert hatte. Der Verteidiger biss mit Heldenmut also auf die Zähne, spielte mit seinen Kollegen die Zeit runter und marschierte im Anschluss in die Kabine.

Spielersteckbrief Jantschke
Jantschke

Jantschke Tony

Spielersteckbrief Hahn
Hahn

Hahn André

Spielersteckbrief Geis
Geis

Geis Johannes

Spielersteckbrief Höjbjerg
Höjbjerg

Höjbjerg Pierre-Emile

Eberl: "Es war ja nicht so, dass er den Ball spielen wollte

Max Eberl

Sportdirektor Max Eberl ist sauer, weil sich das Lazarett der Gladbacher mehr und mehr füllt. Getty Images

Wie es dort aussah, beschrieb ein erzürnter Max Eberl im Nachgang: "Ich bin kein Arzt, aber Tony hat was an der Schulter. Er hat zwar zu Ende gespielt, aber wenn man ihn so in der Kabine sitzen sieht, da weiß man, da ist etwas kaputt. Tony wird wohl monatelang ausfallen." Mit bitterernstem Gesichtsausdruck legte der Sportdirektor der Fohlen nach: "Jeder hat das Foul gesehen. Es war ja wirklich nicht so, dass er (Höjbjerg; Anm.d.Red.) den Ball spielen wollte."

In der Tat zeichnet die rechte Schulter bereits deutliche Spuren einer Schwellung, was kein gutes Zeichen ist. Genauso wenig wie Jantschkes eigene Aussage: "Ich bin auf die Schulter gefallen. Es fühlt sich nicht gut an, ich habe momentan auch kein gutes Gefühl." Endgültige Gewissheit wird erst die anberaumte Untersuchung am Donnerstag bringen. Eine längere Pause ist aber Stand jetzt zu befürchten

Ein sichtlich im Gegensatz zu Eberl entspannter Jantschke stellte aber auch bewusst heraus, dass er Gegenspieler Höjbjerg keinen Vorwurf machte - inklusive eines Vergleichs mit dem Horror-Foul von Johannes Geis an Kollege André Hahn : "Er spielt vielleicht minimal den Ball, haut mich aber komplett mit weg. Er geht aber auch zum Ball. Es war ein Foul und Gelb. Es ist mit dem Fall vom Sonntag nicht zu vergleichen."

Die Liste wird länger und länger

Spielbericht

Trotz der beiden Siege gegen Königsblau überwogen demnach die personellen Sorgen in Mönchengladbach, die sich mit dem neuesten Fall nur noch weiter zuspitzt. Das Lazarett ist nämlich neben Roel Brouwers (Schlag in den Rücken) mit den Langzeitverletzten Martin Stranzl (Bruch des Augenhöhlenbodens), Patrick Herrmann, Nico Schulz (beide Kreuzbandriss) und Pechvogel Hahn (Fraktur des Schienbeinkopfes und Außenmeniskusriss im linken Knie) prall gefüllt.

Hinzu könnte zudem noch Abwehrmann Julian Korb stoßen, der nach einem Schlag auf den linken Oberschenkel in der 64. Minute vom Feld und später aus der Arena humpelte.

mag/Jan Lustig

Bilder zur Partie FC Schalke 04 - Bor. Mönchengladbach