Union-Coach greift radikal durch - Zwei Spieler müssen gehen

Lewandowski reagiert: Kessel ist neuer Kapitän

Soll künftig bei Union vorangehen: Berlins neuer Kapitän Benjamin Kessel.

Soll künftig bei Union vorangehen: Berlins neuer Kapitän Benjamin Kessel. imago

Trainer-Effekt rasch verpufft

Wenn es so etwas wie einen Trainer-Effekt gibt, dann ist dieser im Falle von Lewandowski ungewöhnlich schnell verpufft. Dem 3:0-Premierensieg gegen den Karlsruher SC ließ seine Mannschaft nicht mehr allzu viel folgen. Die Bilanz seitdem: vier Niederlagen, ein Remis und nur ein weiterer Dreier. Nach dem 0:2 gegen Paderborn polterte Lewandowski: "Kein Element hat in unserem Spiel gegriffen und wirklich funktioniert." Er sah den "absoluten Tiefpunkt" im Spiel seiner Mannschaft erreicht .

1. FC Union Berlin - Die letzten Spiele
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Spielersteckbrief Kessel

Kessel Benjamin

Spielersteckbrief Nebihi

Nebihi Bajram

Spielersteckbrief Kreilach

Kreilach Damir

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Prychynenko Denis

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Kein Wunder: Union liegt mit nur elf Zählern auf Rang 15 und damit meilenweit hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Nur Düsseldorf, 1860 München und Aufsteiger Duisburg stehen aktuell noch schlechter als die Köpenicker da. Das wollte Lewandowski nicht auf sich sitzen lassen und reagierte am Dienstagnachmittag. Der 44-Jährige entzog Mittelfeldmann Kreilach die Kapitänsbinde und streifte sie Innenverteidiger Kessel über. "Damir genießt meinen allerhöchsten Respekt. Er ist ein einwandfreier Sportsmann, der sich sehr viel auf die Schultern packt", so Lewandowski via Twitter.

Kessel bringt "Power und Mentalität" mit

Stattdessen gehört das Vertrauen des Union-Trainers künftig Neuzugang Kessel, der im Sommer aus Braunschweig in die Hauptstadt gewechselt war. "Benjamin kann mit Power und Mentalität mitreißen. Er war sofort Feuer und Flamme und möchte Verantwortung übernehmen", gestand Lewandowski. Kessel selbst meldete sich bei dieser Gelegenheit auch zu Wort. "Mein Anspruch ist es, Führungsspieler zu sein. Damir hat mir seine Unterstützung zugesagt", so der 28-Jährige: "Wer die Binde trägt ist nicht entscheidend. Wir sind verantwortlich für diese Situation und müssen den Bock zusammen umstoßen."

Haben keine Zukunft bei Union mehr: Denis Prychynenko (l.) und Bajram Nebihi.

Haben keine Zukunft bei Union mehr: Denis Prychynenko (l.) und Bajram Nebihi. imago

Der erste Paukenschlag, dem wenig später die nächste disziplinarische Maßnahme folgte. Ebenfalls via Twitter ließ Lewandowski verlauten, dass sich zwei seiner Spieler ab sofort neu orientieren dürfen: "Denis Prychynenko und Bajram Nebihi gehören nicht mehr zum Trainingskader. Beide dürfen den Verein verlassen." Prychynenko kam erst im vergangenen Sommer von ZSKA Sofia nach Berlin, ohne eine einzige Minute im Union-Dress ist das Kapitel für ihn schon wieder beendet. Auch Nebihi spielte in den Planungen von Union in diesem Jahr kaum mehr eine Rolle, genau wie Prychynenko musste er sich ausschließlich mit der Zuschauerrolle begnügen.

Es wird vor Heidenheim auch Veränderungen im Ablauf geben.

Union-Coach Sascha Lewandowski ist der Spaß vergangen

Auch die restlichen Spieler im Kader dürfen sich wohl warm anziehen, Lewandowski ist der Spaß ganz offensichtlich vergangen. "Es wird vor Heidenheim auch Veränderungen im Ablauf geben. Dazu gehört, dass wir bereits am Donnerstag abreisen." Setzt es gegen den enorm heimstarken FCH am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker.de) die nächste Niederlage, würde sich die Laune von Lewandowski wohl kaum aufhellen.

msc