DFB bestätigt Ermittlungsverfahren gegen Hannovers Handtorschützen

Bader: "Es war ein Reflex"

Leon Andreasen

Hannovers Leon Andreasen wurde vom DFB zu einer zeitnahen Stellungnahme aufgefordert. imago

Jetzt ist Leon Andreasen am Zug. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den 96-Spieler schriftlich zu einer zeitnahen Stellungnahme aufgefordert. Das ist möglich, weil Schiedsrichter Bastian Dankert auf Nachfrage erklärt hat, dass er die besagte Szene nicht gesehen habe. Dankert hatte am Sonntag in Köln trotz heftiger Proteste auf Tor entschieden. Auf eine Nachfrage bei Andreasen verzichtete der Referee jedoch.

Dass der DFB ein Ermittlungsverfahren einleitet, sei laut Hannovers neuer Geschäftsführer Martin Bader "legitim". Der Verein selbst habe noch am Dienstag über den bekannten Rechtsanwalt Christoph Schickhardt dem DFB eine Stellungnahme übermittelt. "Jetzt muss der Kontrollausschuss die Wertung vornehmen und entscheiden, ob es zu einer Anklage kommt", sagte Bader dem kicker.

Andreasen droht im Falle einer Verurteilung eine Sperre wie einst Oliver Neuville. Der Ex-Nationalspieler erzielte 2004 für Borussia Mönchengladbach beim 2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern ein Tor mit der Hand und wurde anschließend für sein "krass sportwidriges Verhalten" für zwei Bundesligapartien aus dem Verkehr gezogen. Anders lief es im März dieses Jahres beim damaligen Rostocker Halil Savran (jetzt VfL Osnabrück). Der hatte im Drittligaspiel gegen Chemnitz ebenfalls per Hand zum entscheidenden 1:0 getroffen, blieb aber unbestraft, weil keine eindeutige Absicht erkennbar gewesen ist. "Der DFB-Kontrollausschuss hat die besagte Szene geprüft und ist zu der Erkenntnis gekommen, dass im vorliegenden Fall die Voraussetzungen für eine nachträgliche Ahndung nicht erfüllt sind", teilte der DFB damals mit.

Bader: "Er hat nicht vorsätzlich gehandelt"

Martin Bader

Hannovers neuer Geschäftsführer Martin Bader am Sonntag in Köln. picture alliance

Bei Andreasen sieht das anders aus. Er wird verdächtigt, "den Ball in der 38. Minute bewusst mit dem rechten Unterarm zum 1:0 für Hannover ins Tor befördert zu haben".

Bader nimmt Andeasen aber gegen den Vorwurf der Vorsätzlichkeit in Schutz: "Man kann Leon abnehmen, dass er nicht vorsätzlich gehandelt hat", sagte er. "Durch das Abfälschen des Balles von Kölns Keeper Timo Horn war es ein Reflex."

Auf Andreasen sei in den letzten 48 Stunden "viel eingeprasselt", berichtete Bader: "Wichtig ist, dass er weiß, dass er bei uns in guten Händen ist". Die Verantwortlichen im Verein tun alles, um den Mittelfeldspieler so gut wie möglich zu unterstützen: "Wir versuchen, dass er es ausblenden kann, wir brauchen einen Andreasen mit klarem Kopf auf dem Platz", sagte Bader, der auf einen Freispruch hofft: "Am besten schon am kommenden Samstag gegen Eintracht Frankfurt."

Thomas Hiete/jer

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