Bundesliga

Dardai: "Ich hatte Mitleid mit den Spielern"

Dardai: "Ich hatte Mitleid mit den Spielern"

War nach dem Schalke-Spiel geknickt, und doch "sieht er die Entwicklung": Hertha-Coach Pal Dardai.

War nach dem Schalke-Spiel geknickt, und doch "sieht er die Entwicklung": Hertha-Coach Pal Dardai. Imago

Bis zum Dienstagnachmittag haben die Profis von Hertha BSC frei. Wenn Pal Dardai seine Mannschaft dann zur ersten Einheit der neuen Woche bittet, sollen die Nachwehen des unglücklichen 1:2 von Schalke möglichst überwunden sein. Dann richtet sich der Fokus des Hertha-Trainers und seiner Mannschaft auf die kommende Aufgabe, die die Berliner am nächsten Samstag (18.30 Uhr, live bei kicker.de) zum FC Ingolstadt führt. Am Sonntag hat Dardai seinen Spielern deshalb auch die positiven Seiten der Partie von Gelsenkirchen vor Augen geführt.

Nämlich: "Normalerweise hätte das Spiel bei mehr als 70 Minuten in Unterzahl, in diesem Stadion und bei der Qualität, die Schalke hat, auch böse enden können", bilanziert der 39-Jährige, "aber die Mannschaft hat Charakter gezeigt." Nach dem Platzverweis gegen Torjäger Vedad Ibisevic habe sein Team nicht nur hingebungsvoll gekämpft, sondern die Ruhe behalten, "gut gearbeitet und genug Torchancen für eine solche Situation herausgespielt", so der Coach weiter.

Trainersteckbrief Dardai
Dardai

Dardai Pal

Hertha BSC - Vereinsdaten
Hertha BSC

Gründungsdatum

25.07.1892

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Ähnlich sieht es auch Manager Michael Preetz, der angesichts der erschwerten Bedingungen "ein sehr gutes Auswärtsspiel" von Hertha gesehen hatte. Dass die couragierte Vorstellung nicht mit einem Punkt belohnt wurde und Hertha quasi mit der letzten Aktion der Partie den entscheidenden Nackenschlag hinnehmen musste, "tut weh", so Dardai. "Ich habe Mitleid mit den Spielern gehabt." Auch Preetz findet es "bitter, dass wir uns um den Lohn der harten Arbeit gebracht haben".

Doch bei allem Mitgefühl für seine Akteure sieht Dardai auch Fehlverhalten seiner Spieler als Grund für die dritte Saisonniederlage. Etwa bei den Gegentoren. Beim 0:1 durch Benedikt Höwedes monierte Dardai das Verhalten bei Standardsituationen – und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison. "Eigentlich ist das nicht schlimm. Wir sind eine junge Mannschaft, man sieht die Entwicklung", betont der Ungar, "aber aus Fehlern müssen wir lernen und nicht immer wieder die gleichen Fehler machen."

Überschwang kommt Hertha teuer zu stehen

Und vor dem Schalker Siegtreffer durch Max Meyer hätte sein Team den Konter der Gastgeber verhindern müssen, so der Trainer. "Da haben wir schon falsch gestanden. Aber man muss das Spiel abbrechen, auf Zeit spielen und auch mal ein Unentschieden akzeptieren." Aber die Mannschaft habe im Überschwang, nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Salomon Kalou vielleicht auch noch die Sensation in Form eines Sieges in Unterzahl zu schaffen, zu viele Räume preis gegeben, so Dardai.

Als ein Mittel gegen leichte Gegentore erwägt der Hertha-Coach, das Abwehrverhalten bei gegnerischen Standards zu überdenken. "Ich habe die Jungs gefragt: Mache ich etwas falsch? Ich will das auch wissen und Feedback haben. Ein ehrlicher Dialog gehört zu unserer Arbeit. Vielleicht müssen wir etwas anders machen." Etwa nicht Mann orientiert, sondern im Raum decken. Dardai: "Die Jungs machen sich jetzt Gedanken und dann reden wir am Dienstag darüber." Dass sich die Niederlage von Schalke nachhaltig auf die Psyche seiner Spieler auswirkt und seine Akteure eine Knacks bekommen könnten, "glaube ich nicht. Wir werden das schon überleben." Kapitän Fabian Lustenberger gibt derweil folgende Losung aus: "Wir müssen weiter machen und dürfen nicht alles infrage stellen."

Andreas Hunzinger