2. Bundesliga

Möhlmann-Debüt missglückt - KSC feiert Hoffer

Überblick: SCF stürmt an die Spitze - RB rückt an Bochum ran

Möhlmann-Debüt missglückt - KSC feiert Hoffer

Eiskalt: Erwin Hoffer setzt sich gegen Sertan Yegenoglu und überwindet Vitus Eicher.

Eiskalt: Erwin Hoffer setzt sich gegen Sertan Yegenoglu und überwindet Vitus Eicher. picture alliance

Auch unter Möhlmann warten die Löwen weiter

Als einzige Mannschaft im deutschen Profifußball ist der TSV 1860 München noch ohne Sieg in der laufenden Saison. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass mit Benno Möhlmann am Montagabend ein neuer Trainer auf der Bank Platz nahm, der mit 502 Spielen im deutschen Unterhaus über die größte Erfahrung verfügt. Am Ende stand aber eben ein bitteres 0:1. Der Nachfolger von Torsten Fröhling sah dabei - grippal angeschlagen - einen teilweise überzeugenden Auftritt seiner Schützlinge. Die Löwen waren optisch zumeist klar überlegen. Doch während Stürmer Okotie in den ersten 45 Minuten zweimal scheiterte, war Hoffer nach starkem Schnittstellenpass von Yamada noch vor der Pause eiskalt vor Torwart Eicher zur Stelle (33.).

2. Bundesliga - Scorer 2015/16
Freiburg Petersen Nils
13
Nürnberg Burgstaller Guido
10
Fürth Gjasula Jurgen
10
2. Bundesliga - 11. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Freiburg SC Freiburg
24
2
Bochum VfL Bochum
21
3
Leipzig RB Leipzig
20
2. Bundesliga - Torjäger 2015/16
Freiburg Petersen Nils
10
Bochum Terodde Simon
8
Nürnberg Burgstaller Guido
6

Nach dem Seitenwechsel behielten die Giesinger ebenfalls die Oberhand, scheiterten unter anderem an einer Orlishausen-Parade nach Kagelmachers Knaller. Auch weitere Versuche von Adlung oder Okotie verpufften genau wie die aufgebotenen Joker Vollmann und Mugosa. Es blieb beim 0:1, wodurch die Münchner bei mageren sechs Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz stehen bleiben. Die Karlsruher dagegen schoben sich auf Platz zwölf vor.

Grifos Doppelpack ist die Vorentscheidung

Zum Duell zweier Aufstiegsaspiranten kam es am Sonntag bei der Paarung Freiburg gegen Fürth. Viel tat sich zunächst nicht in den Strafräumen, die seit sieben Spielen ungeschlagenen Breisgauer legten aber schließlich einen Zahn zu und hatten durch Grifo (35.) und Höfler (36.) die ersten richtig guten Gelegenheiten. So kam das 1:0 durch Höhn nach einer Standardsituation unmittelbar vor dem Pausenpfiff nicht allzu überraschend.

Doppelpacker: Vincenzo Grifo

Doppelpacker: Vincenzo Grifo (re.) führte die Entscheidung zugunsten der Freiburger herbei. Getty Images

Mit der Führung im Rücken trumpfte der SC nun auf, hatte aber auch eine Portion Glück. Philipps abgefälschter Schuss landete im Tor (55.), Grifos Traum-Freistoß saß perfekt im Eck (60.). Nur eine Minute später schlug Grifo erneut zu, vorausgegangen war ein Abwehrfehler - und ein Handspiel des Freiburgers, der Treffer zum 4:0 hätte nicht zählen dürfen. Die Franken kamen durch den Ex-Freiburger Freis zwar noch einmal heran (66.), dann aber erhöhte der Torschütze vom Dienst, Nils Petersen, einmal mehr war das Leder abgefälscht. Berishas Treffer zum 2:5 war nur noch Ergebniskosmetik.

Sabitzers krummes Ding reicht Leipzig - Referee verletzt sich

Spitzenreiter Bochum musste sich mit RB Leipzig auseinandersetzen und konnte dabei wieder auf Innenverteidiger Bastians zurückgreifen. Die Sachsen waren an der Ruhr das aktivere und torgefährlichere Team: Selke (21., allein vor dem Tor) hatte genauso wie Compper (43., per Kopf) die Führung vor Augen, beide scheiterten aber am starken Keeper Luthe. Nachdem Mlapa eine Großchance liegengelassen hatte (62.), musste sich Luthe doch geschlagen geben - eine verunglückte Flanke von Sabitzer landete genau im langen Eck (65.)! Die Bochumer brachten nicht die Offensivpower auf, um an dem Ergebnis noch einmal etwas zu ändern. Kurios: In der 88. Minute verletzte sich Referee Brand am Oberschenkel und konnte nicht mehr weitermachen. Zum Schlusspfiff blies nach neun Minuten Nachspielzeit somit der vierte Schiedsrichter Torsten Bauer.

Youngster Skarke avanciert zu Heidenheims Matchwinner

Heidenheim verpasste es in den ersten 25 Minuten gegen Schlusslicht Duisburg, eine der vielen guten Chancen zu nutzen. Anschließend fehlte den Hausherren die Luft, Duisburg gleichzeitig die Klasse, um aus der FCH-Auszeit Kapital zu schlagen. So richtig Schwung kam auch nach Wiederanpfiff nicht in die Begegnung, zahlreiche Fehlpässe sorgten für wenig Spielstruktur. In der 58. Minute dann die bis dato beste Chance der Partie: Duisburgs Grote scheiterte jedoch an einem Blitzreflex von Zimmermann, der rechtzeitig die Hand hochriss. Eine Situation, die den Zebras Auftrieb gab, Heidenheim musste sich nun stürmischer Gäste erwehren. Bis zur 82. Minute hatten sich die Heidenheimer aber wieder berappelt - und waren ihrerseits erfolgreich: Der zur Pause eingewechselte Skarke (19) hatte zu viel Platz und hämmerte das Leder aus 18 Metern zum Siegtreffer ins Gehäuse! Damit rückt die Schmidt-Elf bis auf einen Punkt an den Relegationsplatz zur Bundesliga heran.

Kessel rettet Remis für Union

Benjamin Kessel

Spätes Glück: Benjamin Kessel bescherte Union noch ein Remis. imago

Nach packenden 90 Minuten trennten sich Union Berlin und der FC St. Pauli am Samstag mit einem 3:3. Nach einem ausgeglichenen Beginn ging St. Pauli durch seine zweite Chance zunächst in Führung. Eine Hereingabe von Buballa rutschte Puncec unfreiwillig über den Scheitel und landete bei Sobota, der mit einem schmucklosen Schuss in die lange Ecke die Führung für die Hamburger markierte. Die Gäste hatten die Partie in der Folge zunehmend im Griff und gingen dennoch mit einem Rückstand in die Kabinen. Erst patzte Himmelmann nach einem harmlosen Freistoß von Zejnullahu. Die Freistoßflanke segelte an allen vorbei und der Keeper griff einfach daneben. Drei Minuten später zeigte Parensen vorbildlichen Einsatz an der Grundlinie und ermöglichte Thiel damit sogar die Führung. St. Pauli reagierte nach dem Wechsel wütend, aber Maier traf zweimal nur den Pfosten. Besser machte es Hornschuh, der mit einem Gewaltschuss aus 17 Metern zum 2:2 ausglich. Das Team von Ewald Lienen hatte aber noch nicht genug, ließ das Visier offen und wurde belohnt. Dudziak bugsierte die Kugel nach einem Eckstoß mit dem Rücken zur erneuten Führung über die Linie. Doch die Eisernen zeigten Moral kämpften bis über die reguläre Spielzeit hinaus und wurden mit der letzten Aktion noch belohnt, Kessel erzielte das vielumjubelte 3:3.

Elfmeter kostet Club den Sieg

Unter der Woche hatte Club Coach René Weiler verkündet, dass Schäfer wieder die neue Nummer eins ist. Richtig überrascht war darüber niemand mehr. Kirschbaum erhielt eine Verschnaufpause, war nicht mal im Kader. Soweit so gut, doch dann verletzte sich Schäfer ohne Einwirkung eines Gegners im Spiel gegen den FSV Frankfurt schon nach wenigen Minuten und plötzlich musste Rakovsky ran. Die Franken ließen sich davon aber nicht verunsichern, agierten teilweise druckvoll und hatten eine tolle Chance. Allerdings wehrte Weis den Schuss von Leibold noch an den Innenpfosten ab. Nürnberg war auch in der zweiten Hälfte das bessere Team und Schöpf erlöste die Fans schließlich auch mit der verdienten Führung. In der Folge verpassten es die Hausherren, den zweiten Treffer nachzulegen, beste Gelegenheiten wurden liegengelassen. Und so kam das dicke Ende noch. Dedic verwandelte einen fragwürdigen Foulelfmeter zum späten 1:1.

Stoppelkamp zahlt Effenbergs Vertrauen zurück

Paderborns neuer Trainer Stefan Effenberg jubelt über die zwei Tore gegen Braunschweig.

Paderborns neuer Trainer Stefan Effenberg jubelt über die zwei Tore gegen Braunschweig. Getty Images

Der SC Paderborn hat am Freitag die Erfolgsspur wiedergefunden. Die Ostwestfalen gewannen beim Trainerdebüt von Steffen Effenberg gegen Eintracht Braunschweig mit 2:0. Insgesamt stellte der Gellhaus-Nachfolger auf fünf Positionen um, unter anderem vertraute er Stoppelkamp, der zuletzt außen vor war. Nun machte der Offensivmann nach einem Koc-Schuss, den Braunschweigs Keeper Gikiewicz noch rettete, per Abstauber das Führungstor. Insgesamt war die Halbzeitführung für den SCP verdient, denn die Hausherren spielten schnell nach vorne und zeigten mehr Biss. Die Lieberknecht-Elf versteckte sich nicht, doch in vorderster Front agierten die Niedersachsen zu wenig zwingend. Mit Beginn der zweiten Halbzeit konnten die personell gebeutelten Braunschweiger das Spiel ausgeglichener gestalten, doch die richtig große Chance blieben ihnen verwehrt. Paderborn verpasste es durch Koc zunächst, den Sack zuzumachen, und geriet in der Folge unter Druck. Effenberg versuchte mit zwei Wechseln wieder Stabilität reinzubekommen und letztlich glückte dies, weil die Lieberknecht-Elf kaum gefährlich vor das SCP-Tor kam – und weil Stürmer Proschwitz bei einem der wenigen Angriffe den 2:0-Endstand besorgte.

Düsseldorf atmet auf: Sararers Glück und Hesls Pech

Fortuna Düsseldorf und sein Trainer Frank Kramer standen vor dem 11. Spieltag gehörig unter Druck, doch das 1:0 gegen Aufsteiger Bielefeld entkrampfte die Situation bei den Rheinländern. Zunächst starteten die Arminen etwas besser in die Partie, doch mit dem Führungstreffer für die Fortuna kippte die Partie. Beim 1:0 waren zwei Ex-Fürther beteiligt: Sararer tankte sich im Strafraum energisch durch und flankte von der Außenlinie scharf nach innen und von der Hacke des Bielefelders Torwarts Hesl prallte das Leder ins Netz. Mit dem Vorsprung im Rücken wurden die Aktionen der Düsseldorfer klarer, doch einen weiteren Treffer konnten sie nicht nachlegen. Bielefeld kam wesentlich aktiver aus der Kabine und versuchte, den Ausgleich zu erzielen. Düsseldorf wankte einige Male, kämpfte sich dann aber in die Partie zurück und brachte den knappen Arbeitssieg nach Hause.

Pechvogel Vucur - SVS rettet den Vorsprung über die Zeit

Zwei Siege feierte der 1. FC Kaiserslautern unter seinem neuen Coach Konrad Fünfstück, im dritten Spiel erwischte es die Roten Teufel. In Sandhausen unterlagen die Pfälzer mit 0:1 und erleiden in Sachen Aufholjagd in der Tabelle einen Rückschlag. Die ersten 45 Minuten verliefen zunächst ziemlich ereignislos, beide Mannschaften scheuten das letzte Risiko, so dass es wenige Torraumszenen zu bewundern gab. Kurz vor dem Pausenpfiff änderte sich dies: Nach einer vermeidbaren Ecke schlug Przybylko am Fünfer ein Luftloch und überraschte damit Kollege Vucur derart, dass der FCK-Abwehrmann die Kugel per Kopf im eigenen Tor versenkte. Im Vorfeld der Ecke gab es eine strittige Zweikampfsituation zwischen Karl und Jovanovic, das FCK-Trainer Fünfstück derart erregte, dass er sich die zweite Halbzeit von der Tribüne aus ansehen musste. Unter dem Strich war die Partie im ersten Abschnitt ohnehin eine intensiv geführte - fünf Gelbe Karten belegten die "engagierte" Gangart beider Mannschaften. Mit Wiederbeginn standen die Sandhäuser minutenlang unter Druck, entlastende Angriffe der Schwartz-Elf waren absolute Fehlanzeige, doch der SVS verteidigte den knappen Vorsprung mit Mann und Maus. Ab der 73. Minute mussten die Hausherren dies zu zehnt machen, da Klingmann mit der Ampelkarte vom Platz flog. Der eigentlich von der Bank verwiesene Fünfstück, im Kabinengang stehend und gelegentlich telefonierend, musste mit ansehen, wie seine Mannschaft die verbleibende Zeit verstreichen ließ, ohne die numerische Überlegenheit zu nutzen.

bst/tru/las

kicker.tv Hintergrund

Effenbergs Erfolg - Paderborn gewinnt beim Trainerdebüt

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