Int. Fußball

Klinsmann verpasst mit USA den Confed Cup

2:3-Niederlage gegen Mexiko

Klinsmann verpasst mit USA den Confed Cup

Mexikanische Party: Paul Aguilar erzielte den entscheidenden Treffer.

Mexikanische Party: Paul Aguilar erzielte den entscheidenden Treffer. Getty Images

In einer nicht immer hochklassigen, aber spannenden Partie schoss Paul Aguilar in der 118. Minute mit einem unhaltbaren Volleyschuss das entscheidende Tor. Der Leverkusener Bundesliga-Profi Javier Hernandez hatte Mexiko in Führung gebracht (10.), Geoff Cameron nur fünf Minuten später mit einem wuchtigen Kopfball ausgeglichen. Anschließend konnten beide Seiten gute Torchancen nicht nutzen.

Oribe Peralta traf für die in der Verlängerung überlegenen Mexikaner in der 93. Minute zum verdienten 2:1. Doch die Gastgeber kämpften sich erneut zurück. Einwechselspieler Bobby Wood von Union Berlin gelang das 2:2 (108.).

Mexiko qualifizierte sich als fünfte von insgesamt acht Mannschaften für den Confed-Cup 2017. Bereits zuvor hatten Gastgeber Russland, Weltmeister Deutschland, Asienmeister Australien und Südamerika-Champion Chile als Teilnehmer am Testlauf zur WM-Endrunde 2018 in Russland festgestanden. Die drei letzten Plätze werden 2016 bei der EM-Endrunde in Frankreich und der Ozeanienmeisterschaft sowie 2017 beim Afrika Cup vergeben.

Dies ist ein dunkler Tag für den US-Fußball und für Jürgen Klinsmann.

Ex-Nationalspieler Alexi Lalas

Derweil nimmt die Kritik an Klinsmann zu. "Eine Niederlage ist immer schwer zu schlucken, vor allem, wenn so viel auf dem Spiel steht. Dass heißt, du musst noch härter arbeiten als bislang, um deine Ziele zu erreichen", sagte der 51-Jährige in Pasadena.

Die Kritik am System Klinsmann fiel nach der Niederlage deutlich aus. "Dies ist ein dunkler Tag für den US-Fußball und für Jürgen Klinsmann", meinte Ex-Nationalspieler Alexi Lalas. Der Analyst des TV-Senders FoxSports schoss verbal scharf in Richtung des Schwaben. Man müsse sich die Dinge genau anschauen und fragen, ob sich der US-Fußball zurückbewege, so Lalas. "Ich sehe immer noch nicht das, was uns versprochen wurde, als Klinsmann seinen Job aufnahm - ein mehr auf Eigeninitiative ausgerichteter Stil."

Unterstützung erhielt er von Eric Wynalda, der neben Lalas auf dem Experten-Stuhl saß. Der frühere Bundesliga-Profi bemängelte eine "unamerikanische Einstellung" und "fehlende Identität" der Mannschaft. Zuvor hatte schon US-Rekordtorjäger Landon Donovan, der vor der WM 2014 von Klinsmann aussortiert worden war, den Rauswurf des früheren Bundestrainers bei einer Niederlage gefordert.

Allerdings hat Klinsmann mit Verbandschef Sunil Gulati einen mächtigen Fürsprecher. Klinsmann hat einen Vertrag bis zur WM 2018.

tru/dpa/sid