Sperren für Klauß und Barth stehen fest

Aalen gegen Münster: Torlos, aber farbenfroh

Aalens Michael Klauß

Einmal zum Duschen bitte: Aalens Michael Klauß (m.) konnte seine Rote Karte nicht fassen. imago

Es lief gerade die 65. Spielminute, als es nach einem Foul an Münsters Benjamin Schwarz an Aalens Strafraumgrenze zu einer Rudelbildung kam. Mittendrin Aalens Keeper Daniel Bernhardt im Gefecht mit Schwarz. Dieser wischte Bernhardt mit der Hand über den Kopf, Schiedsrichter Florian Heft wertete das als Tätlichkeit und schickte Schwarz mit glatt Rot vom Platz. Für den Abwehrspieler war das bereits der dritte Platzverweis im zehnten Spiel. Schon gegen Großaspach und Erfurt sah der Sommer-Neuzugang jeweils Gelb-Rot.

Barth und Klauß fliegen - Aalen steht tief

Kurios mutet die Szene vor allem an, weil es zuvor schon farbenfroh zuging in der Scholz Arena. "Das Spiel hat sich geändert, als die Karten gekommen sind", resümierte Aalens Trainer Peter Vollmann auf der Pressekonferenz nach der Partie. In der 36. Minute sah Adlerträger Oliver Barth nach einer Notbremse die Rote Karte, in der 61. Minute ließ sich dann Michael Klauß zu einer Tätlichkeit gegen Münsters Amaury Bischoff hinreißen und folgte seinem Mannschaftskollegen in die Dusche. "Es war ein aufregendes Spiel. Die erste Rote Karte brachte uns natürlich in Vorderlage, die zweite Karte nochmal mehr", wird Münsters Trainer Ralf Loose auf der Vereinswebsite zitiert. In der Zeit danach habe seine Mannschaft dann aber zu wenig Durchschlagskraft gezeigt.

Das war aber auch ein schwieriges Unterfangen angesichts der sehr defensiv agierenden Aalener Abwehr. "Wir wollten tief stehen und massiv verteidigen" erklärte Vollmann seine Taktik für das Spiel. Nach der doppelten Unterzahl habe seine Mannschaft die Situation angenommen - mit Erfolg. Seine Elf rührte hinten noch mehr Beton an, die Preußen-Offensive biss sich daran die Zähne aus. Aus sportlicher Sicht hatte die Partie für die Zuschauer somit nicht allzu viel zu bieten, für Aufsehen sorgten einzig die Schiedsrichterentscheidungen. "Der Einzige, der schlechter geworden ist, war der Schiedsrichter", befand Vollmann via Vereinshomepage nach dem Spiel.

"Das Spiel hat sich geändert, als die Karten gekommen sind."

Aalens Trainer Peter Vollmann über das Spiel gegen Münster

Trainer können mit dem Punkt leben - Sperren für Klauß und Barth

Dennoch könne man in Aalen mit dem einen Punkt "fantastisch leben", erklärte Vollmann. Auch für seinen Gegenüber geht das Remis "in Ordnung". Denn der Endstand sei zustande gekommen "nicht weil wir es schlecht gemacht haben, sondern weil Aalen das sehr gut gemacht hat", sagte Loose.

Am Montag gab das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes die Urteile gegen Klauß und Barth bekannt. Während Innenverteidiger Barth nach seiner Notbremse für zwei Spiele gesperrt ist, muss Klauß noch ein Spiel länger auf die Tribüne.

kon