Bundesliga

Gladbachs Raketenstart reicht - Punktverlust für BVB

6. Spieltag: Lewandowski überirdisch - Stuttgart siegt bei 96

Gladbachs Raketenstart reicht - Punktverlust für BVB

Gladbacher Jubelreigen: Vorlagengeber Raffael und die Torschützen Stindl und Johnson.

Gladbacher Jubelreigen: Vorlagengeber Raffael und die Torschützen Stindl und Johnson. imago

Vier Tore in 16 Minuten: Gladbach befreit sich selbst

Borussia Mönchengladbach hatte am vergangenen Sonntagabend plötzlich keinen Trainer mehr, weil Lucien Favre eigenmächtig zurücktrat. Am Montag übernahm U-23-Trainer Andre Schubert - und unter dem neuen Coach spielte die Borussia am Mittwochabend wie zu den besten Zeiten unter Favre. Sprich schnörkellos, druckvoll und effizient im Abschluss. Bis zur 21. Minute führten die "neu-geborenen" Fohlen gegen den FC Augsburg mit 4:0. Der Führungstreffer durch Johnson wirkte enorm befreiend. Danach trat Raffael als dreimaliger Vorlagengeber auf und bediente Xhaka, Stindl und Dahoud zu einer beruhigenden Führung. Im Anschluss schaltete die Borussia zwei Gänge zurück - schließlich heißt es Kraft sparen für die kommenden englischen Wochen in der Champions League. Das könnte auch das Motto für arg enttäuschende Augsburger gewesen sein, die in der Europa League vertreten sind. Zwar traf Verhaegh zweimal vom Elfmeterpunkt zum 2:4, aber der erste Erfolg für die Borussen stand nicht wirklich zur Debatte.

Bundesliga - Scorer 2015/16
Douglas Costa
10
Lewandowski Robert
9
Aubameyang Pierre-Emerick
8
Bundesliga - 6. Spieltag
Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
18
2
Borussia Dortmund
16
3
FC Schalke 04
13
Bundesliga - Torjäger 2015/16
Lewandowski Robert
8
Aubameyang Pierre-Emerick
7
Müller Thomas
6

Remis in Sinsheim: Erster Punktverlust für den BVB

Ein Dreier für die Borussia vom Rhein und die ersten Punktverluste für die Borussia aus dem Pott. Die Dortmunder spielten überraschend bei den kriselnden Hoffenheimern nur 1:1. Der BVB kam gut in die Partie, doch die Halbchancen der Tuchel-Elf blieben ungenutzt. Die TSG indes hatte Mitte des ersten Abschnitts ihren Respekt abgelegt und kam durch Rudys energischen Lauf zur nicht unverdienten Pausenführung. Nach dem Wechsel wurde es turbulenter: Hoffenheims Trainer Gisdol reklamierte zu heftig und wurde frühzeitig auf die Tribüne geschickt. Danach traf sein Stürmer Vargas nur den Innenpfosten, ehe Aubameyang Castros starke Brustvorlage zum Ausgleich nutzte. Im restlichen Spielverlauf blieb die Partie enorm spannend, wenn auch nicht gutklassig. Der BVB hatte die besseren Chancen, aber zum sechsten Ligasieg reichte es nicht. Dafür räumte Aubameyang einen Rekord ab: Denn er ist der erste Bundesligaspieler, der in den ersten sechs Spielen auch traf.

Eiskalter VfB sammelt die ersten drei Punkte - Krise bei 96

Stuttgarts Gentner erzielt das zwischenzeitliche 1:1 in Hannover.

Stuttgarts Gentner erzielt das zwischenzeitliche 1:1 in Hannover. imago

Und weil an diesem Mittwoch alles anders schien, als in der bisherigen Saison, wollte der VfB Stuttgart bei Hannover 96 nicht tatenlos zusehen. Die notorisch abschlussschwachen Schwaben blieben sich zwar zunächst treu und kassierten ein frühes Gegentor durch den Ex-Stuttgarter Karaman. Dann aber zeigten sich die Zorniger-Schützlinge eiskalt (richtig gelesen!). Gentner nutzte die erste Chance zum Ausgleich, Werner die zweite Gelegenheit zur Führung. Glück hatten die Schwaben dann auch noch kurz vor Pause, als Sané nur das Aluminium traf. Nach dem Seitenwechsel legte Hannover eine Schippe drauf, doch die Stuttgarter Defensive hielt dicht. Zwar verfielen die Schwaben in den letzten 30 Minuten wieder in das alte Chancen-Vergeben-Muster, am Ende jubelten sie aber erstmals verdient - auch weil Maxim einen Konter zum 3:1-Endstand nutzte. In Hannover dagegen spitzt sich die Lage mit nur einem Zähler aus sechs Spielen zu.

Chicharito nutzt Calhanoglus Oberschenkel zum Aufwachen

Bayer Leverkusen hatte gegen den 1. FSV Mainz 05 laut Sportchef Rudi Völler die Aufgabe, aus dem "Dornröschen-Schlaf" aufzuwachen. Das gelang der Mannschaft von Roger Schmidt im ersten Abschnitt gegen die Rheinhessen nur bedingt. Zwar war die Werkself tonangebend, doch am gegnerischen Strafraum war zumeist Schluss mit der Dominanz. Der FSV andererseits tauchte in der Offensive zunächst gar nicht auf - auch von Malli ging kaum Gefahr aus. Im zweiten Abschnitt wurden die Nullfünfer etwas mutiger - und wurden bestraft: Chicharito fasste sich ein Herz, hielt drauf und traf Calhanoglus Oberschenkel - von dort wurde die Kugel unhaltbar für Karius zum 1:0-Siegtreffer abgefälscht. Der eingewechselte Kießling traf kurz danach nur den Pfosten, wie auch im weiteren Verlauf Kramer. Malli hingegen verließen alleine vor Leno die Nerven. Nach drei Niederlagen ohne eigenes Tor retteten die Leverkusener den Vorsprung über die Zeit.

Schalker Strategie: Ecke Geis, Kopfball Matip, Tor

Schalke 04 wollte an den Schwung aus den jüngsten Erfolgserlebnissen auf Zypern und in Stuttgart anknüpfen. Gegen die Frankfurter Eintracht lieferten die Knappen eine überlegene erste Halbzeit ab - verpassten jedoch bei Chancen von Höger, Meyer und Goretzka die mögliche Führung. Die Angriffe der Hessen wurden in aller Regel zu unpräzise ausgespielt, sodass S04-Keeper Fährmann kaum geprüft wurde. Nach dem Seitenwechsel bauten die Königsblauen allerdings deutlich ab, die Frankfurter waren am Führungstreffer deutlich näher dran. Bis die Breitenreiter-Elf zur gewohnten Erfolgsstrategie griff: Ecke Geis, Kopfball Matip, Tor. Als die Frankfurter in der Schlussphase aufmachten, machte Sané mit einem starken Sololauf zum 2:0 alles klar. Unter dem Strich brachte dies Schalke drei Punkte in einem Spiel, in dem sich die Veh-Elf fragen muss, warum sie nichts Zählbares mitnehmen konnte.

Lewandowski - der beste Joker aller Zeiten

Gestatten: Lewandowski, ich treffe alles.

Gestatten: Lewandowski, ich treffe alles. Getty Images

Der FC Bayern lag am Dienstagabend im Topspiel gegen den VfL Wolfsburg zur Pause mit 0:1 zurück und agierte arg uninspiriert, doch zur Pause kam Lewandowski, der binnen acht Minuten und 59 Sekunden einen Fünferpack vom Allerfeinsten heraushaute und die Wolfsburger in Stücke schoss. Die Münchner, die zur Wiesn-Zeit zunächst mit Götze anstelle des späteren Matchwinners begannen, bestimmten zwar im ersten Abschnitt die Partie, doch richtige Torchancen sprangen dabei nicht heraus - Müllers Hammer strich am Tor vorbei. Auf der Gegenseite machte es Caligiuri deutlich besser, sein "Geschoss" zischte über Neuers Fäuste ins kurze Eck. Apropos Neuer: Vor der Halbzeit leistete sich der Nationalkeeper noch einen höchst riskanten Ausflug bis zur Mittellinie, verlor dort den Ball, doch Guilavogui setzte die Kugel aus 56 Metern an den Pfosten des leeren FCB-Gehäuses. Die knappe Führung für die ballsichere Hecking-Elf war aber auch so verdient. In der Halbzeit reagierte FCB-Coach Guardiola und brachte neben Martinez auch noch Lewandowski - goldener kann kein Händchen sein. Der polnische Nationalstürmer ließ die Partie komplett kippen. Mit seinen Traumtoren feierten die Bayern einen Kantersieg, der sich bis Lewandowskis Gala nullkommanull angekündigt hatte. Ganz nebenbei liegen die Münchner damit auf Rekordkurs: Noch nie ist ein Bundesligist besser in eine Saison gestartet. In der Triple-Saison 2012/13 hatte der FCB selbst nach sechs Spieltagen auch nur Siege auf dem Konto und dabei ein Torverhältnis von 19:2 - nun steht dieses bei 20:3.

Ibisevic ist wieder da

Hertha BSC hatte das bittere 0:2 aus Wolfsburg zu verdauen und wähnte sich gegen Köln in Sachen Elfmeter erneut wie im falschen Film. FC-Abwehrmann Heintz trat Kalou im Strafraum klar um, doch die Pfeife des Referees blieb stumm. Die Herthaner gingen dennoch in Front und zwar durch Ibisevic, der seine Torflaute seit dem 29. Januar 2014 mit einem schönen Kopfball ins lange Eck beendete. Die 1:0-Halbzeitführung für die Hauptstädter war verdient, weil die Dardai-Elf das aktivere Team stellten. Allerdings hatte die "Alte Dame" bei Bittencourts Pfostenschuss auch Glück. Bis zur 60. Minute blieb Berlin die bestimmende Elf, erst als Kölns Coach Stöger offensiv wechselte, wurde der Geißbock-Klub zielstrebiger. Den entscheidenden Angriff konnte der FC aber nicht mehr setzen. Vielmehr machte Ibisevic in der Nachspielzeit mit seinem zweiten Tor zum 2:0-Endstand alles klar.

Wagner bestraft seine Ex-Kollegen

Aufsteiger Darmstadt wollte das Spiel des Jahres gegen die Bayern (0:3) gegen Bremen aus den Köpfen bekommen. Dementsprechend schwungvoll starteten die Lilien in die Partie und drückten die Bremer in die Defensive. Doch effizienter agierten die Norddeutschen, Johannsson brachte mit seinem zweiten Saisontreffer die Skripnik-Elf in Führung. Verdient wäre diese zur Pause nicht gewesen und so sorgte der Ex-Bremer Wagner mit einem verwandelten Elfmeter für den gerechten Ausgleich. Die zweite Hälfte verlief absolut ausgeglichen, beide Mannschaften verzeichneten jeweils eine Großchance, doch Ujah vergab für Werder, Heller für den SV98. Doch dann schlug Wagner nochmal zu und vollstreckte zum ersten Heimsieg der Lilien.

Gregoritsch sorgt für schmeichelhaften HSV-Sieg

Der Hamburger SV konnte beim FC Ingolstadt einen schmeichelhaften Auswärtssieg einfahren, der Aufsteiger dagegen wartet zuhause auf das erste Erfolgserlebnis. Die Partie verlief über weite Strecken zugunsten der Ingolstädter, die optisch überlegen waren, in vorderster Front aber nicht durchkamen. Der HSV stand defensiv kompakt, hatte Glück, dass Hinterseers Tor wegen angeblichen Foulspiels zuvor nicht anerkannt wurde. Unvermögen seitens Lasoggas verhinderte sogar den möglichen Führungstreffer, denn der Mittelstürmer schoss aus kürzester Distanz über das quasi leere Tor. Als alles schon nach einem torlosen Remis aussah, trat Gregoritsch zum Freistoß an und hämmerte das Leder leicht abgefälscht unter die Latte zum 1:0-Siegtreffer für die Labbadia-Elf. Ingolstädter Reklamationen, als Djourou den Ball in der Nachspielzeit im Strafraum mit der Hand berührte, wurden von Referee Kircher nicht erhört.

bst