Wolfsburger Fan-Choreo berührt den Rekordspieler

Schäfers "Gänsehaut-Feeling"

Choreographie der Wolfsburger Fans

Choreographie der Wolfsburger Fans anlässlich des 70. Geburtstages des VfL. imago

Für ihn war es ein ganz besonderer Nachmittag. Einerseits, weil Marcel Schäfer zum ersten Mal in dieser Saison in der Wolfsburger Startelf stand, zum anderen, weil der Rahmen ein außergewöhnlicher war. Anlässlich des 70. Geburtstages des 1945 gegründeten VfL präsentierte sich die ausverkaufte Volkswagen-Arena vor Anpfiff in einem grün-weißen Farbenmeer, in der Nordkurve rollte der Anhang ein Plakat aus, das Szenen der 70-jährigen Erfolgsgeschichte zeigte.

Darunter mit der Meisterschaft 2009 und dem Pokalsieg in diesem Jahr zwei Ereignisse, zu denen Schäfer maßgeblich beitrug. "Diese Choreo war herausragend", sagt der Linksverteidiger, "das war ein Gänsehaut-Feeling." Und ein Wolfsburger Farbtupfer zur rechten Zeit, gab der enttäuschende Zuschauerzuspruch bei den Niedersachsen beim Champions-League-Auftakt gegen ZSKA Moskau (1:0) zuletzt doch ausreichend Anlass zur Kritik und Häme. "Wir werden ein bisschen belächelt von den Traditionsvereinen", sagt Schäfer, "aber was da passiert ist, wie auch schon beim Pokalfinale, da muss man unsere Fans außerordentlich loben."

Gleichwohl verschließt der Ex-Kapitän auch nicht die Augen vor der vorherrschenden Fandiskussion rund um den VfL. "Es ist immer schön, wenn das Stadion voll ist. Es ist gut, dass es angesprochen wird, es geht darum, wie wir das Stadion füllen können. Da sind wir auf einem sehr guten Weg."

Rekordspieler Schäfer droht gegen die Bayern wieder die Bank

Marcel Schäfer

Wolfsburgs Rekordspieler Marcel Schäfer feierte gegen Hertha sein Startelf-Debüt in dieser Saison. picture alliance

Sportlich gilt das für den VfL auch wieder in dieser Saison. Der Vizemeister, nach fünf Spieltagen noch ungeschlagen, hat sich direkt wieder in der Spitzengruppe eingenistet. Nach einem Kurzeinsatz im Pokal bei den Stuttgarter Kickers (4:1) durfte Schäfer nun erstmals über 90 Minuten ran. "Das ist immer wieder schön", sagt der 31-jährige Routinier, "jeder weiß, was es mir bedeutet, hier auf dem Platz zu stehen."

Am Dienstag gegen Bayern München jedoch wird der Wolfsburger Rekordspieler (232 Bundesligaeinsätze für den VfL) vermutlich wieder für den gegen Hertha geschonten Ricardo Rodriguez weichen müssen. Obwohl er seine Sache gegen Berlin gut machte. "Wir haben gewonnen", sagt Schäfer, "und ich habe meinen Teil dazu beigetragen."

Thomas Hiete