Nach dem 0:1 im rheinischen Derby

Favre tritt eigenmächtig zurück - Eberl lehnte ab

Lucien Favre tritt als Gladbacher Trainer zurück.

Lucien Favre tritt als Gladbacher Trainer zurück. imago

"Nach reiflicher Überlegung und eingehender Analyse bin ich zu der Erkenntnis gekommen: Es ist in dieser Situation die beste Entscheidung, mein Amt als Cheftrainer bei Borussia Mönchengladbach niederzulegen", ließ Favre in einer Erklärung verlauten. "Wir sind vollkommen vor den Kopf gestoßen", sagte Rainer Bonhof, Vizepräsident des Bundesligisten.

Von Seiten des Vereins wurde Favres Schritt den ganzen Tag über nicht akzeptiert: Man habe Favre erklärt, "dass man weiterhin uneingeschränkt und voller Überzeugung hinter ihm stehe", teilte der Verein am Abend auf seiner Internetseite mit, nachdem die Rücktrittsankündigung Favres schon publik war. In der Mitteilung hieß es weiter: "Wir sind nach wie vor total davon überzeugt, dass Lucien der perfekte Trainer für Borussia ist und wir gemeinsam mit ihm die aktuelle, sehr schwierige sportliche Situation überstehen werden", wird Manager Max Eberl zitiert.

VfL-Präsident Rolf Königs hatte zu diesem Zeitpunkt den Kampf um den Schweizer bereits aufgegeben. "Wir haben gehofft, dass wir ihn auch dieses Mal überzeugen können, bei uns und mit uns weiterzumachen. Mit seinem öffentlich gemachten Rücktritt hat er nun Fakten geschaffen, die uns bis ins Mark treffen. Wir haben mit Lucien Favre viereinhalb überaus erfolgreiche sportliche Jahre hinter uns und sind sehr traurig, dass dieser gemeinsame Weg nun offenbar zu Ende ist", so Königs.

Weitere Informationen wollte der Bundesligist am Montag bekanntgeben. Die Gladbacher spielen in der englischen Woche am Mittwoch gegen den FC Augsburg (ab 20 Uhr, LIVE! bei kicker.de).

Favre hatte das Amt in Mönchengladbach im Februar 2011 übernommen und die Elf vom Niederrhein vom Abstiegskandidaten zum Champions-League-Teilnehmer geformt. Für Favre war der Schritt ein emotionaler: "Auch wenn es pathetisch klingt: Ich werde die ereignisreichen Jahre bei Borussia als meine schönste und emotionalste Zeit als Trainer nie vergessen!", so der Coach in seinem Statement .

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In den ersten fünf Bundesligaspielen blieb der letztjährige Tabellendritte ohne jeden Punkt. In der Champions League unterlagen die Borussen klar beim FC Sevilla (0:3). Personell mussten die Gladbacher den Verlust der Stammspieler Christoph Kramer (war von Leverkusen ausgeliehen) und Max Kruse (nach Wolfsburg) verkraften.

Wir sind vollkommen vor den Kopf gestoßen.

Rainer Bonhof, Vize-Präsident

Die Neuzugänge - allen voran Lars Stindl, Andreas Christensen oder Josip Drmic - konnten diese Lücken noch nicht füllen. Zudem hatten die Borussen unter enormen Verletzungspech zu leiden - vor allem der lange und erneute Ausfall des Innenverteidigers Martin Stranzl wog schwer.

bst

Bilder zur Partie 1. FC Köln - Bor. Mönchengladbach