Serie A, 4. Spieltag: Juve verbucht ersten Liga-Erfolg

Totti knackt die 300 - Inter makellos - Lazio geht unter

Inter Mailand behält seine weiße Weste: Mauro Icardi erzielte im Topspiel den Siegtreffer.

Inter Mailand behält seine weiße Weste: Mauro Icardi erzielte im Topspiel den Siegtreffer. Getty Images

Viertes Spiel, vierter Sieg - und wieder minimalistisch: Inter Mailand hat sich einen perfekten Start in die Serie-A-Saison erarbeitet. Am Sonntagmittag reichte dem Vorjahresachten ein Abstaubertor von Icardi (42.) für einen 1:0-Erfolg bei Chievo Verona. Was nach einem Pflichtsieg klingt, war in Wahrheit ein echtes Topspiel: Auch Chievo war vor der Partie noch ungeschlagen, hatte Lazio mit 4:0 abgeschossen und Juventus in Turin ein 1:1 abgetrotzt. Auch gegen Inter hielten die "Fliegenden Esel" stark dagegen, das 0:1 hatte sich nicht gerade abgezeichnet. Doch die Gäste-Abwehr hielt einmal mehr dicht. Weiter vorne spielte der Ex-Wolfsburger Perisic 90 Minuten durch, verhielt sich bei einem vielversprechenden Angriff kurz vor Schluss aber zu egoistisch - er hätte Icardi den Doppelpack auflegen können.

Pogba bringt glanzlosen Juve-Sieg unter Dach und Fach

Drei Spiele, ein Punkt: Den Ligastart hatte sich Juventus Turin sicher anders vorgestellt. Doch nach dem 2:1 bei Manchester City in der Champions League tüteten die Bianconeri auch in der Serie A den ersten Sieg ein. Überzeugend war die Leistung des Meisters beim 2:0-Erfolg beim CFC Genua allerdings nicht gerade. Ein Eigentor und ein Elfmeter sicherten den Gästen, die zudem ab der 43. Minute nach Gelb-Rot gegen Izzo in Überzahl agierten, den Auswärtssieg. Bei beiden Treffern war Pogba maßgeblich beteiligt: Beim Führungstor schoss der Franzose den Ball aus kurzer Distanz an die Latte, von wo er an den Rücken von Torhüter Lamanna und von dort ins Tor sprang. Das 2:0 markierte der Mittelfeldspieler vom Elfmeterpunkt, nachdem Diogo zuvor Chiellini gefoult hatte. Wermutstropfen: Morata, unter der Woche Matchwinner in Manchester, musste wegen einer Wadenverletzung schon in der 22. Minute vom Feld.

Die Nummer eins in Turin bleibt - zumindest was die Tabelle angeht - vorerst Juve-Rivale FC, der durch den 2:0-Erfolg gegen Sampdoria (Doppelpack Quagliarella) auf Platz zwei kletterte.

Totti erzielt seinen 300. Treffer, doch die Roma lässt Punkte liegen

Totti und Salah

Zeigt es an, die 300 sind voll: Francesco Totti (r. mit dem anderen Torschützen Salah). imago

Durch das grandiose 55-Meter-Tor von Florenzi knöpfte die AS Rom dem FC Barcelona in der Königsklasse ein 1:1 ab. Am Sonntag mussten sich die gut in die Saison gestarteten Giallorossi vor heimischer Kulisse gegen Sassuolo mit einem 2:2 begnügen. Zweimal gingen die weiterhin ungeschlagenen Gäste im Stadio Olimpico in Führung (Defrel 22./Politano 44.). Totti (36.) und Salah (49.) glichen jeweils aus. Für den Kapitän, der in der kommenden Woche 39 wird, war es der 300. Pflichtspieltreffer für die Roma, für den ägyptischen Neuzugang der erste. Zufrieden waren die Römer, bei denen Rüdiger erneut durchspielte, mit dem Resultat nicht. "Solche Spiele müssen wir einfach gewinnen", sagte Mittelfeldspieler Nainggolan.

Rechnung beglichen: Napoli zerlegt Lazio, Doppelpack Higuain

Am frühen Abend setzte der AC Florenz (ohne den verletzten Blaszczykowski) seinen guten Saisonstart fort. Ein Babacar-Treffer reichte zum 1:0-Erfolg bei Aufsteiger Carpi.

Als Lazio das letzte Mal in Neapel gastierte, setzten sich die Römer mit 3:2 durch und sicherten sich die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation. Napoli hatte also noch eine Rechnung offen - und beglich sie in eindrucksvoller Manier. Mit 5:0 schossen Higuain & Co. Lazio (noch ohne den verletzten Klose) aus dem San Paolo. Der Argentinier, der bei besagtem "Endspiel" um Platz drei einen Elfmeter in den Nachthimmel gejagt hatte, erzielte zwei Tore. Allan, Insigne und Gabbiadini besorgten den Rest.

Baccas Doppelpack sorgt für Palermos erste Pleite

Milan fügte dank Bacca und Bonaventura Palermo die erste Pleite zu.

Milan fügte dank Bacca und Bonaventura Palermo die erste Pleite zu. Getty Images

Der Derby-gebeutelte AC Mailand traf am Samstagabend auf US Palermo. Speziell in den ersten 45 Minuten entwickelte sich eine rasante Partie, die ein irres Tempo vorlegte und für italienische Verhältnisse eine ganze Menge an Chancen bot. Dabei zeigten sich die Rossoneri zunächst zielstrebiger, denn Bacca agierte nach einer Vorlage von Bonaventura als eiskalter Vollstrecker - der ehemalige Stürmer des FC Sevilla schlenzte den Ball mit dem rechten Außenrist aus zehn Metern in den linken Winkel des sizilianischen Gehäuses (21.).

Palermo antwortete mit Gegenangriffen und einer Standardsituation: Nach einer Ecke bewegte sich Hiljemark geschickt vor Milan-Keeper Diego Lopez und drückte die Kugel per Kopf und in der Rückwärtsbewegung in die Maschen zum zwischenzeitlichen 1:1 (32.). Weitere acht Minuten später verdienten sich die Hausherren die gerechte Halbzeitführung. Bonaventura legte sich die Kugel zum Freistoß zurecht und zirkelte sie unhaltbar über die Mauer ins Netz.

Der zweite Durchgang wartete zunächst nicht mit derselben Qualität auf wie der erste. Die Zuspiele auf beiden Seiten wurden ungenauer, Torraumszenen wurden seltener. In der 70. Minute versuchte Milan-Coach Sinisa Mihajlovic neue Impulse zu setzen und brachte Offensivwaffe Balotelli, der mit lauten Sprechchören empfangen wurde. Diese verstummten allerdings schnell, denn schon in der 72. Minute war erneut Palermos Hiljemark zur Stelle, der nach einem feinen Doppelpass den herausstürzenden Torwart Diego Lopez zum 2:2 tunnelte. Der Schlusspunkt? Mitnichten! Schon drei Zeigerumdrehungen später segelte Kuckas Musterflanke auf den Kopf von Bacca und der kolumbianische Angreifer besorgte mit einem wuchtigen Kopfstoß den 3:2-Siegtreffer für Milan. Für Palermo dagegen war es die erste Saisonniederlage.

kon