Auffällige Testosteronwerte in 7,7 Prozent der Proben

UEFA-Studie: Hoher Steroid-Missbrauch im Fußball?

Doping Kontrolle bei der UEFA

Ist der Fußball stärker von Doping betroffen als bislang geglaubt? Eine neue UEFA-Studie deutet darauf hin. picture alliance

Wissenschaftler aus zwölf Anti-Doping-Laboren untersuchten im Auftrag der Europäischen Fußball-Union (UEFA) insgesamt 879 Spitzenfußballer, die laut ARD-Bericht "größtenteils in den großen europäischen Fußballwettbewerben - vor allem in der Champions League und der Europa League - spielten". 7,7 Prozent dieser Proben zeigten Auffälligkeiten: Im Vergleich zu den bisherigen Dopingproben im Verantwortungsbereich der UEFA, bei denen nur 1,3 Prozent der Tests auffällige Werte gezeigt hatten, gab es demnach einen deutlichen Anstieg.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) betonte indes, dass aus der Studie keine endgültigen Schlüsse gezogen werden könnten. Und auch der deutsche Sportwissenschaftler Perikles Simon wies darauf hin, dass die statistische Basis der Studie nicht nachvollziehbar sei: Es sei nicht klar, ob die auffälligen Werte wirklich durch externe Faktoren, sprich Doping, zustande gekommen sind.

Wenn die Ergebnisse korrekt sind, ist das sehr alarmierend.

Der britische Dopingforscher Julien Baker zur UEFA-Studie

Der britische Dopingforscher Julien Baker dagegen meinte: "Wenn die Ergebnisse korrekt sind, ist das sehr alarmierend. Denn es würde zeigen, dass in einigen der größten europäischen Wettbewerbe Steroid-Missbrauch betrieben wird." Der Fußball scheine ein "signifikantes Problem zu haben", ähnlich wie der Radsport oder die Leichtathletik.

Verstärkter Kampf gegen das Doping

Die UEFA hat inzwischen ihr Doping-Testsystem erweitert, damit auch längerfristige Manipulationen mit Steroiden nachgewiesen werden können. Erst vor Kurzem hatte sie das "größte Anti-Doping-Programm in der Geschichte des europäischen Fußballs" angekündigt , das auch einen Blutpass für Fußballspieler beinhaltet.

dpa/sid/kon