4. Spieltag: Real müht sich - Sevillas Misere hält an

Trotz Ter-Stegen-Patzer: Barça wahrt weiße Weste

Lionel Messi

Barcas Superstar Messi verwandelte gegen Levante einen Strafstoß, scheiterte aber auch vom Punkt. Getty Images

Am Sonntagabend hatte der FC Barcelona UD Levante zu Gast. Bei den Katalanen gab es bereits vor dem Anpfiff gute Nachrichten, denn Dani Alves feierte nach knapp einem Monat Verletzungspause (Adduktoren) gegen das Team aus Valencia sein Comeback. Barça-Coach Luis Enrique tauschte im Gegensatz zum 1:1 in der Champions League beim AS Rom seine Abwehr komplett aus, neben Dani Alves begannen Batra, Mascherano und Adriano, Sergi Roberto, Pique, Mathieu und Jordi Alba blieben draußen. Auch Iniesta und Luis Suarez nahmen auf der Bank Platz, Munir und Sandro Ramirez begannen. Bei Levante verteidigte Juanfran, der gebürtige Valencianer ist mit 39 Jahren der älteste Feldspieler der Primera Division.

Die Umstellungen bei Barcelona machten sich bemerkbar. Der Favorit tat sich gegen den noch sieglosen Underdog sehr schwer und konnte sich trotz optischer Feldvorteile und deutlich mehr Ballbesitz nur wenige Chancen erspielen. Die beste Möglichkeit im ersten Durchgang vergab Sandro Ramirez. Der Youngster war zur Stelle, als Levantes Goalie Ruben einen Messi-Schuss abprallen lassen musste, setzte den Ball dann aber neben das Tor (36.). Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Messi dann per Freistoß eine Möglichkeit, der Argentinier zielte aus rund 18 Metern zentraler Position aber etwas zu hoch. Die Gäste zeigten sich in Hälfte eins nur einmal gefährlich vor dem Tor von ter Stegen, Ghilas traf in der 27. Minute aber nur das Außennetz.

Im zweiten Durchgang dauerte es aber nicht lange, und Barcelona hatte das Defensivbollwerk Levantes geknackt. Messi hebelte mit einem Lupfer die Abwehr aus und brachte Bartra ins Spiel, dem aus kurzer Distanz das 1:0 gelang (50.). Als wenig später Neymar nach Vorlage von Dani Alves das Ergebnis auf 2:0 stellte, waren die Würfel eigentlich gefallen. Der Meister hatte fortan leichtes Spiel, für Levante ging es nur noch darum, die sich abzeichnende Niederlage in Grenzen zu halten.

ter Stegen greift daneben - Messi macht Fehlschuss wett

Dies gelang Levante, was vor allem an Messi und ter Stegen lag. Der Argentinier verwandelte zwar in der 61. Minute einen an Neymar verschuldeten Elfmeter zum zwischenzeitlichen 3:0, ließ in der 76. Minute aber eine weitere Möglichkeit vom Punkt liegen. Zehn Minuten zuvor segelte ter Stegen, der unter der Woche noch ein Tor aus 55,5 Metern kassiert hatte, an einer Flanke vorbei und ermöglichte so Casadesus den Ehrentreffer für Levante zum 1:3. Kurz vor dem Ende stellte dann Messi mit seinem zweiten Tor den 4:1-Endstand her (90.). Barça thront mit der Maximalausbeute von zwölf Punkten ganz oben, Levante muss weiter auf den ersten Saisonsieg warten.

Sevillas Misere geht weiter

Sein Anschlusstreffer für Sevilla gegen Celta Vigo war zu wenig: Fernando Llorente.

Sein Anschlusstreffer für Sevilla gegen Celta Vigo war zu wenig: Fernando Llorente. imago

Im Mittagsspiel am Sonntag ging die Misere des FC Sevilla weiter. Wenn die Anhänger der Andalusier nach dem klaren 3:0-Sieg über das ebenfalls miserabel in die Saison gestartete Mönchengladbach am Dienstag in der Champions League auf eine Trendwende gehofft hatten, so wurden sie gegen Celta Vigo durch die Treffer von Nolito (15.) und Wass (26.) schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Kurz nach der Pause traf zwar Llorente zum Anschlusstreffer, mehr sollte dem Team vom Trainer Unai Emery aber nicht gelingen. Der kapitale Liga-Fehlstart setzt sich damit fort: Der FC Sevilla bleibt im Tabellenkeller hängen. Celta Vigo dagegen zog mit dem dritten Saisonsieg mit Real Madrid gleich, verlor in der Nachspielzeit jedoch Abwehrspieler Castro mit einer Gelb-Roten Karte.

Wenig später empfing Deportiva La Coruña Sporting Gjion. Vor der Partie waren die Galicier noch ohne Niederlage, die Asturier ohne Sieg. Beides sollte nach Abpfiff anders sein, denn Gjion holte sich mit 3:2 den ersten Dreier und brachte Depor gleichzeitig die erste Niederlage bei. Anschließend hatte der FC Villarreal beim 3:1 gegen Athletic Bilbao nur wenig Mühe. Den Basken steckte wohl noch das Europa-League-Match gegen den FC Augsburg (3:1) in den Beinen. Denn lange Zeit hielt Bilbao gut mit, geriet in der Schlussphase aber auf die Verliererstraße.

Atleticos 4-3-3 geht nicht auf - Simeone beweist goldenes Händchen

Matchwinner: Angel Correa und Fernando Torres (re., im Vordergrund).

Matchwinner: Angel Correa und Fernando Torres (re., im Vordergrund). Getty Images

Atletico trat am Samstag erstmals in der Liga im neuen System an, bei Eibar probierte Diego "Cholo" Simeone das in der Vorbereitung neu einstudierte 4-3-3 aus. Jackson Martinez wurde hierbei in vorderster Front von Antoine Griezmann und Luciano Vietto flankiert. Eben jener Vietto, im Sommer für etwa 20 Millionen Euro von Villarreal gekommen, war bisher kaum zum Zuge gekommen und hatte nun gleich die Großchance auf die Führung, verfehlte das leere Gehäuse aus spitzem Winkel aber klar. Ansonsten tat sich Atleti trotz offensiver Aufstellung bei den Basken jedoch schwer. Eibar hielt mutig dagegen und beschäftigte den Favoriten selbst immer wieder gewaltig.

Zur Pause löste Simeone sein taktisches Experiment unzufrieden wieder auf und wechselte Jackson und Vietto aus. Fernando Torres und Oliver Torres kamen, und wenig später auch noch Angel Correa. Der Argentinier war kaum eine Minute im Spiel und schon stach er zu: Nach Pass von Torres narrte er zwei Abwehrspieler mit einer feinen Körpertäuschung und schoss ein (62.). Keeper Riesgo war zwar dran, konnte das Gegentor aber nicht verhindern. Die Wechsel zahlten sich mehr denn je aus, denn in der 77. Minute revanchierte sich Correa per Pass auf Torres, der per Lupfer über den herausstürmenden Riesgo das 2:0 markierte. Eine Kopie von seinem Finaltreffer bei der Europameisterschaft 2008 gegen Deutschland. So retteten die Joker Simeone, sorgten für einen 2:0-Pflichtsieg und nebenbei wohl für schlechte Nachrichten für Vietto und Jackson.

Valencia kann Betis-Bollwerk nicht knacken

Zuvor kam Valencia vor 40.560 Zuschauer im Mestalla mit Shkodran Mustafi in der Starformation gegen Real Betis mit Heiko Westermann nicht über ein torloses Remis hinaus. Die Gäste kamen etwas besser in die Partie und hatten durch Westermann eine Kopfballchance. Valencia wurde vor allem durch Feghouli, der zweimal in aussichtsreicher Position zum Schuss kam, gefährlich. Nach dem Wechsel kassierte Ceballos völlig unnötig seine zweite Gelbe Karte und musste nach einem dummen Foul im Mittelfeld den Rasen verlassen. Und so nahm der Druck von Valencia immer mehr zu, doch bei der größten Chance der Hausherren stand Westermann im Weg. Ansonsten fiel den Fledermäusen wenig ein. So dürfte Betis, das ohne van der Vaart antrat, am Ende mit der Punkteteilung zufrieden gewesen sein - ganz im Gegensatz zu Valencia, das im vierten Spiel das dritte Remis erzielte.

Granada hat Chancen en masse - doch Benzema trifft

Benzema trifft zum 1:0

Stand goldrichtig: Real-Angreifer Karim Benzema trifft gegen Granada besonders gern. Getty Images

Real musste am Samstagnachmittag gegen Granada auf Gareth Bale verzichten, Neuzugang Lucas durfte erstmals von Beginn an für die Königlichen ran. Zunächst gab's eine Schrecksekunde für die Real-Fans zu überstehen: In der 8. Minute wäre Marcelo beinahe ein Eigentor unterlaufen, Edgar hatte von links scharf nach innen geflankt. Die Königlichen wussten allerdings auch im Spiel nach vorne zunächst nicht zu gefallen, agierten oft zu umständlich. Isco fand jedoch einmal die Lücke in der Viererkette und bediente Ronaldo, der allerdings an Keeper Fernandez scheiterte (19.). Benzema war beim Nachschuss zu überrascht von der heranstürmenden Kugel.

Die Madrilenen erhöhten nun das Tempo: Benzema legte allein vor dem Tor erfolglos quer anstatt abzuziehen (27.), Modric scheiterte erneut am aufmerksamen Fernandez (30.), Isco schoss aus der Distanz knapp vorbei (40.). Doch auch Granada schaltete ab und an einen Gang nach oben - Success kam in der 37. Minute gegen Keylor Navas nur einen Schritt zu spät. Kurz nach Wiederanpfiff ließ er eine Großchance nach klasse Hackenvorlage von El-Arabi liegen (52.).

Diese Fahrlässigkeit bestraften die Königlichen im kurz darauf folgenden Angriff. Isco hatte auf links zu viel Platz und flankte auf Benzema, der am langen Pfosten routiniert einköpfte (54.). Keine Überraschung: In den vergangenen fünf Partien gegen Granada traf der Real-Angreifer jedes Mal! Nach einer guten Gelegenheit für El-Arabi (59., Navas pariert) hatte dann auch Ronaldo in der 63. Minute zwei Chancen, seine klasse Serie (acht Tore in zwei Pflichtspielen) auszubauen. Einmal war Fernandez zur Stelle, beim anderen Mal verfehlte CR7 das lange Eck mit links haarscharf.

Die Benitez-Elf verwaltete anschließend das Ergebnis, kontrollierte Ball und Gegner allerdings ohne auch nur ansatzweise zu glänzen. Das sah Toni Kroos nur noch von der Bank aus, der Weltmeister musste in der 62. Minute für Mateo Kovacic weichen. Granada versuchte es in der Nachspielzeit noch einmal mit dem Mute der Verzweiflung. Allein. es fehlten schlicht die Mittel, um Real noch einmal in die Bredouille zu bringen.

Getafe fährt die ersten Punkte ein

Getafe tut sich schwer, ein wenig Rampenlicht für sich abzubekommen. Der Vorortklub aus Madrid steht im Schatten der beiden "Großen" Real und Atletico, auch Rayo Vallecano erreicht dank seiner zahlreichen Fans deutlich mehr Aufmerksamkeit. Der Klub, der 2003 erstmals in La Liga aufstieg und sich seitdem hartnäckig hält, hatte mit drei Pleiten einen üblen Fehlstart hingelegt. Gegen das ebenfalls schlecht gestartete Malaga (0/2/1) feierte die Elf von Fran Escriba am Freitag nun einen 1:0-Erfolg. Neuzugang Scepovic (kam vor der Saison von Celtic Glasgow) markierte bereits in der 2. Minute den Siegtreffer für Getafe.

las/atr/sam