7. Spieltag: Top-Teams Freiburg, Bochum und Leipzig remis

Union unterliegt Fürth, Nullnummer in Braunschweig

Jubel bei Greuther Fürth

Jubel bei Greuther Fürth: Trotz Rückstand gewann das Kleeblatt bei Union Berlin noch mit 2:1. imago

Skrzybskis Führung ist zu wenig

Dem neuen Union-Trainer Sascha Lewandowski misslang am Sonntag sein Heim-Debüt an der Alten Försterei mit einem 1:2 gegen die SpVgg Greuther Fürth. Seinem Team gehörte noch klar die erste Hälfte, der Führungstreffer schon in der 17. Minute durch Skrzybski nach scharfer Hereingabe von Kessel war vollauf verdient. Fürth fing sich erst in der Schlussphase des ersten Durchgangs ein wenig und hätte durch Stiepermann (44.) dabei fast noch vor dem Wechsel den Ausgleich erzielen können. Der gelang dann aber unmittelbar nach dem Pausentee durch einen direkt von Gjasula (47.) verwandelten Freistoß. Fürth ließ nicht locker, Union verlegte sich vor allem aufs Kontern. In der 70. Minute legte dann Gjasula - ebenfalls mit einem Standard - nach und verwandelte einen von Zulj herausgeholten Elfmeter zum 2:1. In der 80. Minute jubelte dann wieder Union - allerdings vergeblich, denn dem vermeintlichen Ausgleich von Kessel blieb die Anerkennung verwehrt.

2. Bundesliga - Scorer 2015/16
Petersen Nils
9
Gjasula Jurgen
7
Frantz Mike
6
2. Bundesliga - 7. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
VfL Bochum
17
2
SC Freiburg
16
3
FC St. Pauli
14
2. Bundesliga - Torjäger 2015/16
Petersen Nils
7
Wooten Andrew
6
Terodde Simon
5

Nullnummer im Topspiel in Braunschweig

Eintracht Braunschweig und der FC St. Pauli trennten sich mit einem torlosen 0:0. Beide Teams gingen mit einer Erfolgsserie in die Partie, doch die Gäste aus Hamburg präsentierten sich im ersten Durchgang viel präsenter, vergaben aber gleich eine Reihe von guten Tormöglichkeiten. Im Spiel nach vorne ging für die Löwen dagegen wenig bis gar nichts. Kurz nach dem Seitenwechsel hätte dann Berggreen mit einem Kopfball den Führungstreffer erzielen können, doch das Leder wurde noch von der Linie gekratzt. Die Chance gab der Lieberknecht-Elf offenbar neues Selbstvertrauen, wie verwandelt wirkten die "Löwen" und bestimmten in der Folge die Partie. Die beste Chance hatte in der 90. Minute Ademi, dessen Schuss Himmelmann gerade noch über die Latte lenken konnte.

Duisburg geht erneut leer aus

Für den MSV Duisburg war es wieder nichts mit dem ersehnten ersten Saisonsieg: Mit 0:1 unterlag der Aufsteiger gegen den FSV Frankfurt und bleibt damit Tabellenletzter im Unterhaus. Zwar bemühte sich die Mannschaft von Trainer Gino Lettieri redlich, doch das Siegtor erzielten die abgeklärteren Gäste: Konrad nutzte einen Moment der Verwirrung in der MSV-Abwehr zur Führung (32.). Nach der Pause blieb die Partie offen, beide Teams suchten ihre Chancen. Holland (62.) für den MSV bzw. Schahin (75.) für die Hessen konnte ihre Möglichkeiten aber nicht nutzen. Ein Tor wollte nicht mehr gelingen, der MSV verlor aber zu allem Überfluss neben den Punkten auch noch Albutat mit einer - völlig berechtigten - Roten Karte (83.).

1860 punktet zum Wiesn-Auftakt

Torschütze Milos Degenek (2.v.l) beim Kopfball

Im "feinen Zwirn" zum Punktgewinn: 1860 München und Kaiserslautern trennten sich 1:1. picture alliance

Sechs Spiele, kein Sieg und nur zwei Punkte - der TSV 1860 München legte den schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte (0/2/4) hin. Mit eigens angefertigten "Wiesn"-Trikots zum Start des Oktoberfests wollten die Löwen am Samstag gegen das ebenfalls stark kriselnde Kaiserslautern die Wende erzwingen. Maßgeschneidert war jedenfalls der Fernschuss von Degenek in der 15. Minute - Lauterns Piossek hatte zuvor den Befreiungsschlag verpatzt. Danach verflachte die Partie ein wenig, bis zur Pause tat sich nicht mehr viel in der Allianz-Arena. Schon in der 48. Minute setzte jedoch Vollmann in Form eines Pfostenschusses das nächste Ausrufezeichen für die Löwen. Die Pfälzer wussten sich danach allerdings zu steigern und wurden nach gut einer Stunde in Person von Jenssen mit dem 1:1 belohnt. Beinahe wäre den Lauterern sogar der Last-Minute-Sieg gelungen, Halfars Freistoß streifte jedoch nur die Latte (90.).

Paderborn macht einen Schritt aus der Krise

Krisengeschüttelt waren auch Paderborn (vier Pleiten in Folge) und Karlsruhe (zwei Pleiten, 0:9 Tore) in ihr direktes Duell gegangen. Yamada hätte den KSC in der 11. Minute in Front bringen können, doch Keeper Kruse verhinderte Schlimmeres. Nach einem dicken Patzer Yamadas machte es Goc (21., daneben) allein vor dem KSC-Tor keinen Deut besser. Beinahe hätte Valentini den engagierteren Paderbornern unter die Arme gegriffen, doch Orlishausen verhinderte mit Mühe ein Eigentor des Verteidigers (26.). Kurz nach der Pause war der KSC-Schlussmann geschlagen: Hoheneder stand nach einer Ecke völlig frei und köpfte zur hochverdienten Führung ein (51.). Erneut nach einer Ecke fiel das 2:0, diesmal war Wahl im Luftkampf deutlich überlegen (83.). Paderborn zog dadurch mit dem einmal mehr enttäuschenden KSC nach Punkten gleich.

Routinier Polak nimmt die Spannung raus

Nürnbergs Coach René Weiler integrierte gegen Sandhausen vier Neue im Vergleich zur Derbypleite bei Greuther Fürth (2:3). Unter anderem Behrens, der das Vertrauen in der 18. Minute zurückzahlte, als er nach Schöpfs Pfostenschuss die Übersicht behielt. Schöpf (36., Knaller hält glänzend) und Bieler, der auf der anderen Seite frei aus 16 Metern deutlich verzog, besaßen die weiteren wenigen Chancen in einer durchwachsenen ersten Hälfte. Die Partie bewegte sich weiterhin auf überschaubarem Niveau, auch wenn das Engagement nicht fehlte. Zillner hatte Pech bei einem Schuss an den Außenpfosten (74.), Polak machte es aus der Distanz mit einem Linksschuss besser - 2:0! Nachdem Unglücksrabe Zillner erneut den Außenpfosten getroffen hatte (89.), war die Partie zugunsten der Franken gelaufen.

Spitzenreiter Bochum lange im Glück und spät bestraft

Am Freitagabend lieferten sich die Bochumer und die Freiburger ein Fernduell um die Tabellenführung. Die Ruhrpott-Elf, die zum siebten Mal in Folge mit einer unveränderten Startformation auflief, musste zunächst mehrmals tief durchatmen, denn die Düsseldorfer vergaben im ersten Abschnitt gleich mehrere Hochkaräter. Fortuna-Trainer Frank Kramer raufte sich an der Linie die Haare – und das umso mehr, als er den Führungstreffer der Bochumer mit ansehen musste. Hoogland hatte den Ball perfekt mitgenommen und per Volleyschuss zur schmeichelhaften Halbzeitführung vollstreckt. Im zweiten Abschnitt war die Partie deutlich ausgeglichener, wobei die Verbeek-Elf den Vorsprung taktisch geschickt verwaltete. Zudem konnte sich der VfL auf Keeper Luthe verlassen, der den Fortunen mehrmals den Nerv raubte - Bolli traf darüberhinaus nur das Lattenkreuz. Es schien wie vernagelt, das Tor des VfL, doch in der Nachspielzeit machte Joker van Duinen noch den hochverdienten 1:1-Endstand für die Düsseldorfer.

Bielefeld ärgert Freiburg - Klos-Premiere

Bielefelds Klos jubelt über sein Tor zum 1:0 in Freiburg.

Bielefelds Klos jubelt über sein Tor zum 1:0 in Freiburg. Getty Images

Die Freiburger hatten den Aufsteiger aus Bielefeld zu Gast, der die spielstarken Breisgauer im ersten Abschnitt sehr gut vom eigenen Tor fernhielt. Erst kurz vor der Halbzeit wurde es ein bisschen flotter: Erst scheiterte SCF-Stürmer Petersen an DSC-Torwart Hesl, kurz danach hämmerte Bielefelds Klos die Kugel aus zwölf Metern in die Maschen - für den Kapitän der Ostwestfalen war es der erste Liga-Treffer. Freiburg wollte nach dem Seitenwechsel möglichst schnell den Druck erhöhen, doch stattdessen kassierte die Streich-Elf prompt den nächsten Nackenschlag: Dick hatte von links abgezogen, Freiburgs Guedé fälschte leicht ab und schon schlug das Leder zum 2:0 für die Bielefelder ein. Der SCF schüttelte sich kurz und ging dann mehr Risiko. Allerdings dauerte es noch eine ganze Weile, bis Torjäger Petersen mit dem Anschlusstreffer die Hausherren wieder ins Spiel brachte. Der Liga-Neuling musste sich nun ausschließlich aufs Verteidigen konzentrieren, doch der knappe Vorsprung reichte der Meier-Elf letztlich nicht, weil der eingewechselte Hufnagel das späte 2:2 markierte. Dennoch war es ein überraschender Auswärtspunkt für Bielefeld.

Ausgerechnet Frahn sichert Heidenheim einen Zähler

Heidenheim empfing die punktgleichen Leipziger zum Verfolgerduell, in dem am Ende ein leistungsgerechtes 1:1-Remis stand. Zunächst fanden die Gäste etwas schwer in die Partie, doch bei Sabitzers schön herausgespielter Chance deutete RB an, was für ein Potenzial in der Mannschaft steckt. Heidenheim erzielte ein Tor durch Titsch-Rivero, das wegen Abseits aberkannt wurde, sonst hatte der FCH nicht viel zu bieten in der Offensive. In der Defensive wurden sie dafür von gut kombinierenden Leipzigern immer wieder auseinandergezogen, sodass Linksverteidiger Halstenberg seinen ersten Treffer für seinen neuen Klub erzielen konnte. Nach dem Wechsel verflachte die Partie, die Rangnick-Elf zog sich etwas zurück, doch eine Überlegenheit konnten sich die Heidenheimer dadurch nicht erarbeiten. Spielerisch blieb beim FCH vieles Stückwerk, doch dann holte Leipertz einen Elfmeter heraus, den ausgerechnet der Ex-Leipziger Frahn zum 1:1-Endstand verwandelte.

cru/bst