Höcher und Nikolaou Optionen für Erfurts Startelf

RWE: Weiße Weste auch gegen Aue?

Ioannis Nikolaou und Norman Loose

Darf er sich von Beginn an das RWE-Trikot überstreifen? Ioannis Nikolaou (mit Co-Trainer Norman Loose). imago

"Wir haben einige Personalentscheidungen zu treffen", verkündete RWE-Coach Preußer zu Beginn der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Aue. Es folgte der kurze Blick nach rechts, wo es sich Youngster Ioannis Nikolaou bequem gemacht hatte: "Wenn André zurückkommt und Ioannis hier sitzt, dann ist da sicherlich eine Frage, die es zu beantworten gibt."

In der Abwesenheit des erkrankten Platzhirschen André Laurito hatte Nikolaou am vorigen Spieltag in Würzburg (0:0) sein Startelf-Debüt in der 3. Liga gegeben - und in der Innenverteidigung gleich eine solide Leistung gezeigt (kicker-Note: 3,5). "Im Spielaufbau bringt er eine ganze Menge mit", lobte Coach Preußer den 22-Jährigen, der nach anfänglichen Nervositäten immer besser ins Spiel fand. "Sehr aufgeregt" sei er vor der Partie gewesen, berichtet Nikolaou, der in Würzburg dann aber bemerkte, "dass ich sicherer wurde und dass es auch ein bisschen selbstverständlicher wurde im Laufe des Spiels".

Nikolaou hegt Hoffnungen

Bekommt der 22-Jährige nun auch gegen Aue wieder das Vertrauen - oder muss er für den gesundeten Laurito weichen, der zuvor alle Partien bestritten hatte? "Wenn ich das letzte Spiel von Anfang an gespielt habe und wir auch zu Null gespielt haben, dann macht man sich natürlich seine Hoffnungen", sagt Nikolaou. Der Coach lässt sich indes noch nicht in die Karten schauen.

Es war der positive Aspekt des Remis in Würzburg: Zum zweiten Mal in Folge blieb die Weste weiß. Vorne herrschte aber eben auch Ebbe: "Wir hatten in Überzahl relativ wenige Torchancen", moniert Preußer, der außerdem "mit der Passqualität nicht so zufrieden" war. Einzig an die druckvolle Schlussviertelstunde hat er bezogen auf die Offensivbemühungen gute Erinnerungen - eine Drangphase, bei der auch Neuzugang Marc Höcher nach seiner Einwechslung mitwirkte.

Ich erwarte kein Spiel, in dem beide Mannschaften sich tief reinstellen

RWE-Coach Christian Preußer vor dem Heimspiel gegen Aue

Nach den Eindrücken aus dem ersten Einsatz und den Trainingseinheiten ist die neue Nummer 10 für Preußer eine Option für die Startelf gegen Aue. Als schlechtes Omen sieht der Coach derweil nicht, dass sowohl Erzgebirge als auch seine Elf zuletzt ein 0:0 einfuhren: "Es wird von Beginn an richtig zur Sache gehen. Ich erwarte kein Spiel, in dem beide Mannschaften sich tief reinstellen."

Die Gäste schätzt Preußer als "sehr kompakt" ein und bescheinigt ihnen trotz der jüngsten Ladehemmung prinzipiell eine "gute Durchschlagskraft nach vorne". Er weiß: "Aue will unbedingt den Anschluss nach oben halten." Doch: "Wir wollen auch unsere kleine Serie ausbauen." Genauer gesagt: Zum dritten Mal hintereinander ohne Gegentor und zum fünften Mal in Folge ungeschlagen bleiben.

Wieder "Haue gegen Aue"?

Die Langzeit-Statistik spricht gegen die Hausherren. "Gegen Aue gibt es meistens Haue", erinnerte sich ein fachkundiger Vereinsvertreter zum Ende der Pressekonferenz an ein "geflügeltes Wort aus den sechziger, siebziger Jahren" - und rechnete vor: In insgesamt 93 Pflichtspielen gegen Aue gab es bei einem Torverhältnis von 115:141 nur 24 Siege bei 33 Unentschieden und 36 Niederlagen. Die negative Bilanz soll am Samstag nun etwas aufpoliert werden.

kon