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80 Millionen Euro? ManUnited holt Martial

Red Devils greifen für Teenager tief in die Tasche

80 Millionen Euro? ManUnited holt Martial

Anthony Martial

Wechselte für einen viele Millionen den zu ManUnited: Anthony Martial (19, Mi.). Getty Images

Robin van Persie, Angel di Maria, Falcao, Javier Hernandez - die Abgänge, die Manchester United in der Offensive zu verzeichnen hatte, waren diesen Sommer überaus namhaft. Adnan Januzaj, der für ein Jahr an Borussia Dortmund ausgeliehen wurde, kam noch hinzu. "Ich wäre völlig verblüfft, wenn United keinen Stürmer mehr holt. Es muss passieren", hatte TV-Experte Gary Neville am Wochenende noch gesagt. Schließlich wäre Wayne Rooney, der trotz Dreierpack in der CL-Quali noch auf sein erstes Ligator wartet und sich schon wieder einiges an Kritik anhören muss, der einzige echte Stürmer im Kader von Louis van Gaal. Mit Memphis Depay (PSV Eindhoven) hatte der Klub nur einen Neuzugang für die Offensive geholt.

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Am Montagvormittag stand fest: Der neue Stürmer ist unterwegs. Der französische Fußballverband teilte offiziell mit, dass Anthony Martial von Nationaltrainer Didier Deschamps die Sondererlaubnis erhalten habe, das Teamquartier in Clairefontaine zu verlassen, um einen Vertrag bei Manchester United zu unterschreiben. Englische Medien hatten bereits am Wochenende berichtet, die Red Devils seien bereit, 50 Millionen Euro für den Teenager an AS Monaco zu überweisen. Diese Summe scheint es nun tatsächlich geworden zu sein - mindestens. Laut der für gewöhnlich verlässlichen L'Équipe soll die Ablösesumme für den 19-Jährigen auf sage und schreibe 80 Millionen Euro ansteigen können (60 sofort, 20 durch mögliche Bonuszahlungen).

Von Deschamps erstmals nominiert

Das wäre ein ordentlicher Rucksack für den Youngster, der im Juni 2013 von Olympique Lyon ins Fürstentum gewechselt war, erst 48 Ligue-1-Spiele absolviert hat und von Nationaltrainer Deschamps für die anstehenden Länderspiele gerade erstmals für die Nationalmannschaft nominiert wurde. Auch "OL" dürfte sich einmal mehr über die Früchte seiner guten Jugendarbeit freuen: 25 Prozent der Ablösesumme wandern nach Lyon, das vor zwei Jahren knapp fünf Millionen Euro erhalten hatte.

Monacos CL-Aus macht Wechsel erst möglich

In Monaco hatte Martial erst im Juni einen neuen Vertrag bis 2019 zu deutlich verbesserten Bezügen unterschrieben und war bei dieser Gelegenheit von der Klubführung als "unverkäuflich" bezeichnet worden. Das Aus in der Champions-League-Qualifikation gegen den FC Valencia öffnete einem Wechsel nach Manchester nun aber doch die Tür.

80 (!) Millionen Euro für einen 19-Jährigen? Das mutet doch ein wenig nach dem "Panik-Kauf" an, den van Gaal nach dem 1:2 gegen Swansea am Sonntag noch ausgeschlossen hatte. Auf jeden Fall erhielt Lokalrivale City für einen ähnlichen Wahnsinnsbetrag mit Kevin De Bruyne einen Spieler, der sich schon nachdrücklich profiliert hat (wenn auch nicht in der Premier League). Die Erwartungshaltung an den Teenager wird riesengroß sein. Ob er der dringend benötigte Torjäger ist, der United sofort weiterhilft, darf bezweifelt werden. Angesichts der gigantischen Ablösesumme werden aber nicht nur die Fans einen Spieler erwarten, der sofort den Unterschied machen kann.

ski

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