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Swansea bleibt ManUniteds Angstgegner

Premier League, 4. Spieltag: Arsenal gewinnt glanzlos

Swansea bleibt ManUniteds Angstgegner

André Ayew

Swanseas Ayew überwindet ManUniteds Keeper Sergio Romero zum zwischenzeitlichen 1:1. picture alliance

Nach dem souveränen 4:0 in der Champions-League-Qualifikation beim FC Brügge nahm Manchester Uniteds Coach Louis van Gaal zwei Änderungen vor. Der Franzose Schneiderlin sowie Schweinsteiger begannen für Carrick und Januzaj. Auf der Bank saß wohl ein letztes Mal Javier Hernandez. Der Mexikaner soll abgegeben werden, als Kandidat wird auch Bayer Leverkusen gehandelt.

Es dauerte keine 120 Sekunden, da wäre Manchester United fast in Führung gegangen. Doch Swanseas Keeper Fabianski fischte einen Depay-Freistoß noch aus dem Winkel. Die Red Devils blieben in der Folgezeit das tonangebende Team, hatten mehr Ballbesitz und auch optische Vorteile. Allerdings war das Spiel des Van-Gaal-Teams zu sehr in die Breite angelegt, dafür fehlten die Pässe in die Spitze. Schweinsteiger war im Mittelfeld zwar sehr aktiv, doch auch der Weltmeister mied das Risiko und spielte lieber quer, statt nach vorne. So hatte Manchester in Durchgang eins nur noch eine nennenswerte Chance, doch Mata verzog knapp (21.)

Ganz anders Swansea. Die Waliser überließen dem Gegner zwar die Initiative, schalteten bei eigenem Ballbesitz aber schnell um und hatten so die hochkarätigen Chancen. Den Anfang machte Sigurdsson. Der Ex-Hoffenheimer kam nach einem Freistoß an den Ball, verlud ManUnited-Keeper Sergio Romero, schob den Ball dann aber um Millimeter am linken Pfosten vorbei (25.). Noch knapper war es in der 27. Minute, als Gomis am Aluminium scheiterte. So ging es mit dem für ManUnited schmeichelhaften 0:0 in die Kabinen.

Der zweite Abschnitt begann mit einem klassischen Paukenschlag. In der 48. Minute tankte sich Shaw auf der linken Seite durch. Seine Flanke verpasste Rooney im Fünfmeterraum, doch am zweiten Pfosten rauschte Mata heran und drückte den Ball über die Linie. Nur wenige Augenblicke später fälschte Williams eine Depay-Hereingabe gefährlich ab, Fabianski verhinderte mit einer Glanzparade ein weiteres Gegentor (52.).

Eigentlich hatten die Red Devils nun alles im Griff, Mata ließ nach tollem Pass von Herrera nach einer Stunde das mögliche 2:0 liegen. Das sollte sich rächen. Williams fing einen schlampigen Vorwärtspass ab, machte ein paar Schritte und spielte auf die rechte Seite zu Sigurdsson. Dessen Flanke köpfte Ayew zum 1:1 ein (61.). Und es sollte sogar noch dicker kommen für die Red Devils: Nach einem Zuckerpass mit dem Außenrist von Ayew war Gomis zur Stelle, der Franzose spitzelte den Ball zum 2:1 für die Schwäne ins Netz.

Fortan war ManUnited um den Ausgleich bemüht, doch die erste Niederlage der Saison ließ sich nicht mehr verhindern. Swansea feiert den dritten Sieg in Serie gegen Manchester United und überholt die Red Devils in der Tabelle.

Sterling jubelt erstmals bei ManCitys Rekordsieg

Raheem Sterling

Da war's passiert: Raheem Sterling trifft zum ersten Mal für seinen neuen Verein. picture alliance

Manchester City hatte den Schock der Champions-League-Auslosung (Juventus, Sevilla, Gladbach) ganz offensichtlich gut verdaut, denn gegen Aufsteiger Watford, wo Prödl zum vierten Mal in Folge in der Startformation stand, gelang ein 2:0-Erfolg. Damit siegten die Himmelblauen saisonübergreifend zum zehnten Mal in Folge – Vereinsrekord! Doch auch 66-Millionen-Neuzugang Sterling beendete das Warten, der Stürmer vom FC Liverpool erzielte seinen ersten Treffer für den neuen Klub.

City startete zum dritten Mal in Folge mit der gleichen Formation. Watford hielt in der ersten Hälfte zwar noch gut dagegen, aber als Sterling nach dem Wechsel traf, war der Widerstand gebrochen. Von der rechten Außenbahn flankte Sagna an den Fünfmeterraum, dort pennte die Defensive und Sterling musste nur den Schlappen reinhalten und durfte sich über seinen ersten Treffer für die Himmelblauen freuen. Auf Vorlage von David Silva erhöhte Fernandinho wenig später zum vorentscheidenden 2:0. Das Team von Manuel Pellegrini behielt damit seine blütenweise Weste und trifft nächsten Samstag auf Crystal Palace.

Mourinho verliert im 100. Heimspiel zum zweiten Mal

Das Team von Alan Pardew schockierte den FC Chelsea und entführte alle drei Punkte von der Stamford Bridge. Für José Mourinho ein nahezu unbekanntes Gefühl, war es doch erst seine zweite Niederlage in seinem 100. Heimspiel als Chelsea-Coach. Bei den Blues saß Neuzugang Baba nur auf der Bank und musste zusehen, wie die Blues zwar mehr Ballbesitz hatten, aber nichts Zählbares einfuhren. Sako brachte den Außenseiter zunächst in Führung (65.). Der eingewechselte Falcao köpfte aus fünf Metern zwar zum Ausgleich ein, sein erster Treffer für Chelsea (79.), aber die Gäste waren noch nicht fertig.

Nur zwei Minuten später köpfte Ward aus ebenfalls fünf Metern unbedrängt zum vielumjubelten 2:1-Sieg ein. Damit hat Chelsea nach vier Spieltagen bereits acht Punkte Rückstand auf Manchester City. "Wir hatten es nicht verdient zu verlieren", befand Mourinho. "Palace hat es uns schwer gemacht. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen, was für uns aber immer noch ein schlechtes Resultat gewesen wäre."

Historischer Hammers Sieg an der Anfield Road

Manuel Lanzini

Frühes Glück: Manuel Lanzini bejubelt seinen Treffer zum 1:0. picture alliance

Noch übler erwischte es Liverpool, das gleich mit 0:3 gegen West Ham unterging. Ein Sieg für die Historie, denn zuletzt gewannen die Hammers 1963 ein Ligamatch an der Anfield Road. Bereits nach drei Minuten schoss Neuzugang Lanzini das Team von Slaven Bilic in Führung. Nach einer halben Stunde legte Noble nach einer ganzen Reihe von Abwehrfehlern nach. Auch beim dritten Treffer von Sakho half Liverpool kräftig mit. Mit einem Schuss aus 14 Metern setzte er den Schlusspunkt eines denkwürdigen Sieges. Einziger Wermutstropfen war die Rote Karte für Noble (79.), bei Liverpool flog Coutinho mit der Ampelkarte vom Feld. Neu-Nationalspieler Can wurde von Michael Rodgers bereits nach 45 Minuten ausgetauscht und auch Roberto Firmino (für 41 Millionen Euro von Hoffenheim gekommen) spielte nicht die gewünschte Rolle und musste nach einer Stunde vom Feld.

Tottenham bleibt ohne Son weiter ohne Sieg

Am Abend gab es zwischen Tottenham und Everton noch ein torloses Remis. Damit wartet das Team von Mauricio Pochettino auch nach dem vierten Spieltag weiter auf den ersten Sieg der Saison. Kane hatte an der White Hart Lane die beste Chance, um die Partie zu entscheiden, scheiterte aber an Keeper Howard. Son, Millionentransfer von Bayer Leverkusen , war bei den Spurs noch nicht im Kader.

Gunners gewinnen ohne Özil und Mertesacker

Aleksandar Mitrovic

Harter Einsatz, harte Entscheidung: Aleksandar Mitrovic sieht die Rote Karte. picture alliance

Arsene Wenger musste im Auftaktspiel am Samstagnachmittag in Newcastle auf Mertesacker verzichten, der mit einer Infektion zu kämpfen hat. Das brachte die Abwehr allerdings in keinster Weise zum Wackeln, denn im St. James' Park ging es nur in eine Richtung, auch wenn mit Özil (leichte Knieprobleme) ein weiterer Spieler fehlte. Die Hausherren mussten früh einen Platzverweis verdauen und verloren deswegen verdientermaßen mit 0:1.

Nach zehn Minuten zeigten die Gunners einen ersten schönen Spielzug. Per Direktpassspiel wurde Walcott in Position gebracht, allerdings war Keeper Krul im Bilde, klärte vor dem Stürmer. Wenig später hatte Newcastle Glück, dass es keinen Elfmeter gab, denn etwas unglücklich, aber eben auch nicht regelkonform stolperte Thauvin Bellerin im Strafraum um (13.). Dann kam es aber richtig dick für die Hausherren, denn Mitrovic sah nach einem Tritt gegen Coquelin die Rote Karte – eine harte Entscheidung für eine reichlich unglückliche Aktion. Es war der Auftakt für einige harte Fouls und für eine Reihe von Gelben Karten bis zum Ende des Spiels.

Lange dauerte es, bis wieder eine Chance heraussprang, erst als sich Sanchez aus 20 Metern ein Herz fasste, wurde es richtig gefährlich. Krul konnte den platzierten Schuss nur nach vorne abprallen lassen, doch Walcott vergab aus kurzer Distanz kläglich. Das dezimierte Newcastle konzentrierte sich verständlicherweise nur noch auf die Defensive und hatte dort vor der Pause auch gut zu tun. Nach einer bereits geklärten Ecke erwischte Arsenal die Magpies in der Vorwärtsbewegung, aber Mbemba war noch rechtzeitig zur Stelle, um Walcott in die Parade zu fahren (39.). Insgesamt machte Walcott in zentraler Position keinen überzeugenden Eindruck und agierte meist unglücklich.

Coloccini fälscht entscheidend ab

Nach dem Wechsel platzte der Knoten, wenn auch mit gegnerischer Hilfe. Ramseys Schuss aus der zweiten Reihe faustete Krul zwar weg, doch der Nachschuss von Oxlade-Chamberlain wurde von Coloccini unhaltbar ins Tor abgelenkt (52.). Das Spiel blieb umkämpft, und die Gunners schafften es nicht nachzulegen, letztlich blieb Keeper Cech an diesem Nachmittag aber weitestgehend ohne Arbeit, denn die dezimierten Magpies schafften es nicht mehr, den zweiten Saisonsieg von Wengers Truppe zu verhindern. Newcastle muss nach dem Achtungserfolg gegen ManUnited (0:0) aufpassen, sich nicht früh in dieser Saison wieder im Keller einzurichten.

tru