Leverkusens Neuzugang stellt sich vor

Kampl: "Bin froh, wieder bei Roger zu sein"

Kevin Kampl

Ist zurück bei Bayer Leverkusen: Kevin Kampl. imago

"Du hast eben mehr Leute begrüßt als ich", meinte Bayer-Pressesprecher Dirk Mesch zur Rückkehr von Kampl, der von Borussia Dortmund nach Leverkusen wechselt , wo er bereits von 1997 bis 2010 gespielt hatte. Dennoch erkannte nicht jeder der Anwesenden auf Anhieb den zuvor vom Verein nicht für die Spieltagspressekonferenz angekündigten Neuzugang. "Wer ist das denn?", fragte eine Journalistin (zu) laut vor sich hin, als Kampl zusammen mit Trainer Roger Schmidt und Mesch den Raum betrat.

Kampls Wechsel hatte sich in den vergangenen Tagen abgezeichnet, am Freitagmorgen wurden die letzten Details zwischen den beiden Klubs geklärt. Der 24-Jährige, der bereits im Winter ein Thema in Leverkusen war, damals aber lieber aus Salzburg nach Dortmund gegangen war, kostet Bayer eine Ablöse in Höhe von elf Millionen Euro. Nach dem Abgang von Heung-Min Son, dessen Wechsel zu Tottenham Hotspur am Freitagmorgen ebenfalls bestätigt wurde , und der Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League sollte Bayer über das nötige Kleingeld verfügen. Daher ist auch mindestens noch ein weiterer Neuzugang geplant.

Höjbjerg wird es nicht

"Wir haben mit Kevin einen ganz wichtigen Transfer getätigt, der umso wichtiger wurde durch den Weggang von Son. Durch die Verletzung von Charles Aranguiz (Achillessehnenriss, Anm. d. Red.) sehen wir auf der Sechserposition schon noch Bedarf", meinte Schmidt, der mit einem Schmunzeln anmerkte: "In dieser Woche haben sich die Ereignisse ein bisschen überstürzt." Kein Kandidat mehr für die Vakanz auf der Position vor der Abwehr ist Pierre-Emile Höjbjerg vom FC Bayern. Schmidt hatte am Freitagmorgen noch das Interesse an dem Dänen bestätigt ("Dass er bei uns sehr gut reinpassen würde, ist klar"), allerdings auch angemerkt: "Man wird sehen, ob das möglich ist. Andere Vereine bemühen sich auch um ihn. Das letzte Wort hat Bayern München." Und die Münchner entschieden sich nun gegen eine Ausleihe nach Leverkusen, stattdessen erhält Schalke 04 den Zuschlag .

So wird Leverkusen am Samstagabend (18.30 Uhr, LIVE bei kicker.de) beim Gastspiel beim deutschen Rekordmeister, wenn überhaupt, nur Punkte mitnehmen können. Zwar hat das Qualifikations-Rückspiel zur Champions League gegen Lazio (3:0) am Mittwoch viel Kraft gekostet, andererseits ist Bayer nach dem fast perfekten Saisonstart "im Fluss", wie Schmidt sagte: "Wir haben Erfolgserlebnisse. Ich traue uns schon zu, am Samstagabend in einem guten Zustand zu sein."

Das ist die bestmögliche Art, wie ich Fußball spielen kann.

Kevin Kampl über den Spielstil von Roger Schmidt

Ob Kampl bei den Bayern schon eine Option für den Kader oder gar die Startelf ist, steht noch nicht fest. "Das kann ich noch nicht beantworten, weil noch keine Spielberechtigung vorliegt", erklärte Schmidt: "Sollte das kurzfristig passieren, wäre das eine Überlegung." Eine lange Anlaufzeit sollte Kampl in Leverkusen ohnehin nicht benötigen. Der slowenische Nationalspieler kennt Schmidt und dessen Pressing-Fußball aus zwei gemeinsamen Jahren in Salzburg. "Das ist die bestmögliche Art, wie ich Fußball spielen kann. Das liegt mir sehr gut", meinte Kampl: "Ich bin froh, wieder bei Roger zu sein. Er ist der Trainer, der mich in meiner Karriere am meisten geprägt hat."

Jan Reinold

Bayern? Bayer? Beides!