Langerak fehlt Stuttgart noch länger

VfB-Kader: Auch Dutt sieht eine "Kluft"

Robin Dutt

"Es gibt keinen Grund, die Saisonziele infrage zu stellen", findet VfB-Sportvorstand Robin Dutt. picture alliance

Zweimal nicht schlecht gespielt, zweimal dennoch verloren - die Sommer-Euphorie beim VfB Stuttgart hat ein wenig an Fahrt verloren. "Wir sind nicht völlig am Boden zerstört, aber natürlich startet man nicht gerne mit zwei Niederlagen", fasste Sportvorstand Robin Dutt am Dienstag die Gemütslage zusammen. "Ergebnistechnisch könnte es besser sein, da wir mit hohen Erwartungen in die zwei Spiele gegangen sind. Es gibt aber keinen Grund, die Saisonziele infrage zu stellen."

Am Vorhaben, diesmal nichts mit dem Abstieg zu tun haben zu wollen, soll sich nichts ändern, am Vertrauen in den Power-Fußball von Alexander Zorniger ebenso wenig. Am Kader aber sehr wohl: Nachdem der Trainer im Anschluss ans 2:3 beim HSV die qualitative Breite des Kaders in Zweifel gezogen hatte , gibt auch Dutt zu: "Es gibt derzeit eine Kluft zwischen einigen, die in der Stammformation stehen, und einigen, die dahinter sind."

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Neuzugänge? "Wenn es nicht klappt, wird es keine 1c-Lösung geben"

Gegen Köln (1:3) hatte Joker Timo Werner beim dritten Gegentor nicht gut ausgesehen , in Hamburg patzte der eingewechselte Carlos Gruezo beim 2:2 und 2:3 folgenschwer. "Vom Kader sind wir insgesamt überzeugt", betont Dutt zwar, weiß jedoch, dass personelle Verstärkungen noch nötig sind - besonders in einem Bereich: "Wir würden in der Innenverteidigung gerne etwas machen. Es gibt zwei, drei Lösungen, von denen wir überzeugt sind." Mit der Brechstange werde man aber nicht vorgehen: "Wenn es nicht klappt, wird es keine 1c-Lösung geben."

Nach dem Abschied von Abwehrchef Antonio Rüdiger zum AS Rom ist zumindest Geld in der Kasse, auch Kevin Stögers Wechsel zum SC Paderborn bringt noch mal rund eine Million Euro . Eine weitere offensive Verpflichtung ist trotzdem nicht mehr angedacht. "Ansonsten", fügt Dutt nämlich an, "trauen wir dem Kader zu, einen gesicherten Mittelfeldplatz zu holen."

Der Sportdirektor versucht also, Vertrauen auszusprechen, die Ruhe zu bewahren. Auch in der Torwartfrage, wo mancher Przemyslaw Tytons erste Eindrücke im VfB-Trikot kritisch beäugt. Gegen Köln verschuldete der Pole einen Elfmeter, bei dessen Ausführung er nicht glücklich aussah; in Hamburg schien Pierre-Michel Lasoggas das Tor zum 2:2 nicht unhaltbar zu sein. Er strahle viel Ruhe aus, lobt dagegen Dutt.

"Bei Langerak zieht es sich hin"

Tytons Problem: Wirklich auszeichnen konnte er sich bislang nicht. Dutts Problem: Es fehlt die eingeplante Alternative. Neuzugang Mitchell Langerak musste den Zweikampf zwischen den Pfosten in der Vorbereitung nach einem Muskelbündelriss abbrechen und wird länger als befürchtet ausfallen. "Bei Langerak zieht es sich hin. Das ist für ihn und uns ärgerlich", so Dutt. Wann der VfB wieder mit ihm planen kann, ist derzeit offen.

jpe