SCP liefert gegen Sandhausen spielerischen Offenbarungseid ab

Paderborn: Bloßgestellt, blamiert und beschimpft

Marvin Bakalorz

Sprach der Mannschaft die richtige Einstellung ab: Paderborns Kapitän Marvin Bakalorz. imago

Drastisch und in höchstem Maße selbstkritisch sprachen alle, Lukas Kruse aber driftete für einen kurzen Moment ins Ordinäre ab. Im Klub-TV auf die Fans angesprochen, sagte der Torwart des SC Paderborn: "Dass sie angepisst sind, wenn sie hierfür Geld bezahlen und so etwas hier angucken müssen, ist doch klar."

Einen spielerischen Offenbarungseid abgeliefert, selbst Kampf und Einsatz vermissen lassen und mit 0:6 gegen Sandhausen untergegangen - beim SCP herrschte nach dem Schlusspfiff Entsetzen über die eigene Leistung. Marvin Bakalorz sprach von einer "Bloßstellung", das Team habe die ersten drei Gegentore "wie eine Amateurmannschaft" kassiert. Der Kapitän sagte gar: "Das war heute kein Fußball."

Wenn wir so spielen, bekommen wir jede Woche die Hütte voll.

SCP-Kapitän Marvin Bakalorz nach dem 0:6-Debakel gegen Sandhausen

Tatsächlich blieb Paderborn seinen Anhängern alles schuldig. Von den guten Ansätzen beim Auswärtssieg in Düsseldorf (2:1) war gegen den SVS keine Spur. Die Fans quittierten das kollektive Versagen ihrer Elf mit gellenden Pfiffen und Schmährufen. In den ersten 45 Minuten führten die Kurpfälzer den Absteiger aus der Bundesliga nach allen Regeln der Fußballkunst vor. Und als die Ostwestfalen nach dem Seitenwechsel "eigentlich zweieinhalb Minuten gut gespielt" hatten, wie Kruse in einem Anflug von Galgenhumor anmerkte, traf Sandhausen zum vierten Mal.

Kein Eifer im Gefecht - und jetzt auf den Betzenberg

Unmittelbar nach dem Gefecht, in dem der SCP keinen Eifer zeigte, tat sich der Schlussmann schwer mit der Analyse. "Ich weiß auch nicht, wie das zu erklären ist, dass wir so eine Leistung auf den Platz bringen", gab Kruse zu - ein alarmierendes Statement nach der höchsten Heimniederlage, die Paderborn jemals im Unterhaus kassiert hat.

Bakalorz indes erkannte: "Es hat an der Einstellung gelegen." Warnend sagte er mit Blick auf die kommenden Aufgaben: "Wenn wir so spielen, bekommen wir jede Woche die Hütte voll." Und die Aussichten sind nicht rosig: Nächsten Montag muss die Gellhaus-Elf auf den Betzenberg. Kaiserslautern ist eines der heimstärksten Teams der Liga.

lei