2. Bundesliga

Hünemeier zieht es nach England

Brighton & Hove Albion buhlt um Paderborner

Hünemeier zieht es nach England

Er verlässt Paderborn: Uwe Hünemeier.

Er verlässt Paderborn: Uwe Hünemeier. imago

Der Spieler hatte sich mit dem Klub aus dem englischen Seebad Brighton bereits geeinigt gehabt, nun fanden auch die beiden Vereine zueinander. Vorbehaltlich des Medizinchecks sowie der endgültigen Unterschrift ist der Transfer festgezurrt, vermeldete der SCP.

"Uwe hat uns seinen Wechselwunsch mitgeteilt und unmissverständlich klar gemacht, dass er diese Herausforderung annehmen möchte und zum Winter geht, wenn wir ihm den Transfer jetzt verweigern. Auch unser Angebot für eine weitere Vertragsverlängerung konnte ihn nicht umstimmen. Sein Abgang ist ein großer sportlicher Verlust", sagte Geschäftsführer Sport Michael Born und erklärte weiter: "Uwe kann in England erheblich mehr verdienen als bei uns. Wir bekommen eine Ablösesumme in siebenstelliger Höhe, in wenigen Monaten hätten wir weniger als die Hälfte erhalten. Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschlossen, den Transfer jetzt zu ermöglichen."

Spielersteckbrief Hünemeier
Hünemeier

Hünemeier Uwe

SC Paderborn 07 - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.06.1985

Vereinsfarben

Blau-Schwarz

Brighton & Hove Albion - Vereinsdaten

Gründungsdatum

24.06.1901

Die Ablösesumme für den 29-Jährigen, dessen Vertrag im Juni 2016 ausläuft, soll sich laut "Westfalen-Blatt" auf 2,5 Millionen Euro belaufen. Paderborns Manager Michael Born wollte diese Summe nicht kommentieren, sagte dem kicker aber: "Dass die Engländer so hohe Forderungen erfüllen, hätte ich nicht gedacht."

Born, der nach Mario Vrancic, Patrick Ziegler, Alban Meha, Jens Wemmer, Lukas Rupp, Elias Kachunga und Christian Strohdiek den nächsten Leistungsträger verliert, betonte, dass man sich bereits nach Alternativen für den Abwehrchef umgeschaut habe. Aus rein sportlicher Sicht ist der (noch nicht abgeschlossene) Transfer kaum nachzuvollziehen. Dass Paderborn dennoch zustimmte, liegt daran, dass Hünemeier in seinem noch ein Jahr laufenden Vertrag - wie viele andere SCP-Profis auch - eine Ausstiegsklausel besaß.

Diese war zwar für diesen Sommer bereits ausgelaufen, im Winter hätte Hünemeier allerdings erneut für eine festgeschriebene Ablösesumme, die weniger als die Hälfte des nun vereinbarten Preises beträgt, gehen können. Da der frühere Dortmunder und Cottbuser zudem laut Klubangaben eine Vertragsverlängerung abgelehnt hat, erschien es Born und Co. sinnvoller, den Führungsspieler nun ziehen zu lassen.

Hünemeier schaffte einst den Durchbruch im Profigeschäft bei Borussia Dortmund, konnte sich dort letzten Endes aber nicht etablieren. Nach 38 Ligaspielen und sechs Toren für den BVB zog es ihn 2010/11 nach Cottbus, wo er zum gestandenen Zweitliga-Profi reifte. Für die Lausitzer bestritt er 78 Partien (10 Tore), ehe er zum SC Paderborn ging.

Mit den Ostwestfalen schaffte er gleich in seiner ersten Saison den sensationellen Aufstieg in die Bundesliga, in der sich der SCP dann aber nicht halten konnte - unabhängig davon war Hünemeier unumstrittener Stammspieler, 2014/15 stand er in 32 Bundesligaspielen für Paderborn auf dem Platz, erzielte gegen Mainz (2:2) und Frankfurt (3:1) jeweils ein Tor und brachte es am Ende der Spielzeit auf einen kicker-Notenschnitt von 3,41. Insgesamt kann Hünemeier mittlerweile auf 37 Spiele in der Bundesliga sowie 113 im Unterhaus zurückblicken.

Jan Reinold