BVB-Trainer schwärmt von "Papa"

Tuchel: "Sokratis spielt Männerfußball"

Sokratis

"Er ist fast ein bisschen besessen vom Verteidigen", sagt BVB-Coach Thomas Tuchel über Sokratis. imago

Vor zwei Jahren war Sokratis aus Bremen nach Dortmund gewechselt. Ihm eilte der Ruf eines beinharten Verteidigers voraus. Als er im Sommertrainingslager 2013 mit Sven "Manni" Bender auf einem Zimmer lag, war in einigen Medien deshalb von der "härtesten WG der Welt" die Rede. "Bei uns ist alles abgedunkelt und wir brüllen nur rum", scherzte Bender damals und meinte: "Das ist eher so ein Tierkäfig."

Im Sommer 2015 heißt Dortmunds Trainer Thomas Tuchel, und nach gut fünfwöchiger Vorbereitung hat auch der Nachfolger von Jürgen Klopp offensichtlich die Tugenden des griechischen Nationalspielers sehr zu schätzen gelernt. "Es ist sehr wichtig, ihn in unseren Reihen zu haben", erklärte Tuchel am Mittwoch. "Papa", wie Sokratis genannt wird, verfüge über "athletische Voraussetzungen, die hervorragend" seien, lobte der Trainer weiter: "Er ist fast ein bisschen besessen vom Verteidigen. Er will das Tor bis zum Schluss beschützen. Und er hat Lust, Zweikämpfe zu führen."

Trainersteckbrief Tuchel

Tuchel Thomas

Borussia Dortmund - Vereinsdaten

Gründungsdatum

19.12.1909

Vereinsfarben

Schwarz-Gelb

Gegen Ende der vergangenen Saison war die kompromisslose Art des Griechen, den man aber nicht nur auf seine Zweikampfhärte reduzieren sollte, allerdings beim BVB weniger gefragt. In den letzten Spielen der Ära Jürgen Klopp durfte der 27-Jährige nur zuschauen, so auch im Pokalfinale in Berlin, das gegen Wolfsburg verloren wurde.

Viel spricht für Hummels/Sokratis

Nicht nur aufgrund der Verletzung von Neven Subotic scheint Sokratis aktuell aber neben Mats Hummels in der Innenverteidigung gesetzt zu sein. Im Qualifikations-Hinspiel zur Europa League beim Wolfsberger AC (1:0) spielte Sokratis 90 Minuten durch, und es spricht vieles dafür, dass er auch im Rückspiel am heutigen Donnerstag (20.30 Uhr, LIVE bei kicker.de) wieder zum Einsatz kommt. "Er macht das im Moment mit Mats auf einem sehr hohen Niveau", lobte Tuchel am Mittwoch und meinte zusammenfassend: "Papa ist ein echter Spieler, ein echter Mann. Er spielt Männerfußball."

Jan Reinold