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Di Maria verdrückt sich Richtung Paris

ManUnited-Missverständnis mit dem Vize-Weltmeister endet

Di Maria verdrückt sich Richtung Paris

Angel di Maria

Freut sich auf seine neue Station PSG: Angel di Maria. Getty Images

PSG hatte di Maria bereits im vergangenen Sommer verpflichten wollen. Transferbeschränkungen der UEFA wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay verhinderte dies jedoch. Das Interesse flammte in diesem Jahr erneut auf. PSG-Trainer Laurent Blanc hatte schon vor ein paar Tagen kundgetan: "Die Sache steht kurz vor dem Abschluss." Jetzt ist die Sache klar. Der 27-jährige Dribbelkünstler kickt bis Juni 2019 im Prinzenpark - und soll dort der famosen Sturmreihe um Zlatan Ibrahimovic und Edinson Cavani noch mehr Durchschlagskraft verleihen. Finanzielle Details des Transfers wurden nicht veröffentlicht, angeblich überweist PSG 62,5 Millionen Euro Ablöse an ManUnited.

Di Maria war 2014 für die immer noch in England gültige Rekordablöse von 75 Millionen Euro zu den "Red Devils" gestoßen. Zuvor waren die rund 60 Millionen Euro, die Chelsea 2011 für Fernando Torres nach Liverpool überwiesen hatte, die Höchstsumme in der Premier League gewesen. Doch von Beginn an stand die Liaison zwischen Trainer Louis van Gaal und dem Wirbelwind unter keinem guten Stern. Letztlich stand der Vize-Weltmeister (beim 0:1 im Finale gegen Deutschland verletzt) in 27 Premier-League-Partien auf dem Feld und erzielte nur drei Tore (bei immerhin zehn Assists). Im Saisonendspurt kam er fast gar nicht mehr zum Zuge, Ashley Young erhielt den Vorzug.

Ligue 1 - 1. Spieltag
Spielersteckbrief Lavezzi

Lavezzi Ezequiel

Spielersteckbrief di Maria

di Maria Angel

Manchester United - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.01.1878

Vereinsfarben

Rot-Weiß-Schwarz

Paris St. Germain - Vereinsdaten

Gründungsdatum

12.08.1970

Vereinsfarben

Blau-Rot

Zu Beginn der Vorbereitung schien es so, als ob van Gaal dem Argentinier, nach dem sich auch Bayern München zwischenzeitlich erkundigte, in der neuen Saison noch eine zweite Chance geben wollte. Doch di Maria, der seit einem versuchten Einbruch in sein Haus seit Februar im Hotel lebte, fühlte sich in Manchester nicht mehr wohl und forcierte seinen Wechsel - vor allem damit, dass er nach seinem verlängerten Copa-America-Urlaub nicht wie besprochen am 25. Juli zum United-Tross stieß, der sich gerade auf US-Tour befand. Er wisse nicht, wo di Maria sei, betonte van Gaal daraufhin mehrfach.

ManUnited war nun gewillt, den Argentinier abzugeben - und die Pariser sahen ihre Chance gekommen. Nebenbei geht di Maria mit seinem Wechsel in die "Stadt der Liebe" nun auch der Konfrontation mit dem "knurrigen" Niederländer aus dem Weg.

Krasser Gegensatz: In Madrid ging der Stern auf

Damit ist das wenig schmeichelhafte Kapitel Manchester für di Maria beendet - und er dürfte die Hoffnung heben, an alte glorreiche Zeiten anknüpfen zu können. So wie einst bei Real Madrid. Bei den Königlichen, wo er von 2010 bis 2014 unter Vertrag gestanden hatte, traf er in 190 Einsätzen in La Liga noch stolze 36-mal und steuerte obendrein 87 Vorlagen bei. In der Champions League kamen in 39 Spielen acht Tore und 14 Assists hinzu. Zuvor kickte er von 2007 bis 2010 bei Benfica Lissabon in Portugal.

Bei den Franzosen wird di Maria nun die ohnehin schon stark besetzte Angriffsabteilung um Superstar Zlatan Ibrahimovic, Edinson Cavani, Lucas oder auch Javier Pastore noch weiter verstärken. Gut möglich, dass sein Nationalmannschaftskollege Ezequiel Lavezzi deswegen noch verkauft wird. Als möglicher Zielort gilt die Rückkehr nach Italien, wo der 30-Jährige einst beim SSC Neapel (2007 bis 2012) groß aufgespielt hatte.

Ezequiel Lavezzi

Muss Ezequiel Lavezzi nach der Verpflichtung von Angel di Maria noch gehen? Getty Images

Für di Maria geht es indes in Paris weiter, das nach drei Meisterschaften in Serie und dem nationalen Triple 2015 (Ligue 1, Pokal, Ligapokal) endlich den großen Wurf auf internationaler Ebene schaffen möchte. In der Champions League schafften Zlatan Ibrahimovic & Co. maximal den Sprung ins Viertelfinale: 2013 war gegen den FC Barcelona Endstation (2:2, 1:1), 2014 gegen den FC Chelsea (3:1, 0:2) und 2015 wiederum gegen Barça (1:3, 0:2). Ob mit di Maria diese Bilanz aufpoliert werden kann?

mag

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