Stöger und Kiesewetter nicht im VfB-Kader

Didavi und Kostic überzeugen - Härtefälle für Zorniger

Christian Gentner gratuliert Daniel Didavi zum 2:0

Glückwünsche zum Doppelpack: Christian Gentner klatscht Daniel Didavi nach dessen 2:0 gegen Winterthur ab. imago

Auch wenn der Gegner "nur" ein Schweizer Zweitligist war, hatte der vorletzte Test vor dem Saisonstart für Zorniger besondere Bedeutung: Der VfB-Trainer, der zur Pause wieder fast komplett durchwechselte, probierte gegen den FC Winterthur zum Abschluss des Trainingslagers seine beiden favorisierten Spielsysteme aus - ein 4-4-2 und ein 4-3-1-2 (eine Art 4-4-2 mit Raute) -, und zwar in beiden Halbzeiten. Er stellte also taktisch zur Mitte jedes Durchgangs um. Seine Mannschaft soll beide Varianten verinnerlichen.

Neben den noch länger verletzten Mitchell Langerak und Antonio Rüdiger fehlte auch Serey Dié, der sich im Vormittagstraining leichte Oberschenkelprobleme zugezogen hatte. Eine Vorsichtsmaßnahme, kein Fingerzeig - anders als bei drei anderen Personalien: Vedad Ibisevic, den der VfB noch loswerden will, stand gar nicht im Kader, genauso wenig wie Kevin Stöger und Jerome Kiesewetter. Dabei hatte Letzterer in den bisherigen Tests einige Scorerpunkte gesammelt. Zornigers erste Härtefälle also.

Spielersteckbrief Didavi
10

Didavi Daniel

VfB Stuttgart

Deutschland

Spielerprofil
Spielersteckbrief Stöger
22

Stöger Kevin

Fortuna Düsseldorf

Österreich

Spielerprofil
Spielersteckbrief Kiesewetter

Kiesewetter Jerome

El Paso Locomotive FC

USA

Deutschland

Spielerprofil
Spielersteckbrief Kostic
10

Kostic Filip

Eintracht Frankfurt

Serbien

Spielerprofil

Didavi mit Feingefühl, Kostic mit Tempo

In den ersten 45 Minuten taten sich seine restlichen Schützlinge vor 4000 Zuschauern in Konstanz am Bodensee zunächst schwer gegen gut stehende Winterthurer, deren Saison bereits begonnen hat. Zwei individuelle Aktionen von Daniel Didavi machten den Unterschied: Der Zehner versenkte erst einen Freistoß direkt (24.) und legte neun Minuten später das 2:0 nach, als er von außen in die Mitte zog und von der Strafraumgrenze flach mit links abschloss (33.). In dieser Phase war er bereits hinter die Doppelspitze Harnik/Kliment gerückt, begonnen hatte er gemeinsam mit Neuzugang Lukas Rupp vor der Doppelsechs Gruezo/Gentner.

Nach der Pause übernahm Maxim personell Didavis Rolle, zunächst halbrechts im Mittelfeld, dann, als Sechser Mart Ristl für Kapitän Christian Gentner eingewechselt worden war, als Spielgestalter hinter Ginczek/Werner. Auffälligster gegen abbauende Winterthurer war aber Filip Kostic. Wie bei Didavi zuvor mussten die Schweizer auch beim Serben die höhere individuelle Klasse anerkennen. Beim 3:0 spurtete Kostic an vier Mann vorbei über den ganzen Platz, legte dann vom linken Flügel perfekt in die Mitte, sodass Daniel Ginczek den Ball über die Linie stolpern konnte (49.). Auch Timo Werner profitierte bei seinem Tor zum 4:0 von Kostics starker Vorarbeit über links (58.).

Trotz Eckball-Ehrentreffer: Zorniger "über weite Strecken" zufrieden

Danach war Winterthur zwar hauptsächlich auf Schadensbegrenzung aus, kam aber trotzdem noch zum Ehrentreffer: Joao Paiva war nach einem Eckball zur Stelle (85.) - nicht das erste Standard-Gegentor für den VfB während der Vorbereitung. Für die ansonsten dominierenden Schwaben traf Ginczek noch einmal die Latte (79.). Zorniger konnte letztlich zufrieden sein, auch wenn im Kombinationsspiel bei weitem nicht alles klappte. "Mir haben beide Hälften gut gefallen. Wir haben mit einem hohen Tempo gegen den Ball gespielt. Das wollen wir sehen", befand er. "Die Spieler haben es über weite Strecken gut gemacht." Eine letzte Möglichkeit zum weiteren Testen und Verinnerlichen bleibt ihm jetzt noch - am kommenden Samstag (17 Uhr) gegen Manchester City in Stuttgart.

VfB Stuttgart 1. Hälfte: Tyton - Klein, Baumgartl, Sama, Heise - Gruezo, Gentner - Didavi, Rupp - Kliment, Harnik.

2. Hälfte: Tyton (62. Vlachodimos) - Schwaab, Niedermeier, Hlousek, Insua - Gentner (62. Ristl), Ferati - Maxim, Kostic - Ginczek, Werner

Tore: 1:0 Didavi (direkter Freistoß, 24.), 2:0 Didavi (33.), 3:0 Ginczek (49.), 4:0 Werner (58.)

George Moissidis/jpe