Int. Fußball

Nach 0:46 - Mikronesiens Trainer nimmt Spieler in Schutz

Höchste Niederlage, aber kein Weltrekord

Nach 0:46 - Mikronesiens Trainer nimmt Spieler in Schutz

Mikronesien

Die Landschaft in Mikronesien kann sich sehen lassen, der Fußball noch nicht - aber das soll sich bald ändern. picture alliance

Jean Kaltack ist 20 Jahre jung und hat gerade 16 Tore in einem Spiel für Vanuatus Nationalmannschaft geschossen. Doch noch viel interessanter: 30 schoss er nicht. Mit 46:0 (24:0) fertigte Vanuatu am Dienstag in Papua-Neuguinea die Föderierten Staaten von Mikronesien ab, es ging um die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio.

Und während Vanuatu aufgrund der Tordifferenz noch Chancen auf die nächste Qualifikationsrunde hat, kann man schon einmal sagen: Mikronesien, der Inselstaat mit rund 110.000 Einwohnern, wird am Zuckerhut nicht vertreten sein. 114 Gegentore binnen einer Woche waren zu viel, gegen Fidschi hatte es zuvor 0:38 geheißen, gegen Tahiti 0:30.

Wir waren gerade in Guam, dort sind meine Jungs das erste Mal mit einem Aufzug und einer Rolltreppe gefahren.

Nationaltrainer Stan Foster

Eine Trainerdiskussion oder Ähnliches bleibt dennoch aus, Nationalcoach Stan Foster nahm seine Spieler vielmehr in Schutz: "Viele meiner Spieler waren nie zuvor außerhalb ihres Dorfes, geschweige denn außerhalb ihrer Insel." Einige hätten zuvor noch nie auf einem großen Platz gespielt.

"Wir waren gerade in Guam, dort sind meine Jungs das erste Mal mit einem Aufzug und einer Rolltreppe gefahren. Sie waren einfach ein wenig eingeschüchtert", sagte der Australier, der nach dem 0:46 von einem Duell "Jungen gegen Männer" sprach. Die Folge war die höchste Länderspiel-Niederlage aller Zeiten, aber kein Weltrekord, weil an der Olympia-Qualifikation nur U-23-Mannschaften mitwirken. Australiens 31:0-Sieg gegen Amerikanisch-Samoa während der Quali zur WM 2002 bleibt unerreicht.

Jetzt hofft Foster auf die FIFA

Mikronesien durfte bis jetzt nicht um ein WM-Ticket spielen, offizielles FIFA-Mitglied ist der nationale Verband noch nicht. Das soll sich bald ändern, wünscht sich Foster: "Ich hoffe, dass die FIFA jetzt zu Inspektionen nach Mikronesien kommt. Wir möchten endlich einem internationalen Verband angeschlossen werden, das würde uns viele Hilfsmittel bringen."

jpe/sid