Polnische Nullnummer gegen Griechenland - "Lewa" geschont

Ohne Ronaldo: Quaresma zaubert, Eder garniert

Erzielte das entscheidende 1:0 zu Gunsten der Portugiesen: Sturmtank Eder (r.).

Erzielte das entscheidende 1:0 zu Gunsten der Portugiesen: Sturmtank Eder (r.). Getty Images

Italien glücklos - Coentraos Initialzündung

In der Anfangsphase wirkte es, als hätten sich sowohl die Portugiesen als auch die Italiener schon in den Urlaub verabschiedet. Das einzige Highlight einer müden Anfangsviertelstunde: Altmeister Andrea Pirlo, der mit einem Freistoß Keeper Beto zu einer Faustabwehr zwang (3.). Der Selecçao war vor allem das Fehlen von Superstar Cristiano Ronaldo anzumerken, die Tormaschine von Real Madrid durfte sich nach seinem Dreierpack gegen Armenien vorzeitig in den Urlaub verabschieden.

Spielersteckbrief Pirlo

Pirlo Andrea

Spielersteckbrief Cristiano Ronaldo

Dos Santos Aveiro Cristiano Ronaldo

Spielersteckbrief Ricardo Quaresma

Quaresma Ricardo Andrade

Spielersteckbrief Sirigu

Sirigu Salvatore

Spielersteckbrief Bonucci

Bonucci Leonardo

Spielersteckbrief Trapp

Trapp Kevin

Spielersteckbrief Fabio Coentrao

da Silva Coentrao Fabio Alexandre

Spielersteckbrief Eliseu

Pereira dos Santos Eliseu

Spielersteckbrief Eder

Macedo Lopes Ederzito Antonio

Das erste richtige Ausrufezeichen setzte dann Bertolacci, der mit seinem fulminanten Schuss aber sein Ziel verfehlte (19.), so erging es auch El Shaarawy, der hauchzart neben den Pfosten schlenzte (27.). Wachmacher für die Portugiesen war die Muskelverletzung von Fabio Coentrao, für ihn kam Eliseu - und der sorgte auf links für ordentlich Betrieb. Die erste Chance leitete aber Varela ein, dessen gefährliche Hereingabe Eder knapp verpasste und Sirigu nur glücklich klärte (30.). Eine Zeigerumdrehung später sah der Keeper von Paris St. Germain erneut schlecht aus, als sich der 28-Jährige bei einem Abschlag zu viel Zeit ließ. Erneut Eder und Varela in Koproduktion konnten den Schnitzer aber nicht nutzen.

Sirigu wackelt bedenklich - mit Trapp im Nacken?

Sirigu konnte nicht nur in diesen beiden Szenen keine beeindruckende Visitenkarte abgeben, als sein Nachfolger bei PSG ist derzeit auch Frankfurts Keeper Kevin Trapp im Gespräch. Bis zur Pause blieb es dann aber bei dem torlosen, leistungsgerechten Remis. In den zweiten Durchgang starteten die Kontrahenten, wie sie das schon im ersten gepflegt hatten. Italien drückte und kam zur Chance auf das 1:0: Standardspezialist Pirlo hob einen Freistoß in die Mitte, von Bonuccis Oberarm prallte das Spielgerät an den Pfosten (50.).

Sah mehrmals nicht glücklich aus: Italiens Keeper Salvatore Sirigu.

Sah mehrmals nicht glücklich aus: Italiens Keeper Salvatore Sirigu. Getty Images

Die fahrlässige Chancenverwertung rächte sich nur zwei Minuten später: Der auffällige Eliseu ließ gleich drei Gegenspieler stehen, Quaresma flankte unnachahmlich per Außenrist in die Mitte - und Eder vollstreckte aus kürzester Distanz in Mittelstürmermanier. Seltenes Glück: Es war für Angreifer Eder der erste Länderspieltreffer überhaupt für die Selecçao.

In der Folge rang Italien vergeblich nach der Antwort, vielmehr ließ Portugal durch Joao Moutinho und Quaresma die Doppelchance liegen (65.). Für Aufsehen sorgte nur noch der feine Drehschuss von Darmian, doch der Außenverteidiger verzog knapp (67.). In der 72. Minute war dann auch der Arbeitstag für BVB-Stürmer Immobile beendet. Der 25-Jährige hängte sich zwar schwer rein, wirklich gelingen wollte ihm aber nichts - ein Sinnbild seiner ersten Spielzeit in Deutschland. Am Ende stand ein verdienter Erfolg für die Portugiesen, die auch ohne ihre "Lebensversicherung" Ronaldo nach schwacher Anfangsphase zu gefallen wussten. Für Italiens Nationaltrainer Antonio Conte war es dagegen in seinem zehnten Spiel in der Verantwortung die überhaupt erste Pleite.

Danzig: Viele bekannte Gesichter, wenig Highlights

Gehörte zu den wenigen Bundesliga-Legionären in Danzig: Polens Jakub Blaszczykowski (li.).

Gehörte zu den wenigen Bundesliga-Legionären in Danzig: Polens Jakub Blaszczykowski (li.). imago

Polen, einer der Gegner der deutschen Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation, hat sich derweil mit einer Nullnummer von Griechenland getrennt. Vor 37.192 Zuschauern in Danzig war die Mannschaft von Trainer Adam Nawalka über weite Strecken das aktivere Team, blieb gegen die kompakte griechische Hintermannschaft um den Mainzer Keeper Stefanos Kapino und Dortmunds Innenverteidiger Sokratis aber ohne Torerfolg. Nicht verwunderlich: Top-Torjäger Robert Lewandowski, der gegen Georgien am Samstag einen besonderen Rekord aufstellte , wurde geschont.

Auf Seiten Polens stand mit Jakub Blaszczykowski lediglich ein derzeitiger Bundesliga-Legionär in der Startelf – und mit dem ehemaligen Lauterer Ariel Borysiuk und dem Ex-Augsburger Arkadiusz Milik zumindest noch zwei Akteure, die eine Vergangenheit in Deutschland haben. Angreifer Milik vergab im ersten Durchgang die beste Möglichkeit, als er einen Kopfball nur an den Querbalken setzte. Nach einer Stunde verließ Blaszczykowski das Feld, der Kölner Slawomir Peszko nahm seinen Platz ein. In der Schlussphase durfte auch nochmal Lukasz Szukala ran, früher im Dress von 1860 München und Alemannia Aachen.

Für einen polnischen Treffer reichte es aber nicht mehr, auch weil Kapino mehrmals glänzend parierte. Dennoch setzte sich für Polen durch die Nullnummer die Erfolgsgeschichte fort, der deutsche Nachbar ist seit nunmehr zehn Partien ungeschlagen. Die letzte Pleite liegt bereits über ein Jahr zurück, am 5. März 2014 (0:1 gegen Schottland) mussten sich die Polen letztmals geschlagen geben.

msc/lei