Hertha: Paderborn lockt Ndjeng - Dzsudzsak im Visier

Heitinga kehrt zu Ajax zurück

John Heitinga

Kehrt zu seinem Stamm-Verein zurück: John Heitinga. picture alliance

"John und Ajax sind sich einig", bestätigte Hertha-Manager Michael Preetz am Dienstagvormittag dem kicker. "Wenn John aus dem Urlaub zurückgekehrt ist, werden die entsprechenden Formalien erledigt." Auch Heitingas Berater Rob Jansen erklärte im Telegraaf: "Normalerweise geht da nichts mehr schief."

Der Vizeweltmeister von 2010 (87 Länderspiele für die Niederlande) kehrt damit zu seinem Stamm-Verein zurück, bei dem er einst ausgebildet worden war und 2001 sein Profi-Debüt gegeben hatte. Mit Ajax hatte Heitinga zwei Meistertitel (2002, 2004) und drei Pokalsiege (2002, 2006, 2007) errungen. 2008 war er für eine Ablöse von zehn Millionen Euro zu Atletico Madrid gewechselt, 2009 zum FC Everton, im Januar 2014 zum FC Fulham. Jetzt will er an seiner früheren Wirkungsstätte an alte Erfolge anknüpfen. "Nach vier Meistertiteln in Folge für Ajax hat uns zuletzt PSV Eindhoven abgelöst", sagt Heitinga. "Die nächste Meister-Schale soll wieder nach Amsterdam kommen. Und unser erstes Ziel wird sein, die Champions-League-Qualifikation zu schaffen. Da geht es direkt um etwas."

Spielersteckbrief M. Ndjeng

Ndjeng Marcel

Spielersteckbrief Heitinga

Heitinga John

Spielersteckbrief Dzsudzsak

Dzsudzsak Balazs

Spielersteckbrief Dibusz

Dibusz Denes

Heitinga war vor einem Jahr ablösefrei vom englischen Premier-League-Absteiger FC Fulham nach Berlin gewechselt. Er war der Wunschspieler des damaligen Hertha-Trainers Jos Luhukay, verlor aber nach wechselhaften Leistungen beizeiten seinen Stammplatz und kam nur auf 13 Einsätze. In der Saison-Analyse hatte ihm Preetz einen Wechsel nahegelegt, zumal Hertha in dieser Transferperiode einen weiteren Innenverteidiger verpflichten will. Noch am Wochenende hatte es bei Ajax intern Unstimmigkeiten über die Vertragslaufzeit für Heitinga gegeben. Während Sportdirektor Marc Overmars in Absprache mit Cheftrainer Frank de Boer Heitingas Berater Jansen einen Kontrakt bis 2017 in Aussicht gestellt hatte, plädierte der in der Vorwoche neu installierte Vorstands-Berater Tscheu La Ling für eine Laufzeit von einem Jahr. Jetzt ist das Kräftemessen hinter den Kulissen beendet und ein Kompromiss gefunden. Heitinga erhält einen Vertrag bis 2016 plus Option auf eine weitere Saison.

Ndjeng denkt über Wechsel nach

Unterdessen könnte ein weiterer Routinier Hertha BSC verlassen. Marcel Ndjeng (33), dessen Vertrag ausläuft und dem Hertha einen neuen Zweijahresvertrag für die U23 vorgelegt hat, hat nach kicker-Informationen ein Angebot von Bundesliga-Absteiger SC Paderborn erhalten. Dort wurde am Wochenende Markus Gellhaus als neuer Cheftrainer präsentiert, der Ndjeng aus seiner Zeit als Co-Trainer unter Jos Luhukay bestens kennt und schätzt. Ndjeng, den Hertha als Führungsspieler fürs Regionalliga-Team und Stand-By-Lösung für die Bundesliga-Mannschaft gern halten würde, hat sich angesichts der Offerte aus Paderborn und dem handfesten Interesse eines weiteren Zweitligisten Bedenkzeit erbeten.

Dibusz wird ein Thema, wenn zwei Keeper gehen

Die ungarische Kolonie bei Hertha könnte derweil weiteren Zuwachs erfahren: Nachdem der bisherige Hoffenheimer Zsolt Petry in Berlin einen Vertrag bis 2017 als Torwarttrainer signiert hat und in dieser Funktion Richard Golz ablöst, sind zwei Spieler der ungarischen Nationalmannschaft im Visier von Hertha. Über Torwart Denes Dibusz (24, Ferencvaros Budapest) wurde intern bereits wohlwollend gesprochen. Er wird dann ein Thema, wenn die Berliner mit Rune Jarstein (30) und Sascha Burchert (25) zwei ihrer bisherigen Keeper abgeben. Beide haben jeweils noch einen Vertrag bis 2016.

Dzsudzsak taucht auf dem Berliner Radar auf

Auch Balazs Dzsudzsak (28), dessen Qualitäten Dardai sehr schätzt, ist auf dem Berliner Radar. Der 69-fache Nationalspieler (16 Tore), der 2010 Ungarns Fußballer des Jahres war und noch bis Ende Dezember bei Dynamo Moskau unter Vertrag steht, kann auf beiden offensiven Außenbahnen spielen. Dort sind die Berliner, die zudem unverändert auf eine Zusage von Rechtsaußen Mitchell Weiser (21, FC Bayern) hoffen, zumindest quantitativ gut bestückt. Nach kicker-Informationen beschäftigen sie sich dennoch mit Dzsudzsak, der 2011 für etwa 14 Millionen Euro von PSV Eindhoven zu Anschi Machatschkala gewechselt und im Januar 2012 für 19 Millionen Euro zu Dynamo Moskau weitergezogen war.

Allerdings will Hertha diese Personalie erst forcieren, wenn einer der bisherigen Außenbahn-Spieler den Klub verlässt. Ein Kandidat: Änis Ben-Hatira (26, Vertrag bis 2016), der auch aus Verletzungsgründen nie zu einem stabilen Faktor wurde und der bereits im Sommer 2014 kurz vor einem Wechsel nach Griechenland stand.

Steffen Rohr/Jan Leerkes