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Lok Leipzig: Spielabbruch nach Platzsturm

Chaoten aus dem Gästeblock liefen in Erfurt auf den Rasen

Lok Leipzig: Spielabbruch nach Platzsturm

Statt Aufstiegshoffnung Fanausschreitungen und Polizeieinsatz: Kein guter Tag für Lok Leipzig.

Statt Aufstiegshoffnung Fanausschreitungen und Polizeieinsatz: Kein guter Tag für Lok Leipzig. imago

Die Hoffnungen der mitgereisten Leipziger Fans waren nach Toren von van Pham (41.) und Messing (54.) bereits auf den Nullpunkt gesungen, Konkurrent SSV Markranstädt fuhr zeitgleich einen ungefährdeten Sieg gegen Einheit Rudolstadt ein (Endstand: 6:1). Als dann auch noch Lok-Stürmer Djamal Ziane mit der Roten Karte vom Platz musste, verloren rund 30 Anhänger vollends die Kontrolle über sich und stürmten den Platz. Alle Beschwichtigungsversuche der Leipziger Spieler halfen nichts, stattdessen liefen weitere Chaoten in den Innenraum.

Schiedsrichter Ramus Jessen unterbrach die Partie, die Polizei marschierte mit einer Hundertschaft auf und brachte sogar einen Wasserwerfer in Stellung. Nach 20 Minuten entschied Jessen endgültig auf Spielabbruch.

Spieler und Offizielle des Leipziger Traditionsklubs reagierten entsetzt auf die Vorfälle. Mario Basler deutete sogar einen möglichen Rücktritt an. "Ich bin total erschrocken. Ich werde mir in den nächsten ein, zwei Tagen ernsthaft Gedanken machen. In dieser Form macht es mir keinen Spaß", so der frühere Nationalspieler gegenüber dem Bezahlsender sky.

Am Sonntagabend veröffentlichte der Klub eine Stellungnahme: "Der 1. FC Lokomotive Leipzig verurteilt aufs Schärfste, das Verhalten hirnloser Chaoten, die heute Nachmittag in der 75. Minute beim Stand von 2:0 das Spielfeld stürmten und somit den Abbruch der Oberliga-Partie gegen die U23 des FC Rot-Weiß Erfurt provozierten. All das, was die vielen ehrenamtlichen Helfer und engagieren Fans, sowie das Präsidium und der Aufsichtsrat in den letzten zwei Jahren geschaffen haben, gerät durch einige wenige Kriminelle, binnen weniger Augenblicke ins Wanken."

Um den letzten Platz in der Regionalliga Nordost spielt nun der SSV Markranstädt gegen den Dritten der Oberliga NOFV-Nord, den FSV Luckenwalde.

sam