Bundesliga

Weinzierls Absage an S04: Reuter "geehrt" und "erfreut"

Berater Grill bestätigt entsprechende Medienberichte

Weinzierls Absage an S04: Reuter "geehrt" und "erfreut"

Markus Weinzierl

Bleibt Augsburg offenbar erhalten: Trainer Markus Weinzierl. picture alliance

"Markus Weinzierl hat sich mit seiner Familie beraten und ist am Mittwochnachmittag zu der Entscheidung gekommen, dass ein solch kurzfristiger Wechsel zu Schalke nicht infrage käme", wird Grill auf "Spiegel Online" zitiert. "Schalke hat mit seinen Bemühungen ernsthaftes Interesse geweckt. Es hätte aber zu schnell gehen müssen. Deswegen hat er sich entschieden, in Augsburg zu bleiben", so Grill weiter. Über das Interesse der Königsblauen hatte der 40-Jährige den FCA bereits informiert. Seit zwei Wochen liefen die Gespräche, in den vergangenen zwei bis drei Tagen wurden diese intensiviert.

Die Augsburger hatten für Mittwochabend eine offizielle Pressemeldung angekündigt. Diese erfolgte kurz vor 21 Uhr über die Internetseite des Vereins. Darin heißt es: "Es ehrt uns, wenn der Trainer derartige lukrative Angebote erhält, denn das ist eine Auszeichnung für die Arbeit des gesamten Vereins. Nicht nur die Vertragsverlängerung im April bis 2019, sondern auch diese Absage an andere Vereine sind jeweils klare Bekenntnisse des Trainers zum FCA. Ich freue mich, dass wir in dieser Konstellation gemeinsam weiterarbeiten können", so Geschäftsführer Sport Stefan Reuter.

Trainersteckbrief Weinzierl

Weinzierl Markus

FC Schalke 04 - Vereinsdaten

Gründungsdatum

04.05.1904

Vereinsfarben

Blau-Weiß

FC Augsburg - Vereinsdaten

Gründungsdatum

08.08.1907

Vereinsfarben

Rot-Grün-Weiß

Ich freue mich, dass wir in dieser Konstellation gemeinsam weiterarbeiten können.

Augsburgs Manager Stefan Reuter

FCA-Präsident Klaus Hofmann betonte vor der Absage bereits gegenüber dem kicker: "Erstens: Markus Weinzierl war nicht bei uns und hat gesagt, dass er weg möchte. Zweitens: Es gab keinen Kontakt zwischen Schalke und Augsburg. Drittens: Es gibt keine Ausstiegsklausel."

Weinzierl hatte am 5. April zeitgleich mit Manager Stefan Reuter seinen zuvor bis 2017 datierten Kontrakt bis 2019 verlängert. Augsburg wollte den Trainer unbedingt behalten, wie Manager Stefan Reuter klarstellte: "Es gibt einen Vertrag, wir sind glücklich mit unserem Trainer und wir haben mit dem Europapokal eine große Herausforderung vor uns. Die werden wir gemeinsam angehen. Wir wollen mit ihm weitermachen und nicht ein paar Millionen verdienen."

Weinzierl hätte "astronomische Summe" gekostet

Wenn jedoch ein interessierter Verein mit "einer astronomischen Summe" daherkäme, würde ein Verein wie der FCA darüber nachdenken, hatte Hofmann gesagt. Das sei aber reine Theorie. Über Geld habe er nicht nachgedacht: "Für mich hat Priorität, dass Markus in Augsburg bleibt."

Heldt: "Gespräche mit fachlich hervorragend geeigneten Trainern"

Schalke-Manager Horst Heldt hielt sich bei der Trainersuche derweil öffentlich zurück. "Es ist Aufgabe der Medien, das Thema zu besetzen, und ihr gutes Recht zu spekulieren. An diesen Spekulationen werde ich mich aber weder beteiligen noch einzelne Namen kommentieren. Fakt ist, dass wir derzeit Gespräche mit fachlich hervorragend geeigneten Trainern führen", sagte er am Mittwoch in einem Interview auf der Website des Vereins.

Weinzierl knackt die 100 - und wie!

Weinzierl führte den FC Augsburg in der abgelaufenen Spielzeit sensationell auf Platz fünf und damit direkt in die Europa League. Am letzten Spieltag der Saison gewannen die Fuggerstädter überraschend in Gladbach (3:1), die desaströsen Schalker unterlagen mit 0:2 beim Hamburger SV und rutschten so auf Platz sechs ab.

Wilmots war bisher der heißeste Kandidat

Schalke 04 trennte sich nach der enttäuschenden Runde von Trainer Roberto di Matteo. Seitdem wurde der belgische Nationaltrainer Marc Wilmots, der früher mit den Königsblauen den UEFA-Pokal (1997) gewann, als heißester Anwärter als neuer Coach gehandelt. Der 46-Jährige hatte zuletzt auch Kontakt mit den Knappen bestätigt.

Weinzierl kam im Sommer 2012 von Jahn Regensburg zum FCA. Mittlerweile saß er 102-mal in der Bundesliga auf der Bank der bayerischen Schwaben, die in Weinzierls Premieren-Saison bis zuletzt im Abstiegskampf steckten und letztlich als Tabellenfünfzehnter knapp über dem Strich blieben. Es folgte Platz acht in der Spielzeit 2013/14 und die Krönung mit Platz fünf in der gerade abgelaufenen Runde. "Es ist unglaublich, dass wir vor Schalke und Dortmund stehen und direkt für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert sind", sagte Weinzierl auf der Feier zum glanzvollen Saison-Abschluss.

David Bernreuther/bst/las