Bundesliga

Labbadia will "die Jungs nicht auf die Couch legen"

Hamburger plagen Personalprobleme vor dem Endspiel

Labbadia will "die Jungs nicht auf die Couch legen"

Bruno Labbadia und Johan Djourou

Diskussion mit dem Abwehrchef: HSV-Trainer Bruno Labbadia in Malente beim Gespräch mit Johan Djourou. imago

Aus Malente berichtet Sebastian Wolff

"In Gedanken", sagt Bruno Labbadia, "sind wir bei ihm. Drobo ist ein Verlust, weil er als Mensch viel einbringen kann." Drobnys langfristiger Ausfall könnte auch sportlich schwerwiegend sein. Dann nämlich, wenn von Malente nicht die erhoffte Wirkung ausgeht. Steigt der HSV ab und muss den Personalkostenetat von derzeit 53 auf unter 28 Millionen senken, ist René Adler plötzlich nicht mehr nur Rückhalt, sondern vor allem auch Tafelsilber. Der Klub muss Kosten reduzieren und Transfererlöse erzielen - mit dem Ex-Nationalkeeper ließe sich beides machen. Drobny wäre somit in der 2. Liga wieder die potenzielle Nummer eins, verpasst nun aber sicher die Saisonvorbereitung, der Tscheche muss auf jeden Fall operiert werden.

Spielersteckbrief Jansen

Jansen Marcell

Spielersteckbrief Drobný

Drobny Jaroslav

Spielersteckbrief Gouaida

Gouaida Mohamed

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Ich hatte die Wahl zwischen diesem und dem Bodo-Illgner-Zimmer. Da musste ich nicht überlegen.

Bruno Labbadia erklärt, warum er in Malente im "Uwe-Seeler-Zimmer" wohnt.

Noch aber wird alles in die Rettung investiert. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz besuchte das Team am Donnerstag. "Bürgermeister Olaf Scholz besucht unsere Mannschaft persönlich in Malente & wünscht für das Saisonfinale alles Gute!" meldete der Verein via twitter samt Gruppenfoto mit der Mannschaft.

Trainer Labbadia residiert im "Uwe Seeler-Sportpark" von Malente stilsicher im "Uwe-Seeler-Zimmer". "Ich hatte die Wahl zwischen diesem und dem Bodo-Illgner-Zimmer", sagt der 49-Jährige, "da musste ich nicht überlegen." Labbadia kann noch schmunzeln in diesen ernsten Tagen. Und hat auch genau deshalb den Rückzug in die Idylle gesucht. "Die Drucksituation ist der Mannschaft schon anzumerken", verrät er, "es geht deshalb auch darum, einen Schuss Lockerheit reinzubringen."

Der Coach spricht von "Kopfarbeit", stellt aber auch klar: "Es geht nicht darum, die Jungs auf die Couch zu legen, sondern darum, absolute Geschlossenheit zu erarbeiten." Erschwerend hinzu kommt bei diesem Vorhaben, dass neben Drobny weitere Ausfälle drohen: Marcell Jansen konnte auch am Donnerstag wegen einer Oberschenkelzerrung lediglich laufen. "Bei ihm sieht es kritisch aus", sagt der frühere Stürmer. Gleiches gilt für Mohamed Gouaida nach einem Pferdekuss.

Ilicevic ist bei 4-2-3-1-System Topfavorit für die "Zehn"

Zwei Ausfälle auf den Flügeln, die wohl eine Rückkehr zum 4-2-3-1-System zur Folge haben. Das bedeutet: Ivica Olic besetzt wieder den linken Flügel in einer Dreier-Reihe hinter Stoßstürmer Pierre-Michel Lasogga. Rechts soll Zoltan Stieber starten, für die Rolle des Zehners ist Ivo Ilicevic Top-Favorit. So viel immerhin verriet ein Blick auf die Trainingseinheit in der Sportschule zwischen Pferdekoppeln und Rapsfeldern. Täuschen die Eindrücke nicht, ist Petr Jiracek erster Anwärter für die Rolle des gesperrten Rafael van der Vaart auf der Doppelsechs, der Coach aber sagt: "Die Entscheidung ist noch nicht gefallen, auch Lewis Holtby und Marcelo Diaz sind Optionen."

Auf die richtige Mischung aus unbändigem Willen und Lockerheit kommt es für Labbadia Samstag an. Und auf die Fokussierung. Nur die eigene Leistung soll im Vordergrund stehen, nicht der Gedanke auf die Resultate der Konkurrenz. "Wir müssen unser Spiel gewinnen", predigt Labbadia, "und ich glaube daran, dass wir dazu in der Lage sind und uns dann auch noch zumindest den Relegationsrang holen."

Dann hätte der Geist von Malente fürs Erste gewirkt. Und das Abstiegsgespenst verdrängt.

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