Frankfurt: Oczipka will versöhnlichen Abschluss

Schaaf verpasst Eintrachts Testspiel-Pleite

Frankfurts Coach Thomas Schaaf

Frankfurts Coach Thomas Schaaf verpasste die Testspielniederlage seiner Elf bei Bayern Alzenau. imago

Nach dem Training nehmen sich die meisten Eintracht-Profis Zeit für ihre Anhänger. Ein paar Autogramme hier, einige Selfies dort.

Bastian Oczipka ist immer einer der Fleißigsten, wenn es um die Kontaktpflege mit den Fans geht. Am Dienstagvormittag fiel es ihm im Gegensatz zu den letzten Wochen sichtlich leichter, dabei Spaß zu haben. Nicht nur wegen des guten Wetters, hatte der Linksverteidiger am Samstag doch sein erstes Tor für die Eintracht im 81. Einsatz erzielt. Sein direkt verwandelter Freistoß in der 18. Minute ebnete den Weg zum 3:1-Erfolg, dem ersten Dreier nach zuvor sechs sieglosen Partien in Serie. "Das war für uns ein enorm wichtiger Sieg. Wir hatten seit vier Spielen kein Tor mehr geschossen und sind immer weiter hinten reingerutscht. Für die ganze Stimmung war es super. Wir haben gezeigt, dass wir uns nicht hängenlassen", sagte der 26-Jährige zum kicker und fügt mit einem Grinsen an: "Vor allem zuhause macht es natürlich doppelt Spaß, wenn es so läuft."

Spielersteckbrief Valdez

Valdez Nelson

Spielersteckbrief Madlung

Madlung Alexander

Spielersteckbrief Oczipka

Oczipka Bastian

Spielersteckbrief M. Stendera

Stendera Marc

Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
76
2
VfL Wolfsburg
68
3
Bor. Mönchengladbach
66
Trainersteckbrief Schaaf

Schaaf Thomas

Eintracht Frankfurt - Vereinsdaten

Gründungsdatum

08.03.1899

Vereinsfarben

Rot-Schwarz-Weiß

Klasse gesichert - Neues Ziel: Auswärtsbilanz aufbessern

Durch die drei Punkte hat sich Frankfurt nun endgültig aller Abstiegssorgen entledigt. Kein Grund jedoch, die Saison im Niemandsland der Tabelle austrudeln zu lassen. Da ist ja noch die erschreckend schwache Auswärtsbilanz der Eintracht (Platz 18 in der Liga), die Oczipka gerne noch ein wenig aufbessern möchte. Ein Auswärtssieg am Samstag bei Hertha BSC, das wär's doch. Der letzte liegt nämlich schon 171 Tage zurück. Am 22. November 2014 hatte die Eintracht den aktuellen Bundesliga-Dritten Mönchengladbach in dessen Stadion überraschend mit 3:1 besiegt. "Wenn wir das noch schaffen, wäre es sehr schön und eine Art versöhnlicher Abschluss", erklärt Oczipka.

Thomas Schaaf würde es gerne sehen. "Wir sind immer gewillt, auch auswärts zu gewinnen. Das ist uns zuletzt leider nicht gelungen. Aber natürlich haben wir auch in Berlin den Anspruch, ein gutes Spiel zu zeigen und erfolgreich zu sein", sagte der Trainer.

Ohne Schaaf: Eintracht unterliegt im Test bei Bayern Alzenau

Am Abend testete die Eintracht bei Hessenligist Bayern Alzenau und bezog in Abwesenheit von Schaaf eine 0:2-Niederlage. Schaaf weilte stattdessen in München, um für die UEFA das Halbfinal-Rückspiel der Bayern gegen den FC Barcelona in der Champions League zu analysieren. Schaaf gehört zu einem Pool ausgewählter Trainer, die die Partien der Königsklasse aus sportlicher Sicht auswerten. "Erstmal wäre ich gerne in Alzenau dabei gewesen. Der andere Termin stand jedoch schon länger fest. Und die Eintracht profitiert ja auch davon, dass ich vor Ort bin und einige Dinge sehe", sagt Schaaf. "Die UEFA überprüft ihre Wettbewerbe in allen Bereichen. Ich schaue auf die Taktik, die verschiedenen Systeme, Varianten usw. Es ist immer spannend, was man da erkennen kann. Anders als bei einer Gegneranalyse bin ich aber neutral und muss die Erkenntnisse nicht interpretieren", erklärt der Fußballlehrer. Hinterher wird er einen schriftlichen Report anfertigen. Auch beim Finale der Champions League in Berlin wird Schaaf vor Ort sein.

Seine Elf präsentierte sich trotz etlicher Profis beim Fünfligisten reichlich uninspiriert. Immerhin konnten die zuletzt angeschlagenen Alexander Madlung und Nelson Valdez mitwirken, Marc Stendera fehlte dagegen wegen Wadenproblemen. Ein Klassenunterschied war vor 1800 Zuschauern nicht auszumachen. Der Oberligist hielt die Partie offen und ging durch Niesigk nach 37 Minuten in Führung. Nach dem Seitenwechsel kamen Chandler und Oczipka für Madlung und Kinsombi. Doch besser wurde das Spiel der Eintracht dadurch nicht, vielmehr erhöhte der Außenseiter durch Kallina in der 52. Minute auf 2:0. Zwar hatte Frankfurt einige Möglichkeiten, das Resultat zu korrigieren, doch Waldschmidt verzog zweimal. So blieb es beim überraschenden Erfolg Alzenaus.

Carsten Schröter/jer