Baumjohann über sein Comeback und Ex-Klub Gladbach

"Die zwei verlorenen Jahre hänge ich hinten dran"

Herthas Alexander Baumjohann

"Ich nehme mir die Zeit, die ich brauche": Herthas Alexander Baumjohann. picture alliance

...seine Rückkehr: "Ich arbeite seit zwei Wochen mit unserem Athletiktrainer Hendrik Vieth individuell auf dem Platz. Richtungswechsel, koordinative Übungen, Laufeinheiten, am Ball bin ich auch - ich liege voll im Zeitplan und bin mir zu 1000 Prozent sicher, dass ich am ersten Trainingstag der neuen Saison wieder einsteigen werde ins Mannschaftstraining."

...ein Comeback noch in dieser Saison: "Das war nie geplant und ist auch nicht nötig. So kritisch ist unsere Gesamtsituation nicht, als dass wir unnötiges Risiko gehen müssten. Die Jungs packen das auch ohne mich. Und ich nehme mir die Zeit, die ich brauche."

die letzten 10 Spiele - Hertha BSC
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Spielersteckbrief Baumjohann

Baumjohann Alexander

Western Sydney Wanderers

Deutschland

Spielerprofil
Vereinsdaten Hertha BSC

Gründungsdatum25.07.1892

Mitglieder36.050

VereinsfarbenBlau-Weiß

Anschrift Hanns-Braun-Straße, Friesenhaus 2
14053 Berlin

Internetwww.herthabsc.de

Vereinsinfo

...Herthas Lage im Abstiegskampf: "34 Punkte sind eine gute Ausgangsposition. Trotzdem müssen wir wach bleiben. Es kann nochmal eng werden. Ich hoffe, dass wir gegen Gladbach den nächsten Schritt Richtung Klassenerhalt schaffen."

...Herthas Spielstil: "Wie diszipliniert und mit welcher Intensität die Mannschaft seit Wochen gegen den Ball arbeitet, ist überragend. Unser Fußball ist im Moment nicht besonders schön, aber zweckmäßig. Pal Dardai und Rainer Widmayer haben geschafft, was im Abstiegskampf die Basis ist: Sie haben der Mannschaft defensive Stabilität und Selbstvertrauen gegeben. Die Mannschaft zeigt eine Handschrift und sie glaubt an sich. Dass wir uns in Ballbesitz steigern müssen, ist klar - aber das wird sicher ein Schwerpunkt der Vorbereitung auf die neue Saison."

Ich bin geduldiger als nach dem ersten Kreuzbandriss.

Alexander Baumjohann

...den Umgang mit dem zweiten Kreuzbandriss: "Als ich die Diagnose erhielt, war der Schock fast noch größer als beim ersten Kreuzbandriss 2013. Aber ich wusste auch sehr schnell, was vor mir liegt - und dass ich das schaffe. Mental haben mich die vergangenen beiden Jahre extrem abgehärtet. Meine Familie hat mir sehr geholfen, auch mit Bayerns Holger Badstuber habe ich einen relativ engen Kontakt. Ich kann mich gut in ihn reinversetzen - und er sich in mich. Verstanden zu werden von einem, dem Ähnliches widerfahren ist, hilft."

...den Zustand seines rechten Knies: "Es fühlt sich top an. Dr. Singleton von der Steadman-Klinik in Vail/Colorado, der mich im September 2014 operiert hat, war im Winter in Europa und hat sich mein Knie nochmal angeschaut. Man muss dran glauben, dass es jetzt hält. Es reicht mit schweren Verletzungen."

Kämpft sich langsam zurück: Herthas Alexander Baumjohann.

Kämpft sich langsam zurück: Herthas Alexander Baumjohann. picture alliance

...die Erwartungen an sich selbst: "Ich bin geduldiger als nach dem ersten Kreuzbandriss. Damals bin ich auch im September (2013, d. Red.) operiert worden, im Januar war ich dann schon im Trainingslager dabei. Jetzt lasse ich mir mehr Zeit und fiebere trotzdem dem Tag entgegen, an dem ich wieder ins Stadion einlaufe und auf dem Rasen stehe. Für einen Profi gibt es nichts Größeres. Und dieses Gefühl hatte ich seit April 2014 nichts mehr. Urlaub gibt es nicht, ich arbeite den Sommer durch. Auf Urlaub hätte ich auch gar keine Lust. Ich bin überzeugt davon, dass ich wieder der Alte werde - und mental nach zwei Kreuzbandrissen stärker denn je bin."

...Gedanken ans Karriere-Ende: "Die hatte ich zu keiner Sekunde. Das waren bittere Jahre, aber um mich muss sich niemand Sorgen machen. Ich habe den Glauben an mich selbst nie verloren - und mir vorgenommen, die zwei Jahre, die ich jetzt verloren habe, einfach hinten dran zu hängen an meine Karriere. Ich möchte mit Hertha gern mal um andere Plätze spielen als um den Klassenerhalt. Ich denke, wenn diese schwierige Saison überstanden ist, man die richtigen Schlüsse zieht und den seit Februar eingeschlagenen Weg weitergeht, kann man mittelfristig sicher etwas weiter nach oben schauen."

...Sonntags-Gegner Gladbach: "Was Max Eberl und Lucien Favre dort leisten, ist phänomenal. Die Mannschaft ist taktisch extrem diszipliniert und sehr ballsicher. Zum Zeugwart und einigen Physios habe ich aus meiner Gladbacher Zeit (Januar 2007 bis Juni 2009, d. Red.) noch Kontakt. Von den Spielern waren Christofer Heimeroth, Roel Brouwers und Tony Jantschke damals schon da. Lucien Favre habe ich letztes Jahr im Sommerurlaub auf Kreta getroffen. Ich verfolge den Weg Borussias mit großer Sympathie, aber am Sonntag wünsche ich Gladbach natürlich eine Niederlage. Dann wären wir gerettet."

Steffen Rohr