Mainz: Aufstieg eines Innenverteidigers

Schmidt über Bell: "Lasst den mal seinen Weg gehen"

Stefan Bell

Spielte sich in Mainz in den Vordergrund: Stefan Bell. imago

"Lasst den mal seinen Weg weitergehen, dann sehen wir, was in dem Jungen steckt", sagt der Mainzer Trainer. "Er ist durchaus für Höheres bestimmt." Die Nationalmannschaft? "Ich traue ihm das zu", sagt der Schweizer stolz. Was auf den ersten Blick euphorisch und zu hoch gegriffen scheint, erklärt der 48-Jährige: "Er ist einer, der sich an der Aufgabe steigert." Heißt: Bell hat noch Luft nach oben.

Dabei musste der 23-Jährige Umwege gehen, um überhaupt in der Bundesliga anzukommen. Der A-Junioren-Meister von 2009 setzte sich zwar bei seiner ersten Leihe in die 2. Liga 2010/11 bei 1860 München auf Anhieb durch. Ein weiteres Leihgeschäft 2011/12 zur damals zweitklassigen Frankfurter Eintracht verlief weniger angenehm: Nur zwei Einsätze, in der Winterpause kehrte er nach Mainz zurück. 05-Manager Christian Heidel betont immer wieder: Man habe bewusst nie eine Kaufoption in die Leihverträge aufgenommen, weil man daran geglaubt habe, dass Bell sich durchsetzen werde.

die letzten 10 Spiele - 1. FSV Mainz 05
Hoffenheim (H)
4
:
2
Frankfurt (A)
0
:
2
Leipzig (H)
3
:
3
Hannover (A)
1
:
0
Düsseldorf (H)
3
:
1
Dortmund (A)
2
:
1
Freiburg (H)
5
:
0
Bremen (A)
3
:
1
TSV Schott Mainz (H)
abges.
Bayern (A)
6
:
0
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Spielersteckbrief Bell
16

Bell Stefan

1. FSV Mainz 05

Deutschland

Spielerprofil
Vereinsdaten 1. FSV Mainz 05

Gründungsdatum16.03.1905

Mitglieder12.500

VereinsfarbenRot-Weiß

Anschrift Isaac-Fulda-Allee 5
55124 Mainz

Internetwww.mainz05.de

Vereinsinfo

Der Glaube wird 2013/14 Gewissheit. Nach dem Erstligadebüt eine Saison zuvor absolviert er 27 Partien, in der laufenden Runde reift der in der Eifel groß gewordene Bell an der Seite von Niko Bungert zum absoluten Leistungsträger. Ruhig am Ball, große Fähigkeiten in der Antizipation, für einen Innenverteidiger eine sehr ordentliche Technik - und nun auch noch torgefährlich. Heidel findet: "Er hat Geduld aufgebracht mit dem einen oder anderen Umweg, ein richtig guter Bundesligaspieler zu werden."

Der ist er nun und es wird interessant sein, wie sich der 1,92-Meter-Mann entwickelt. Aus Schmidts Sicht wird es steil nach oben gehen für Bell: "Er hat noch nicht so viele Bundesliga-Spiele. Und die besten Innenverteidiger haben schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Schaut euch die letzten Jahre von Nikolce Noveski an - wie er Dinge manchmal verteidigt, das ist pure Erfahrung." Diese wird Bell weiterhin in der Bundesliga sammeln, denn seit Freitagabend ist der Klassenerhalt für Mainz so gut wie sicher. Nicht zuletzt dank seiner beiden Treffer.

Ein Interview mit Stefan Bell lesen Sie in der Montags-Printausgabe des kicker .

Benjamin Hofmann