Cloppenburg: Spieler warten auf Signal - Gerüchte um die Trainer

Mauertaktik und lockere Schneidezähne

Andreas Gerdes-Wurpts

Wartet noch auf sein Comeback: Cloppenburgs Andreas Gerdes-Wurpts. Picture-Alliance

Immerhin: Um von einem wei­chen Brötchen abzubeißen, reicht die Kraft der Schneidezähne schon wieder. Eben die waren zuletzt reichlich lädiert worden, als Andre­as Gerdes-Wurpts im Gastspiel des BV Cloppenburg beim SV Mep­pen mit gleich drei Emsländern zusammenrasselte - und aus­gewechselt werden musste.

Nach seiner erheblichen Ge­sichtsverletzung - Anbruch des Oberkiefers, Riss der Lippe und gelockerte Zähne - verpasst der 34-jährige Team-Oldie zumindest die Heimpartie am Sonntag gegen den TSV Havelse. Frühestens ist ein Comeback im darauf folgenden Match beim VfB Lübeck denkbar.

Spielersteckbrief Gerdes-Wurpts

Gerdes-Wurpts Andreas

Trainersteckbrief Klütz

Klütz Jörg-Uwe

"Wir haben im Moment die nötige Ruhe im gegnerischen Strafraum nicht"

Trainer Jörg-Uwe Klütz

Gerdes-Wurpts' Blessur steht sinnbildlich für die aktuelle Ver­fassung des BVC, der seinen Biss verloren zu haben scheint. Das 1:0 bei St. Pauli II resultierte aus einem Freistoß von Kristian Westerveld. Und beim 1:1 gegen Hannover 96 traf Gerrit Thomes per Kopf zur Führung - nach einem ebenfalls von Westerveld getretenen Frei­stoß, einem ruhenden Ball also. Das war's. Aus dem Spiel heraus geht wenig bis nichts bei den einfallslo­sen Cloppenburgern. "Wir haben im Moment die nötige Ruhe im gegnerischen Strafraum nicht", grü­belt Trainer Jörg-Uwe Klütz, des­sen Verbleib über das Saisonende hinaus ebenso wenig gesichert ist wie der von Assistenzcoach Mario Neumann, der mit einigen anderen Vereinen in Verbindung gebracht wird. Dass sowohl Klütz als auch Neumann derzeit eisern "mauern" wie italienische Fußballer zu inten­sivsten Catenaccio-Zeiten, sorgt für viel Gesprächsstoff an der Friesoy­ther Straße, wo das Trainer-Duo seit 2008 trotz zumeist knapp bemesse­ner Budgets erfolgreich wirkt.

Der Regionalliga-Fußball steht in Cloppenburg auf der Kippe wie nie zuvor in den vergangenen Jah­ren. "Die Lage könnte bedrohlicher nicht sein", meint Andreas Gerdes-­Wurpts, der - wie einige Teamkol­legen - gerne bleiben würde und auf ein Signal des Vereins wartet. Und wohl mehr noch auf die Ent­scheidung der Trainer Klütz und Neumann.

Johannes Klinker