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FIFA 15: Die Preisspannen spalten die Community

Fairer Handel statt freier Handel?

FIFA 15: Die Preisspannen spalten die Community

Neueinführung sorgt für Ärger: EA hat Preispannen für den FIFA Ultimate Team Transfermarkt eingebaut.

Neueinführung sorgt für Ärger: EA hat Preispannen für den FIFA Ultimate Team Transfermarkt eingebaut. EA SPORTS

Am 9. März veröffentlichte EA SPORTS ein neues Update für FIFA 15. Die üblichen Wartungsarbeiten dauerten allerdings länger, als man es normalerweise gewohnt war. Der Grund war ein neues Feature, das ebenfalls am Montagabend seine Premiere feierte und erst mit dem neuen Patch von EA SPORTS offiziell enthüllt wurde. Sämtliche Objekte in FIFA Ultimate Team verfügen jetzt auf allen Plattformen über einen minimalen und maximalen Münz-Preis. Dies soll zum einen dazu führen, dass der Spieler ein Gefühl für die Wertigkeit seiner virtuellen Kicker bekommt und zum anderen, dass unzulässige Münz-Transfers auf dem Transfermarkt weiterhin erschwert werden. Schon zum Release von FIFA 15 hatten die Entwickler härtere Maßnahmen gegen illegalen Münzhandel und Cheater angekündigt. Dies soll nun ein weiterer Schritt in diese Richtung sein. Laut EA will man durch die Preisspannen die Transfers aber auch ausgeglichener machen. Spieler mit einer hohen Gesamtwertung seien durch die Einführung der neuen Preisstruktur für alle FUT-User gleichermaßen greifbarer. Daher würde es dann folglich auch auf dem Platz ausgeglichener zugehen.

Wir sind davon überzeugt, dass diese Änderung FUT auf lange Sicht guttun wird – was den Spaßfaktor betrifft, aber auch die Fairness.

Statement von EA SPORTS

Spürbar sind diese Preisspannen allerdings erst bei wirklich guten Spielern mit einer hohen Gesamtwertung. Möchte man beispielsweise Eden Hazard auf dem FUT-Transfermarkt anbieten, muss man fortan den Preis zwischen 310.000 und 470.000 Münzen festlegen. Günstiger oder teurer kann man den Chelsea-Spieler nicht mehr anbieten. Hannovers Keeper Ron-Robert Zieler kann dagegen schon für einen Startpreis von 150 Münzen angeboten werden. Ein Lionel Messi hat dagegen eine Preisspanne, die zwischen fünf und 7,5 Millionen FUT-Münzen liegt. Wer auf dem Transfermarkt ein Objekt anbieten möchte, muss ab sofort auch einen „Sofortkauf“-Preis angeben, der innerhalb der jeweiligen Preisspanne liegt.

Laut EA werden diese Preisspannen vom FIFA-Team nach einer Analyse vergangener Preise auf dem Transfermarkt festgelegt. Allerdings sehen hier viele Spieler noch Verbesserungsbedarf. Ausgeglichener wird das Spiel für die User dadurch noch nicht, denn für normale FUT-Nutzer wird es eher schwieriger, den Traumspieler zu kaufen, wenn die Preise derartig eingegrenzt werden. Derzeit können Spieler Münzen durch den Kauf von Booster Packs, nach Abschluss von Spielen sowie Turnieren und eben durch den Verkauf von Spielern erwirtschaften. Da die Preise für Siege momentan allerdings noch nicht wirklich in Relation zu den neuen Preisen auf dem Transfermarkt stehen (in den verschiedenen Turnieren zwischen 50 bis 2.500 Münzen), sehen viele User genau hier das Problem.

Viele Spieler sehen noch Verbesserungsbedarf

Derzeit müsse man viel zu lange spielen, um am Ende zumindest einen guten Star in den eigenen Reihen zu haben. Eine Möglichkeit wäre eventuell, dass EA die Belohnungen für die Spiele etc. im Nachgang erhöht. Hinzu kommt der Faktor von Angebot und Nachfrage. Gibt es ein Überangebot an Spielern, wird es schwer sein, diese Preisspannen zu halten. Der freie Handel wird durch die erzwungenen Vorgaben möglicherweise eher behindert. Hier verspricht EA allerdings noch Nachbesserungen. „Die Preisspanne für bestimmte Spieler kann später angepasst werden, wir versuchen das Feature mit der Zeit zu verbessern“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung. Einige Fans sehen allerdings auch einen Nutzen in den neuen Vorgaben. So findet man über Facebook auch viele FUT-Anhänger, die durch die Einführung der Preisspanne eine Herausstellung der Merkmale der eigentlichen Werte des Ultimate Team-Modus sehen. Es ginge dabei eben um das langsame Aufbauen eines guten Teams und nicht darum, sich schnell und mit viel Geld eine Star-Elf zu kaufen.

Zum Thema:

Der Vorwurf, dass EA mit dieser Maßnahme die Spieler dazu bringen will, reales Geld in die sogenannten FIFA Points zu investieren, steht ebenfalls im Raum. FIFA Points können mit echtem Geld im internen FIFA-Shop erworben werden. Mit diesen Points lassen sich dann Kartenpacks kaufen. Die Spieler aus diesen Packs können wieder auf dem Transfermarkt verkauft werden. Somit wäre nur ein indirekter Eingriff in das Transfergeschehen mit FIFA Points möglich. Auf dem Transfermarkt selbst können Spieler mit echtem Geld allerdings nicht einkaufen.

Derzeit sehen Gegner wie Befürworter der Neuerung noch an einigen Stellen Verbesserungsbedarf. Aufgrund der Änderungen wird der Transfermarkt von der WebApp und der Companion App bis auf Weiteres nicht erreichbar sein. Ob und wann hier eine Lösung gefunden wird, ist noch offen. EA ist derzeit eher damit beschäftigt, das Feedback der Fans in die richtigen Bahnen zu lenken und beschwichtigend auf die Kritik einzugehen. „Uns ist bewusst, dass dies ein ziemlicher Einschnitt bei FUT ist, deswegen bitten wir um euer Feedback.“ Man glaube fest daran, dass die FUT-Community die Vorzüge dieses neuen Features hinsichtlich einer gesünderen Gewichtung nach einer Eingewöhnungsphase schätzen wird. Ob das die FUT-Spieler ebenfalls so sehen, bleibt abzuwarten. Jetzt liegt es an EA, ein im Ansatz gutes Konzept in die richtigen Bahnen zu lenken, sodass es am Ende auch wirklich dem zugutekommt, dem es nutzen soll: Dem Spieler.

Die wichtigsten Änderungen in der Übersicht:

Preisspannen sind auf allen Plattformen (Xbox, PlayStation und PC) gleich.
Wer ein Objekt auf dem Transfermarkt anbietet, bekommt die entsprechende Preisspanne angezeigt. Die Preisspannen werden vom FIFA-Team nach einer Analyse vergangener Preise auf dem Transfermarkt festgelegt.
Offene Gebote sind nach der Einführung der Preisspannen nicht mehr verfügbar. Wer auf dem Transfermarkt ein Objekt anbieten möchte, muss einen „Sofortkauf“-Preis angeben, der innerhalb der Preisspanne liegt.
Die Preisspanne für jedes FUT-Objekt soll groß genug angelegt sein, damit das Tauschen auf dem Transfermarkt weiterhin viel Spaß macht.
Die Preisspanne für bestimmte Spieler kann später angepasst werden, es wurde versprochen, das Feature mit der Zeit zu verbessern.
Neue „formstarke“ FUT-Spielerobjekte werden bei der Veröffentlichung mit einer Preisspanne versehen.

Nicole Lange

FIFA Ultimate Team: Die Preisspannen der Stars