Klublegende erliegt Krebsleiden

Der 1. FC Köln trauert um Double-Libero Gerber

Roland Gerber

Prägte eine Erfolgsära beim 1. FC Köln mit: Roland Gerber. imago

"Diese Nachricht macht uns tief traurig, der FC verliert einen seiner großen Spieler", zitiert die FC-Vereinswebsite Vizepräsident Toni Schumacher, der hinter Libero Gerber das Tor hütete, als die Kölner 1978 das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal holten. "Roland war mein Libero, ich konnte mich im Spiel immer auf ihn verlassen. Wie er seit der schlimmen Diagnose mit seiner Krebs-Erkrankung umgegangen ist, war bewundernswert. Sein Tod kommt mit 61 Jahren viel zu früh, auch wenn er am Ende wohl eine Erlösung war. Meine Gedanken sind bei seiner Frau und seinen beiden Kindern."

Gerber, der aus dem baden-württembergischen Lauda-Königshofen stammt, war zur Saison 1975/76 zum FC gewechselt und vom damaligen Trainer Georg Stollenwerk erfolgreich zum Libero umfunktioniert worden. Auch deswegen durften die Kölner, inzwischen unter der Leitung von Hennes Weisweiler, 1977 und 1978 Pokalsiege und 1978 zusätzlich die Meisterschaft feiern. Im Halbfinale des Landesmeister-Cups scheiterten sie ein Jahr später gegen Englands Meister Nottingham Forest auch, weil Gerber im Rückspiel verletzungsbedingt nur zuschauen konnte.

Insgesamt spielte Gerber zwischen 1975 und 1981 127-mal in der Bundesliga (acht Tore) für den FC. Später kamen noch 16 Partien für Darmstadt 98 (1981/82) und 33 Zweitliga-Einsätze für den VfL Osnabrück (1982/83) hinzu, ehe er seine Karriere wegen einer Knieverletzung beenden musste. Ein Länderspiel war ihm nicht vergönnt - nicht zuletzt, weil der Libero der Nationalelf bis Ende der 70er-Jahre Franz Beckenbauer hieß.

jpe