Stuttgart: Rüdiger und Didavi trainieren weiter individuell

Schicksalsspiel 96: Wie lange hält Dutt noch zu Stevens?

Robin Dutt (l.) und Huub Stevens (2.v.r.)

Auf der Suche nach Ruhe - und Punkten: VfB-Sportvorstand Robin Dutt (l.) und Coach Huub Stevens. picture alliance

Wenige Tore, wenige Punkte, ein Platz im Tabellenkeller: Vor dem Duell mit Hannover herrscht bedrückende Unruhe in Stuttgart - doch der VfB hält dem Druck stand, schlägt 96 mit 1:0 und fährt den ersten Sieg der Halbserie ein. So war es im September und so soll es jetzt, da sich die Lage noch einmal deutlich dramatischer darstellt, wieder sein: Vor dem Gastspiel in Hannover am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) ist der VfB fast schon zum Siegen verdammt.

"Es gibt jetzt keine Wertigkeiten auf einer Skala von eins bis zehn", sagt Sportvorstand Robin Dutt vor den Schicksalsspielen bei 96 und gegen Berlin am Freitag darauf. Man könne nicht sagen, "Hannover ist eine acht, Hertha eine sechs. In unserer Situation ist jedes Spiel unglaublich wichtig."

Dutt: "Ich versuche, Ruhe auszustrahlen"

In Stuttgart ist die Unruhe zu greifen, die Angst geht um vor dem ersten Abstieg seit 1975, dem zweiten in der ruhmreichen Klubgeschichte. "Ich versuche, Ruhe auszustrahlen", erklärt Dutt und weiß doch, dass das bei einer Niederlage in Hannover nicht reichen wird - erst recht nicht, wenn sie gepaart sein sollte mit einer weiteren abstiegsreifen Vorstellung wie zuletzt gegen Dortmund (2:3). Dann könnte auch er von Huub Stevens abrücken, dem er bislang demonstrativ den Rücken stärkt. "Solange der Trainer die hundertprozentige Überzeugung hat, sind wir auch von ihm überzeugt", hatte Dutt am Wochenende unterstrichen.

Spiele gegen Hannover konfrontieren Fans und Macher beim VfB inzwischen auch immer mit den eigenen Problemen. Das 2013 von 96 verpflichtete Trio Karim Haggui, Konstantin Rausch und Mo Abdellaoue steht sinnbildlich für die fragwürdige Transferpolitik der vergangenen Jahre. Auch am Samstag wird keiner aus dem "tragischen Dreieck" spielen: Konstantin Rausch wurde zur zweiten Mannschaft abgeschoben, in der Karim Haggui am Wochenende spielen musste (und beim 4:1 gegen Großaspach traf).

Abdellaoue erkältet, Didavi und Rüdiger weiter kein Thema

Und Abdellaoue, nach langer Verletzungspause auf dem Weg zurück, zeigte beim gemeinsamen Frühstück am Dienstag Erkältungssymptome, woraufhin er von beiden Trainingseinheiten befreit wurde. Fraglich, ob er schon am Mittwoch wieder mitwirken kann.

So bleibt Daniel Ginczek der einzige personelle Hoffnungsträger . Spielmacher Daniel Didavi, ein Garant für den Klassenerhalt in der Vorsaison, und Innenverteidiger Antonio Rüdiger, der gerade jetzt Timo Baumgartl entlasten und mal eine Verschnaufpause verschaffen könnte, trainieren nach ihren langen Verletzungspausen weiterhin nur individuell. Im Hinspiel gegen Hannover standen beide in der Startelf.

Harald Kaiser/jpe