Amateure

Kein Mindestlohn für Amateurfußballer

Bund schließt Vertragsamateure vom neuen Gesetz aus

Kein Mindestlohn für Amateurfußballer

Große Freude bei deutschen Amateurklubs: Sie sind vom Mindestlohn nicht betroffen.

Große Freude bei deutschen Amateurklubs: Sie sind vom Mindestlohn nicht betroffen. picture-alliance

"Das zeitliche und persönliche Engagement dieser Sportler zeigt eindeutig, dass nicht die finanzielle Gegenleistung, sondern die Förderung des Vereinszwecks und der Spaß am Sport im Vordergrund stehen. Für diese Vertragsspieler ist folglich auch dann kein Mindestlohn zu zahlen, wenn sie mit einem Minijob ausgestattet sind", erklärte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles in Berlin und betonte: "Wir haben Lösungen gefunden. Die Zukunft der Vertragsamateure im deutschen Sport ist gesichert. Wir sind sicher, dass wir damit die bestehenden Schwierigkeiten ausräumen können."

Für alle ehrenamtlichen Mitarbeitern in den rund 90.000 Vereinen in Deutschland konnte ebenfalls eine Lösung gefunden werden. Demnach fallen diese ebenso wenig unter den Mindestlohn, sofern ihre Tätigkeit dem Gemeinwohl und nicht dem eigenen Verdienst geschuldet ist. Daher schlägt die neue Regelung den Klubs vor, ehrenamtliche Kräfte nicht als Mini-Jobber anzustellen, sondern ihnen stattdessen Aufwandsentschädigungen und Ausfallersatz zu erstatten.

Niersbach: "Das würdigt das Engagement"

"Vertragsamateure fallen nicht unter das Mindestlohngesetz. Auf diese klare Aussage der Ministerin haben die Amateur-Fußballvereine gewartet, und darauf können sie sich jetzt verlassen", erklärte Rainer Koch, 1. Vize-Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, gegenüber dem SID. "Ich freue mich über das hervorragende Ergebnis, das unser Schatzmeister Reinhard Grindel und Rainer Koch im Dialog mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und der Politik für den deutschen Fußball erreicht haben. Für Spieler und die vielen Ehrenamtlichen an der Basis wurde eine praxisnahe Lösung gefunden, die ihr großes Engagement würdigt", zeigte sich auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach über die Einigung erleichtert.

Der seit dem 1. Januar 2015 greifende Mindestlohn von 8,50 Euro hatte in vielen deutschen Vereinen große Verunsicherungen ausgelöst, da besonders Nachwuchsathleten und Fußballer abwärts der 3. Liga bisher weniger verdienen, als es das neue Gesetz vorsieht. Das hätten sie im Falle eines anderen Ausgangs einklagen können und hätten ihre Klubs dementsprechend vor große Probleme gestellt.

kon/sid