Marcello Lippi schreibt im kicker

"Dieser BVB macht mir große Angst"

Marcello Lippi

Hat große Duelle zwischen Dortmund und Juventus Turin miterlebt: Marcello Lippi. Getty Images

Deshalb wird Dortmund vor allem auf internationaler Bühne seine unumstrittene Klasse beweisen wollen. Es war ohnehin klar, dass Jürgen Klopps exzellente Arbeit und die Qualität der Mannschaft den Klub früher oder später wieder nach oben hieven würden.

Juventus darf also auf keinen Fall den Fehler begehen, sich von dem jetzigen Tabellenplatz des BVB unbewusst blenden zu lassen. Dennoch halte ich meine Ex-Mannschaft für den Favoriten in diesem Achtelfinal-Duell.

Eine Revanche für 1997 spielt keine Rolle, denn meine persönlichen Erinnerungen an Dortmund sind überwiegend positiv. Mit Juve gewannen wir dort im Halbfinale des UEFA-Pokals 1995 2:1 und zogen ins Endspiel ein. Einige Monate später wiederholten wir das Kunststück in der Champions League und siegten 3:1 im Westfalenstadion – am Ende gewannen wir den Wettbewerb.

Das Finale der Königsklasse im Münchener Olympiastadion ein Jahr darauf habe ich natürlich bis heute nicht vergessen. Ein wirklich rabenschwarzer Abend, an dem alles schief lief. Es war das Duell gegen die Ehemaligen: Möller, Kohler, Reuter und Paulo Sousa hatten bei Juventus gespielt, Sammer für Inter und Riedle bei Lazio. Er traf in der ersten Hälfte doppelt, wir mit Zidane den Pfosten. Juve war in puncto Potenzial eigentlich die deutlich bessere Mannschaft, aber das Ende ist ja bekannt. Eine wahrlich unangenehme Erinnerung.

Deshalb denke ich bei Dortmund am liebsten an den Triumph im WM-Halbfinale 2006 über Deutschland. Dieser verdiente Erfolg führte wenige Tage später in Berlin zum schönsten Tag meiner Trainerkarriere.

Marcello Lippi

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