Die Gladbacher erwarten wieder mehr Räume für ihr Spiel

Herrmann: "Derbyschwung nach Sevilla mitnehmen"

Patrick Herrmann und Kevin Wimmer

Biss gezeigt: Gladbachs Patrick Herrmann, hier mit Kölns Kevin Wimmer, will den Trend aus dem Rheinderby fortsetzen. imago

Wie eng es auf einem Fußballfeld zugehen kann, erlebten die Fohlen in der Rückrunde häufiger, als es ihnen lieb ist. Fast immer mussten sie gegen eine Mannschaft anspielen, die das Verteidigen des eigenen Strafraums ganz oben auf ihren "Matchplan" stellte. Der VfB Stuttgart legte das Hauptaugenmerk auf eine stabile Defensive, Schalke igelte sich nach der frühen Führung komplett in der eigenen Hälfte ein, auch der 1. FC Köln am Samstag verfolgte den Ansatz der Absicherung des eigenen Tores. Für die Borussen wahre Geduldsproben.

"Es ist schon auffällig, wie viele Mannschaften mittlerweile gegen uns hinten drin stehen. In diesem Jahr waren es außer dem SC Freiburg alle", wundert sich Granit Xhaka, der mit seinem Kopfballtreffer in der Nachspielzeit das Kölner Bollwerk knackte. Es sei ein Ausdruck von "Respekt" vor Borussias Offensivfähigkeiten, glaubt Xhaka. Genauso sieht es Ibrahima Traoré: "Langsam ist es keine Überraschung mehr, wenn die Mannschaften gegen uns nur kontern wollen. Dass die Gegner einfach nur verteidigen, zeigt, dass sie Respekt vor unserer Qualität haben."

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Sevilla am Donnerstag dürfte der Favre-Elf dagegen wieder etwas mehr Räume anbieten. Der Titelverteidiger in der Europa League wird versuchen, selbst das Heft in die Hand zu nehmen und das Spiel zu kontrollieren. Darin liegt die Chance für Gladbach. Die eigentliche Stärke ist das schnelle Umschaltspiel, wenn Raffael, Hrgota, Kruse oder die pfeilschnellen Außen wie Herrmann, Traoré, Hazard, Johnson oder Hahn - so er nach der Verletzungspause wieder im Kader steht - in die Tiefe starten können.

Entsprechend groß ist die Hoffnung auf ein gutes Hinspielresultat. Patrick Herrmann: "Vielleicht kommt uns zugute, dass wir am Donnerstag wahrscheinlich mehr Räume, mehr Platz für unser Spiel vorfinden. Jedenfalls nehmen wir den Schwung aus unserem Derbysieg mit nach Sevilla. Der Europa-League-Sieger ist zwar ein anderes Kaliber, aber wir fahren nicht dorthin, um mit einer Niederlage nach Hause zu kommen."

Jan Lustig