Bundesliga

Werder will den Fluch in der Fremde beenden

Bremen: Mit Kapitän Fritz soll auch in Hoffenheim gepunktet werden

Werder will den Fluch in der Fremde beenden

Wiedersehen mit alten Bekannten: Bremens Neuzugang Jannik Vestergaard trifft auf Ex-Klub Hoffenheim.

Wiedersehen mit alten Bekannten: Bremens Neuzugang Jannik Vestergaard trifft auf Ex-Klub Hoffenheim. Getty Images

Mitunter gelingt Viktor Skripnik mit seinem putzigen Deutsch eine Formulierung, die die Sache sehr blumenreich auf den Punkt bringt. Geschehen am Dienstag bei der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel in Hoffenheim (Mittwoch, 20 Uhr, LIVE! bei kicker.de). Der Werder-Trainer auf die Frage, was er sich von seiner Mannschaft wünsche: "Ich wünsche mir eine breite Brust, aber nicht Nase hoch."

Alles auf den Punkt gebracht. Nach dem 2:0 gegen Hertha BSC Berlin, dem gelungenen Start in die Rückserie, wollen die Norddeutschen endlich auch einmal auswärts ihre neue Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. In der Tabelle, in der die Zähler bei den Spielen in der Fremde aufgelistet sind, steht Werder ganz unten: mit nur 5 Punkten und minus 16 Toren (13:29).

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Ganz im Gegensatz zu der Gesamtbilanz, die den Aufschwung unter Skripnik verdeutlicht. 16 Punkte in neun Partien hat der Ukrainer geholt, seit er am 25. Oktober die Nachfolge von Robin Dutt angetreten hat. Sein Vorgänger hatte bei gleicher Anzahl von Spielen es gerade mal auf vier Punkte gebracht. "Mit gutem Gefühl" reist Skripnik nun in den Kraichgau. "Wir wollen weiter marschieren."

Skripnik: "Wir wollen uns auch dort nicht verstecken"

Die Voraussetzung dafür ist dem Coach bewusst, der in dieser Beziehung optimistisch ist: "Ich bin überzeugt davon, dass wir bald auch auswärts das umsetzen können, was wir zu Hause schon oft gezeigt haben." Damit es so kommt, fordert Skripnik auch bei den Auswärtsspielen eine andere Mentalität und eine andere Präsenz auf dem Platz. Wörtlich sagte er vor dem Auftritt in Hoffenheim: "Wir wollen uns auch dort nicht verstecken, wollen nicht nur reagieren, sondern treten an, um gewinnen zu wollen."

Großartig ändern will der 45-Jährige gegen die "extreme Konterelf" Hoffenheim seine Formation nicht. Er beklagt den Ausfall des Gelb-Sünders Zlatko Junuzovic: "Das ist schon schlimm für uns." Für den Österreicher wird Clemens Fritz, zuletzt nicht in der Startelf, zurückkehren. Skripnik sprach dem Kapitän eine Einsatzgarantie aus.

Sternberg ist angeschlagen

Ob der Trainer weitere Wechsel vornimmt, war noch nicht klar. Am Montag hatte Philipp Bargfrede das Training ausgelassen, da sein mehrfach operiertes Knie geschont werden sollte. Angeschlagen ist auch Linksverteidiger Janek Sternberg: muskuläre Probleme. Vieles deutet darauf hin, dass Levin Öztunali wieder von Beginn an auflaufen wird. "Er hat gegen Hertha eine gute Rolle gespielt", lobte Skripnik vor allem Einsatz und Laufbereitschaft der Leihgabe aus Leverkusen. "Levin hat viel geackert und für die Defensive gearbeitet."

Im Vorfeld der Partie am Mittwoch wird Jannik Vestergaard, der frühere Hoffenheimer, ein wichtiger Gesprächspartner für Skripnik und das Trainerteam sein. Natürlich werde er sich mit dem Hoffenheim-Kenner unterhalten, so der Werder-Cheftrainer, der "Geheimnisse" bei Standards und im Spielaufbau abklopfen will. Nach seinem überragenden Debüt im Werder-Trikot ist der Däne weiter zuversichtlich. Vestergaard traut seiner neuen Mannschaft durchaus etwas zu, auch im kommenden Auswärtsspiel: "Wir können auch Hoffenheim schlagen."

Hans-Günter Klemm