Mit einem Routinier zum Klassenerhalt

Pirmasens Auer: "Ich bin immer geradlinig"

Geht ab sofort für den FK Pirmasens auf Torejagd: Benjamin Auer.

Geht ab sofort für den FK Pirmasens auf Torejagd: Benjamin Auer. imago

kicker: Herr Auer, beim Hallenturnier in Saarbrücken haben Sie zum ersten Mal für den FKP gespielt. Muskelkater?

Benjamin Auer: Ja, ich spüre nach den zwei Tagen in Saarbrücken - erst drei Spiele mit dem FKP, am nächsten Tag dann das Turnier mit der Traditionsmannschaft von Mainz 05 - schon die typischen Fußball-Belastungen.

Spielersteckbrief Auer

Auer Benjamin

Trainersteckbrief Tretter

Tretter Peter

FK Pirmasens - Vereinsdaten

Gründungsdatum

10.06.1903

Vereinsfarben

Weiß-Blau

kicker: Das Tor treffen Sie ja noch. Vier Tore in den drei FKP-Spielen, am nächsten Tag neun für die Traditionsmannschaft von Mainz 05. Sie wirken sehr fit. Welchen Sport haben Sie denn nach Ihrem Aufhören in Aachen betrieben?

Auer: Krafttraining im Fitness-Studio, wo ich ja täglich bin, Tennis und Badminton mit Freunden, Kicken in der Soccerhalle und ich bin auch den Gutenberg-Marathon gelaufen.

kicker: Ihre Marathon-Zeit?

Auer: Drei Stunden und 42 Minuten. Ich wollte unbedingt unter vier Stunden bleiben und habe mich drei Monate intensiv darauf vorbereitet. Ich hatte noch nie solche Schmerzen, es war furchtbar. Das war mein letzter Marathon. Wenn ich es aber nicht durchgestanden hätte oder 4:02 Stunden gelaufen wäre, hätte ich es noch einmal gemacht.

kicker: War es im Nachhinein betrachtet ein Fehler, schon mit 31 Jahren die Profi-Karriere zu beenden?

Auer: Es war die richtige Entscheidung. Der Abstieg mit Alemannia Aachen hat mir sehr wehgetan, denn der Verein und die Stadt sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich wollte dann nicht bei einem anderen deutschen Zweitligisten spielen. Aus Osteuropa, der Türkei oder Griechenland gab es viele Angebote, aber das wollte ich wegen der Familie nicht. USA oder Australien wäre schon interessant gewesen, da hätte mein Sohn gleich mit einer zweiten Sprache aufwachsen können. Aber als dann bis Mitte, Ende Oktober 2012 nichts kam, habe ich beschlossen aufzuhören und mich voll um die Studios zu kümmern. Und in all der Zeit habe ich das Fußballspielen nicht vermisst. Jetzt juckt es wieder.

Benjamin Auer wird ab sofort mit der Nr. 34, gemäß seines Alters, auflaufen.

Benjamin Auer wird ab sofort mit der Nr. 34, gemäß seines Alters, auflaufen. imago

kicker: FKP-Präsident Karsten Volberg wollte Sie schon im vergangenen Sommer zu einem Comeback überreden. Warum haben Sie vor einem halben Jahr ab- und jetzt zugesagt?

Auer: Mein zweites Kind ist im August auf die Welt gekommen. Deshalb habe ich abgesagt. Jetzt ist der Kleine aus dem Gröbsten raus. Die Sache beim FKP ist eine Herausforderung, auch weil es nicht einfach wird, die Klasse zu halten - aber ich liebe Herausforderungen.

kicker: Welchen Eindruck haben Sie von Ihrer Mannschaft?

Auer: Der Zusammenhalt ist sehr groß, da geht es harmonisch zu. Teilweise vielleicht zu harmonisch. Eine Mannschaft braucht auch einen Spieler, der mal lauter wird.

kicker: Werden Sie auch mal laut?

Auer: Ich war die letzten drei Jahre in Aachen Spielführer, da muss man auch mal lauter werden. Ich bin immer geradlinig.

kicker: Sie tragen beim FKP die Nummer 34. Hat das mit ihrem Alter zu tun?

Auer: Richtig. Normal hatte ich die Neun, aber die war beim FKP schon vergeben.

kicker: Sie haben bis Saisonende unterschrieben. Hören Sie dann auf?

Auer: Dieses halbe Jahr will ich noch Spaß am Fußball haben und die Herausforderung genießen, dann ist Schluss.

Peter Brandstetter